In „aye“ kehrt der Iserlohner Fotograf in die eigene Vergangenheit zurück: Glasgow wird zur Projektionsfläche für Kindheit, Prägungen und das Wiederauftauchen verdrängter Erinnerungen. Foto: Jörg Meier / panchoassoluto

Ausstellung „zwischen.menschlich“ in der Städtischen Galerie

Zuletzt geändert: 18. Mai 2026Von

Iserlohner Fotograf Jörg Meier gastiert in der Heimat

(PSI). In der Städtischen Galerie Iserlohn, Theodor-Heuss-Ring 24, ist noch bis  Sonntag, 9. August, eine besondere Sammlung des Iserlohner Fotografen Jörg Meier – auch bekannt als „Pancho Assoluto“ – zu sehen. Mit der Ausstellung „zwischen.menschlich“ lädt der heimische Künstler zu einer fotografischen Reise durch Erinnerungsräume, urbane Landschaften und gesellschaftliche Zwischenzonen ein. Meiers Bilder verbinden dokumentarische Genauigkeit mit einer subjektiven, erzählerischen Haltung: Sie zeigen Begegnungen, die nachwirken, und Milieus, die im öffentlichen Blick oft übersehen werden. Im Mittelpunkt steht dabei immer wieder die Frage, wie Identität entsteht – zwischen Herkunft und Gegenwart, Nähe und Distanz, Zuschreibung und Selbstentwurf.

Glasgow Projektionsfläche

Ausgangspunkt der Schau sind langfristig angelegte Serien, die aus biografischen Erfahrungen ebenso wie aus intensiven Recherchen und Gesprächen hervorgehen. In „aye“ kehrt Meier in die eigene Vergangenheit zurück: Glasgow wird zur Projektionsfläche für Kindheit, Prägungen und das Wiederauftauchen verdrängter Erinnerungen. Die Arbeit stellt zugleich eine universelle Frage: Welche Spuren hinterlassen Orte und frühe Begegnungen – und wie prägen sie die Gegenwart?

Verborgenes Paralleluniversum

Ein besonderes Augenmerk legt die Ausstellung auf Räume, in denen gesellschaftliche Normen brüchig werden. In „nod – Jenseits von Eden“ richtet Meier die Kamera auf ein verborgenes Paralleluniversum entlang von Park- und Rastplätzen: Menschen, die sich der Öffentlichkeit entziehen und doch Teil der Gesellschaft sind. Daraus entwickelte sich „Tempo Kitchen“, ein Blick auf den provisorischen Alltag von Fernfahrern – auf improvisierte Küchen, kurze Momente des Innehaltens und ein Gemeinschaftsgefühl, das unterwegs entsteht. Beide Serien erzählen von temporären Existenzen und davon, wie Identität unter Bedingungen ständiger Bewegung Form annimmt.

Eintritt vier Euro

Die Ausstellung ist bis zum 9. August während der Öffnungszeiten in der Städtischen Galerie Iserlohn zu sehen: mittwochs bis freitags von 15 bis 19 Uhr, samstags von 11 bis 15 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt zur Ausstellung kostet vier Euro, ermäßigt zwei Euro.