{"id":22077,"date":"2025-10-14T12:56:28","date_gmt":"2025-10-14T10:56:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mk-journal.de\/?p=22077"},"modified":"2025-10-14T12:56:28","modified_gmt":"2025-10-14T10:56:28","slug":"geballte-historische-informationen-aus-der-region","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/2025\/10\/14\/geballte-historische-informationen-aus-der-region\/","title":{"rendered":"Geballte historische Informationen aus der Region"},"content":{"rendered":"<p>(pmk). \u201eDer M\u00e4rker\u201c f\u00fcr die Jahre 2024 und 2025 ist da! Die Landeskundliche Zeitschrift f\u00fcr den Bereich der ehemaligen Grafschaft Mark und den M\u00e4rkischen Kreis erscheint dieses Jahr als Doppelausgabe. Unter redaktioneller Leitung von Kreisarchivarin Dr. Christiane Todrowski pr\u00e4sentieren acht Autorinnen und Autoren spannende Forschungsergebnisse zur regionalen Geschichte.<\/p>\n<p><strong>Gro\u00dfm\u00fclltonne in Iserlohn erfunden<\/strong><\/p>\n<p>In seinem Beitrag \u201eEin M\u00fcllbeh\u00e4lter f\u00fcr die Welt. Die Erfindung der Gro\u00dfm\u00fclltonne in Iserlohn als Innovationsleistung f\u00fcr die Abfallsammlung\u201c zeichnet Dr. Dirk Wiegand den Siegeszug \u00fcber fast alle Kontinente nach. Der Historiker ist seit 2019 Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der SASE gGmbH in Iserlohn, der weltweit ersten Sammlung von Objekten zur St\u00e4dtereinigung und Abfallentsorgung sowie einer Ausstellung von historischen M\u00fcllfahrzeugen und Abfallbeh\u00e4ltern, Installationen und Dokumenten.<\/p>\n<p><strong>Zeitssprung ins Mittelalter<\/strong><\/p>\n<p>Einen Zeitsprung zur\u00fcck ins Mittelalter unternimmt Dr. Michael Burger in seiner Untersuchung der \u201eSammlung mittelalterlicher Glasmalereien auf Burg Altena\u201c. Der Historiker ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Corpus Vitrearum Deutschland, einer kunstgeschichtlichen Forschungseinrichtung, die alle erhaltenen oder \u00fcberlieferten mittelalterlichen Glasmalereien recherchiert, analysiert und publiziert. Auf Burg Altena hat er die \u201eGenese der Burgkapellenverglasung\u201c erforscht.<\/p>\n<p><strong>Gr\u00fcndung des Iserlohner Waisenhauses<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDie Gr\u00fcndung des Iserlohner Waisenhauses vor 250 Jahren\u201c hat Dr. Theo Stiller recherchiert. Der P\u00e4dagoge und Lehrbeauftragte an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Erziehungswissenschaft der Universit\u00e4t Bielefeld lebte als ein Sohn des sp\u00e4teren \u201eHausvaters\u201c von 1953 bis 1956 im Iserlohner Kinderheim. Im Fokus seines Beitrags stehen die lutherische Kirchengemeinde und der impulsgebende Pastor Theophilus Jacobus Griesenbeck, vor allem aber die Schicksale der dort untergebrachten Kinder. Stiller beschreibt die prek\u00e4ren sozialen und wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse der armen und mittellosen Bev\u00f6lkerung in Iserlohn nach dem Siebenj\u00e4hrigen Krieg, die besonders schlimm f\u00fcr elternlose Kinder waren.<\/p>\n<p><strong>Arbeitsbedingungen in der Luisenh\u00fctte<\/strong><\/p>\n<p>Die 1758 im kurk\u00f6lnischen Balve in Betrieb genommene Luisenh\u00fctte ist die \u00e4lteste vollst\u00e4ndig erhaltene Hochofenanlage Deutschlands. In dem vom M\u00e4rkischen Kreis betriebenen Erlebnismuseum k\u00f6nnen Besuchende heute anschaulich und unter Einbeziehung aller Sinne nachvollziehen, wie dort einst Eisen hergestellt und zu Gussprodukten weiterverarbeitet wurde. Museumsleiter Stephan Sensen hat f\u00fcr seinen Beitrag \u00fcber \u201eDie Hochofenarbeiter der Luisenh\u00fctte Wocklum 1758\u20131864\u201c zeitgen\u00f6ssische Kupferstiche analysiert und Archivunterlagen ausgewertet.<\/p>\n<p><strong>\u00d6lgem\u00e4lde im Kreisarchiv<\/strong><\/p>\n<p>Die F\u00f6rderung des hiesigen Eisenh\u00fcttenwesens geh\u00f6rte zum Aufgabenbereich des preu\u00dfischen Fabrikenkommissars Friedrich August Alexander Eversmann. Sein Wirken und Leben ist durch eine Autobiografie, eigene Schriften sowie Sekund\u00e4rliteratur gut dokumentiert, auch zwei Portraits von ihm sind bekannt. Dem Kreisarchiv wurden aus Familienbesitz zwei \u00d6lgem\u00e4lde von Eversmann und seiner Ehefrau Marianne L\u00f6bbecke \u00fcbergeben, die Kreisarchivleiterin Dr. Christiane Todrowski erstmals vorstellt. Das Titelzitat \u201eWir lernten uns wechselseitig unsere Fehler verzeihen\u201c l\u00e4sst erahnen, dass die Ehe des n\u00fcchternen, selbstbewussten und bisweilen selbstgef\u00e4lligen Beamten mit der wohlhabenden und konservativ erzogenen Iserlohner Kaufmannstochter nicht immer harmonisch verlief.