Die EURO 2024 kann kommen

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Iserlohns Feuerwehrchef Jörg Döring, Kreisbrandmeister Michael Kling und Landrat Marco Voge (von links) stellten in Altena-Rosmart die Vorbereitungen der Feuerwehr vor. Foto: Hendrik Klein

Feuerwehr und Polizei sind „top vorbereitet“

Von Hendrik Klein

Die Fußball-Europameisterschaft vom 14. Juni bis zum 14. Juli wird für Polizei, Feuerwehr, Hilfsorganisationen und viele Ehrenamtliche ein hartes Stück Arbeit. Das wurde jetzt im Brandschutz- und Rettungsdienstzentrum (BRZ) des Märkischen Kreises in Altena-Rosmart deutlich. Dort stellten Landrat Marco Voge, der Leitende Polizeidirektor Ralf Wagener, dessen Leiter der Führungsstelle „Gefahrenabwehr/Einsatz“, Christoph Przibylla, Kreisbrandmeister Michael Kling und Iserlohns Feuerwehrchef Jörg Döring die einzelnen Maßnahmen vor. Der Personaleinsatz von Feuerwehr, Polizei, den Hilfsorganisationen DRK, MHD, ASB und THW ist enorm. Allein Polizei (760) und Feuerwehr (300) kommen auf mehr als 1.000 Einsatzkräfte.

Marco Voge: „Wir sind top vorbereitet“

„Zurzeit ist alles auf Europa getrimmt – die Europawahl, die Europameisterschaft der Leichtathleten und die Fußball-Europameisterschaft“, so Landrat Marco Voge. Er warnte vor übertriebener Sorge vor gewalttätigen Ausschreitungen oder gar Terroranschlägen. „Keine Panik, wir sind top vorbereitet“, so der Landrat. Gleichwohl: „Was ist Mannheim passiert ist, möchte ich nicht nochmal erleben.“ Auch die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei haben sich seit Monaten auf die EURO 2024 vorbereitet. Viele haupt- und ehrenamtliche Kräfte aus dem Märkischen Kreis sind während der Europameisterschaft in den Spielstädten vor Ort, aber selbstverständlich auch für die Bürgerinnen und Bürger im Kreis da. Wichtig ist dabei ein gutes Zusammenspiel aller Akteure – und eine moderne technische Infrastruktur. Marco Voge: „Ohne das Ehrenamt wäre das nicht möglich.“

Einsatzorte in Dortmund, Gelsenkirchen und Düsseldorf

Für die Fußball-Europameisterschaft nimmt der Bevölkerungsschutz des Märkischen Kreises eine wichtige Rolle ein, wie Kreisbrandmeister Michael Kling berichtete. Der Patiententransportzug des Märkischen Kreises rückt während der EM insgesamt neunmal zu den jeweiligen Spielorten aus. Daran sind 100 Einsatzfahrzeuge beteiligt. Weitere Kräfte von Feuerwehr, THW, DRK, MHD und ASB sind an zwölf Spiel-Terminen in Bereitschaft. Haupteinsatztage für die Kräfte aus dem Kreis sind der 15. sowie der 25. Juni, jeweils in Dortmund: Dann sind von der Dekontaminationseinheit für ABC-Lagen und vom Patiententransportzug des Märkischen Kreises bis zu 100 Einsatzkräfte vor Ort und weitere 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Hilfsorganisationen in Bereitschaft. Am BRZ in Altena-Rosmart wird ein Bereitstellungsplatz eingerichtet.

Kreisbrandmeister hofft auf ein Sommermärchen

Drei Szenarien kommen auf die Einsatzkräfte des Rettungsdienstes, der Feuerwehren und Hilfsorganisationen während der Fußball-EM zu:

è 1: Einsatzkräfte vor Ort in den Bereitstellungsräumen der Austragungsorte Dortmund, Gelsenkirchen und Düsseldorf.

è 2: Einsatzkräfte des Märkischen Kreises sind am BRZ gebündelt und bereit, im Bedarfsfall geschlossen auszurücken.

è 3: Einsatzkräfte starten im Einsatzfall von ihren jeweiligen Städten und Gemeinden aus direkt zu den Austragungsorten.

