{"id":22071,"date":"2025-10-14T09:38:06","date_gmt":"2025-10-14T07:38:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mk-journal.de\/?p=22071"},"modified":"2025-10-14T09:38:06","modified_gmt":"2025-10-14T07:38:06","slug":"aufwaertstrend-nicht-erkennbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/2025\/10\/14\/aufwaertstrend-nicht-erkennbar\/","title":{"rendered":"Aufw\u00e4rtstrend nicht erkennbar"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Handwerk in seitw\u00e4rts verlaufender Konjunktur<\/strong><\/h4>\n<p>(hwk). Die Handwerkskonjunktur in S\u00fcdwestfalen zeichnet ein deutlich negatives Bild: Seit drei Jahren stagniert die wirtschaftliche Entwicklung auf einem historisch niedrigen Niveau \u2013 ein klarer Aufw\u00e4rtstrend ist nicht erkennbar. Der Gesch\u00e4ftsklimaindex pendelt weiter um die Marke von 100 Punkten und signalisiert eine fragile Lage bei ged\u00e4mpften Erwartungen. W\u00e4hrend viele Betriebe ihre aktuelle Gesch\u00e4ftslage noch als stabil einsch\u00e4tzen, \u00fcberwiegt mit Blick nach vorn die Skepsis. Auftr\u00e4ge und Ums\u00e4tze entwickeln sich r\u00fcckl\u00e4ufig, Investitionen bleiben verhalten. Das zeigt die aktuelle Herbstumfrage der Handwerkskammer (HwK) S\u00fcdwestfalen, an der rund 600 s\u00fcdwestf\u00e4lische Handwerksbetriebe teilgenommen haben.<\/p>\n<p><strong>Kaum positive Impulse<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDie Konjunktur im s\u00fcdwestf\u00e4lischen Handwerk bewegt sich auch 2025 nur seitw\u00e4rts\u201c, fasst Hendrik Schmitt, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der HwK S\u00fcdwestfalen, die Ergebnisse der Herbstumfrage zusammen. Das spannende daran: Fragt man die Betriebe nach ihrer aktuellen Gesch\u00e4ftslage, bewerten sie 40,5 Prozent als befriedigend und sogar 41,9 Prozent als gut. Auf den ersten Blick \u00fcberrascht das, denn in der wirtschaftlichen Gesamtlage sind kaum positive Impulse zu erkennen. Der Gesch\u00e4ftsklimaindex der HwK S\u00fcdwestfalen, der Lage und Erwartungen zusammenfasst, pendelt seit 2023 um die Marke von 100 Punkten \u2013 dem langfristigen Durchschnitt. Damit befindet sich das Handwerk weder tief in der Krise noch in einer Boomphase. Die noch halbwegs stabile Lage und die verhaltenen Zukunftserwartungen heben sich im Index gegenseitig auf.<\/p>\n<p><strong>Ged\u00e4mpfte Erwartungen pr\u00e4gen das Bild<\/strong><\/p>\n<p>Wenn der Blick in die Zukunft geht, \u00fcberwiegt Skepsis: Nur 14,7 Prozent der Betriebe gehen in den kommenden sechs Monaten von einem Auftragszuwachs aus, w\u00e4hrend doppelt so viele (30,5 Prozent) mit einem R\u00fcckgang rechnen. Beim Umsatz sieht es \u00e4hnlich aus: 16,9 Prozent erwarten steigende Ums\u00e4tze, 28,9 Prozent dagegen R\u00fcckg\u00e4nge. Damit rechnet gut die H\u00e4lfte \u2013 54,2 Prozent \u2013 mit einem unver\u00e4nderten Niveau. Der seit 2023 beobachtete Trend setzt sich fort: In den vergangenen sechs Monaten melden 19 Prozent der Betriebe Auftragszuw\u00e4chse, aber 33,4 Prozent R\u00fcckg\u00e4nge. Bei der Umsatzentwicklung berichten 19,4 Prozent von Zuw\u00e4chsen, 32,4 Prozent von Verlusten.<\/p>\n<p><strong>Gesch\u00e4ftsklimaindex gefallen<\/strong><\/p>\n<p>Diese Entwicklung f\u00fcgt sich in das allgemeine deutsche Wirtschaftsbild ein: Der ifo-Gesch\u00e4ftsklimaindex ist im September erneut gefallen (von 88,9 auf 87,7 Punkte). Von einer breiten Belebung der Konjunktur ist keine Spur. Die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) hat im Juni 2025 zwar die Leitzinsen gesenkt, allerdings sehr vorsichtig (25 Basispunkte); die Finanzierungskosten f\u00fcr Kredite liegen aber weiterhin \u00fcber dem Vorkrisenniveau. \u201eDas macht Investitionen teuer und bremst Projekte\u201c, so der Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer.<\/p>\n<p><strong>Es fehlen Impulse f\u00fcr einen nachhaltigen Aufschwung<\/strong><\/p>\n<p>\u201eHohe Kosten, z\u00e4he Genehmigungsprozesse und eine schwache Nachfrage belasten die Betriebe. Investitionen bleiben zur\u00fcckhaltend, die Besch\u00e4ftigung stagniert und die Auftragslage zeigt \u00fcberwiegend R\u00fcckg\u00e4nge\u201c, erkl\u00e4rt Schmitt. Besonders der Wohnungsbau und gr\u00f6\u00dfere Projekte sind stark betroffen. Infrastrukturma\u00dfnahmen und Energiewendeprojekte im Tiefbau st\u00fctzen punktuell die Auslastung, aber auch sie k\u00f6nnen die insgesamt fehlende Nachfrage nicht \u00fcberdecken. \u201eDie Konjunktur stagniert seit drei Jahren auf einem historisch niedrigen Niveau ohne klaren Aufw\u00e4rtstrend. Das Bild ist eindeutig: Es fehlen Impulse f\u00fcr einen nachhaltigen Aufschwung.\u201c<\/p>\n<p><strong>Investitionen und Besch\u00e4ftigung unter Druck<\/strong><\/p>\n<p>Die Zur\u00fcckhaltung bei Investitionen ist deutlich sp\u00fcrbar: Sowohl private Haushalte als auch die \u00f6ffentliche Hand investieren weniger. Die Bereitschaft, Geld in die Hand zu nehmen, sinkt. Der Blick nach vorn f\u00e4llt nochmals vorsichtiger aus: elf Prozent planen h\u00f6here, 36 Prozent geringere Investitionen. Viele Betriebe verschieben daher gr\u00f6\u00dfere Investitionen oder konzentrieren sich auf Erhalt und Effizienzsteigerung. Au\u00dferdem bleibt die Finanzierunglage anspruchsvoll (Zinsniveau, strenge Kreditvergabestandards) \u2013 die Rahmenbedingungen sind f\u00fcr viele zu unsicher. Erst sp\u00fcrbar bessere Finanzierungs- und F\u00f6rderkonditionen, mehr Planungssicherheit und ein robusterer Auftragseingang k\u00f6nnen die Investitionsbereitschaft deutlich beleben.<\/p>\n<p><strong>Wenig Bewegung auf dem Arbeitsmark<\/strong><\/p>\n<p>Auch auf dem Arbeitsmarkt ist wenig Bewegung. Das zeigt der Besch\u00e4ftigungsklimaindikator, der auf einem niedrigen Niveau von 94,9 Punkte verharrt. In den letzten sechs Monaten melden 14,7 Prozent der Betriebe gestiegene und 17,1 Prozent gesunkene Personalbest\u00e4nde. Die Mehrheit h\u00e4lt die Kapazit\u00e4ten konstant und reagieren nur punktuell mit einem Auf- oder Abbau.<\/p>\n<p><strong>Herbst der Reformen darf nicht warten<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDas Handwerk braucht jetzt mehr politischen Mut. Der angek\u00fcndigte Herbst der Reformen darf nicht l\u00e4nger hinausgez\u00f6gert werden, damit er nicht zu einem eisigen konjunkturellen Winter wird\u201c, fordert Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Schmitt angesichts des Bilds, dass der Konjunkturbericht zeichnet. \u201eNur mit schnellen Planungs- und Genehmigungsverfahren, verl\u00e4sslichen F\u00f6rderkulissen und besseren Finanzierungsbedingungen kann aus Stabilit\u00e4t wieder Dynamik werden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Schlankere Verfahren<\/strong><\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6ren unter anderem schlankere Verfahren bei F\u00f6rder- und Kreditprogrammen, zinsverbilligte Angebote sowie gezielte steuerliche und b\u00fcrokratische Entlastungen. \u201eNur so kann die Investitionsbereitschaft wieder gest\u00e4rkt und der Weg aus der konjunkturellen Seitw\u00e4rtsbewegung beendet werden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Link zum Download des gesamten Konjunkturberichts: https:\/\/t1p.de\/4vs7n<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Handwerk in seitw\u00e4rts verlaufender Konjunktur (hwk). 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