<\/p>\n<p><strong>Klangfarben der Bader-Orgel<\/strong><\/p>\n<p>Auch der Klang von Orgeln unterliegt offenbar Moden: Als die barocke Bader-Orgel in der ehemaligen Stiftskirche Fr\u00f6ndenberg zunehmend in Verfall geriet, bem\u00fchte sich der damalige lutherische Pastor seit 1873 um die Restaurierung und zugleich Anpassung an das Klangideal der \u00bbRomantik\u00ab \u2013 oder alternativ um einen Neubau. Dr. Roland Pieper, Kunsthistoriker, Musikwissenschaftler und \u00bbM\u00e4rker\u00ab-Co-Redakteur, entdeckte im Evangelischen Kirchenarchiv von Westfalen Akten, die ein bemerkenswertes Licht auf die Vorstellungen mehrerer Orgelbauer aus dem westf\u00e4lisch-hessischen Raum dazu werfen, wie ein solches \u00bbmodernes\u00ab Instrument aussehen und klingen sollte bzw. \u2013 im Rahmen der finanziellen M\u00f6glichkeiten \u2013 k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>Erinnerung an Mendener Sinti<\/strong><\/p>\n<p>Ein in der Geschichte der H\u00f6nnestadt lange \u201evergessenes\u201c Verbrechen ist \u201eDie Verfolgung und Ermordung der Mendener Sinti\u201c, an das die ehemalige Leiterin der Mendener Au\u00dfenstelle des Hagener Rahel-Varnhagen-Kollegs, Dr. Gabriele Schulte-Kurthesi, erinnert. Die Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung der in der NS-Zeit dort lebenden 45 Sinti hat kaum Spuren im Ged\u00e4chtnis der Stadt hinterlassen. In ihren Zeitzeugenbefragungen stellte die Autorin fest, dass die g\u00e4ngigen Vorbehalte gegen\u00fcber \u00bbZigeunern\u00ab noch Jahrzehnte nach dem Ende des Nationalsozialismus fortbestanden und den jahrelangen Kampf der f\u00fcnf \u00dcberlebenden des V\u00f6lkermords f\u00fcr ihr Recht auf Entsch\u00e4digung und Wiedergutmachung beeinflussten.<\/p>\n<p><strong>Augustiner Johann Westermann<\/strong><\/p>\n<p>Der letzte Beitrag der Zeitschrift widmet sich den Ergebnissen eines Symposiums zur Reformationsgeschichte in Lippstadt. Das 500-Jahre-Reformation-Jubil\u00e4um 2017 war f\u00fcr Westfalen von geringer Bedeutung, weil weder Luthers Thesenanschlag noch der Wormser Reichstag hier gravierende Auswirkungen hatten. Ein Wegbereiter lutherischen Gedankenguts war jedoch der Augustiner Johann Westermann, welcher in Lippstadt \u2013 seit 1376 unter der \u00bbSamtherrschaft\u00ab der Herren zur Lippe und der Grafen von der Mark \u2013 predigte.<\/p>\n<p>Buchbesprechungen \u00fcber die Reformation 1848\/49 in Lippstadt und einen Gedichtband des langj\u00e4hrigen \u00bbM\u00e4rker\u00ab-Autors Dr. Walter Wehner runden das Themenspektrum des Jahresbandes 2024\/25 ab.<\/p>\n<p>\u201eDer M\u00e4rker\u201c kostet zehn Euro und kann \u00fcber den Buchhandel, die B\u00fcrgerb\u00fcros der Kreisverwaltung in Iserlohn (Griesenbraucker Stra\u00dfe 6) und L\u00fcdenscheid (Heedfelder Stra\u00dfe 45) sowie \u00fcber das Kreisarchiv in Altena (Bismarckstra\u00dfe 21) bezogen werden: Email: <a href=\"mailto:kreisarchiv@maerkischer-kreis.de\">kreisarchiv@maerkischer-kreis.de<\/a> , Telefon 02352\/966-7053. Versandkosten werden zuz\u00fcglich berechnet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(pmk). \u201eDer M\u00e4rker\u201c f\u00fcr die Jahre 2024 und 2025 ist  [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":22078,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"two_page_speed":[],"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-22077","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-dies-und-das"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22077","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22077"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22077\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22079,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22077\/revisions\/22079"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/22078"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22077"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22077"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22077"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}