Kreisbrandmeister Michael Kling: „Wir haben uns gemeinsam mit den Austragungsorten der Europameisterschaft und der Bezirksregierung Arnsberg gut vorbereitet. Der Bevölkerungsschutz in NRW trägt mit seinen vielen haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräften dazu bei, dass es hoffentlich wieder ein Sommermärchen gibt.“ Er gesteht ein: Der Aufwand beträgt ein Vielfaches dessen, was seinerzeit 2006 bei der Heim-WM nötig war. Kling: „Die Weltlage hat sich seitdem auch verändert.“

Wichtige Übungen im Vorfeld

Im Vorfeld der EM wurden deshalb mehrere Übungen zur Stärkung der Einsatzbereitschaft absolviert. Zum Beispiel eine Stabsrahmenübung, die der strategischen Vorbereitung und Koordination zwischen den verschiedenen Einsatzleitungen und Organisationen diente. Darüber hinaus eine Dekontaminationsübung in Hemer sowie eine Übung unter dem Titel „Behandlungsplatz 50“ für den Aufbau und Betrieb eines temporären medizinischen Versorgungsplatzes. Es gab Übungen zur Verlegung von Einheiten, Einsatzkräften und Material oder zum Einrichten und Führen von Bereitstellungsräumen. Auch der Einsatz von Drohnentechnologie zur Lageerkundung und strategischen Planung wurde im Vorfeld geprobt.

Alle Kräfte der Polizei „am Ball“

Während der Fußball-EM sind bei der Polizei alle Kräfte „am Ball“: Es gilt eine landesweite Urlaubs- und Dienstfrei-Sperre. Hinzu kommt die Maßgabe einer maximalen Flexibilität, denn die Polizei MK muss ihre Kräfte auf verschiedene Spielorte verteilen. Die Kreispolizeibehörde entsendet Unterstützungskräfte an den Spielort nach Dortmund. „Wir möchten vorbereitet sein und uns durch nichts überraschen lassen“, erklärt der Leitende Polizeidirektor Ralf Wagener. Unterstützung von anderen Polizeidienststellen im Land bekommen die Gesetzeshüter im Kreis nicht. „Wir freuen uns auch alle auf die EURO, es meckert keiner“, so Wagener weiter. Aufgrund der landesweiten Urlaubssperre und Dienstfrei-Absagen hat die Polizei 20 Prozent mehr Kräfte als im Normalbetrieb im Einsatz.

Besonderes Augenmerk auf Iserlohn

Iserlohn kommt als Trainingsort der italienischen Nationalmannschaft eine besondere Rolle zu. Unter Federführung einer Vorbereitungsgruppe wurden alle Spiel- und Aufenthaltsorte genau analysiert und Strategien für verschiedene Szenarien festgelegt. Zu den Vorbereitungen gehörte eine Übung auf dem Gelände des Hemberg-Stadions. Für die Sicherheit auf dem Trainingsgelände der italienischen Mannschaft sind Sicherheitsdienste zuständig. Die Polizei behält zusätzlich die Public-Viewing-Standorte sowie das Iserlohner Schützenfest im Blick. Die örtlichen Einsätze werden im Kreis koordiniert. Einschränkungen für Anwohner am Hemberg oder das Schulzentrum in direkter Nachbarschaft des „Casa Azzurra“ in der Matthias-Grothe-Halle soll es nur beim öffentlichen Training der Italiener geben. Christoph Przibylla: „Dann wird die Immermannstraße zum Hemberg-Stadion gesperrt.“

Polizei rechnet mit hohem Einsatzaufkommen

Überörtlich bewertet ein eigens eingerichtetes Lagezentrum in Neuss die Entwicklung. Das „International Police Cooperation Center“ ist zentrale Anlaufstelle während der EM, sorgt für einen raschen Informationsaustausch und verknüpft auch das Wissen der nationalen Polizeibehörden aus den an der EM beteiligten Ländern. In den kommenden Wochen ist mit einem hohen Einsatzaufkommen zu rechnen. Ralf Wagener, Leitender Polizeidirektor und Abteilungsleiter: „Wir möchten auch als Polizei ein guter Gastgeber sein.“ Das gilt für die Mannschaft samt Tross, aber auch für die sicher zahlreichen italienischen Fans sowie die gesamte Bevölkerung im Märkischen Kreis. Sie sollen sicher feiern können.

wave.inc

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