{"id":23601,"date":"2025-12-23T12:36:57","date_gmt":"2025-12-23T10:36:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mk-journal.de\/?p=23601"},"modified":"2025-12-23T12:36:57","modified_gmt":"2025-12-23T10:36:57","slug":"luchs-im-maerkischen-kreis-nachgewiesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/2025\/12\/23\/luchs-im-maerkischen-kreis-nachgewiesen\/","title":{"rendered":"Luchs im M\u00e4rkischen Kreis nachgewiesen"},"content":{"rendered":"<p>(pmk). Der M\u00e4rkische Kreis informiert \u00fcber einen seltenen Naturnachweis: Anfang November ist ein Luchs im Kreisgebiet nachgewiesen worden. Das Landesamt f\u00fcr Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK) best\u00e4tigte aktuelle Fotofallen-Aufnahmen, die das Tier zun\u00e4chst am 30. Oktober im Kreis Olpe und wenige Tage sp\u00e4ter, am 3. November, erneut im M\u00e4rkischen Kreis zeigen.<\/p>\n<p><strong>M\u00e4nnliches Jungtier<\/strong><\/p>\n<p>Nach Einsch\u00e4tzung von Experten aus angrenzenden Bundesl\u00e4ndern handelt es sich bei dem Luchs um ein m\u00e4nnliches Jungtier (Kuder) aus dem hessischen Reinhardswald. Die Mutter ist als Luchsweibchen aus dem Solling (Weserbergland) und dem Reinhardswald bekannt. Die Sichtung im s\u00fcdlichen M\u00e4rkischen Kreis ist ein weiterer, wichtiger Baustein im landesweiten Monitoring der streng gesch\u00fctzten Art.<\/p>\n<p><strong>Aufmerksame B\u00fcrgerin<\/strong><\/p>\n<p>Die Beobachtung des Luchses wurde von einer ausmerksamen B\u00fcrgerin gemeldet. Die Untere Naturschutzbeh\u00f6rde (UNB) des M\u00e4rkischen Kreises hat die Informationen umgehend verarbeitet, fachlich gepr\u00fcft und anschlie\u00dfend an das LANUK weitergeleitet. Ziel ist es, die landweite Erfassung der Luchspopulation zu unterst\u00fctzen und Wanderbewegungen einzelner Tiere besser nachvollziehen zu k\u00f6nnen. \u201eSolche Hinweise aus der Bev\u00f6lkerung sind f\u00fcr den Artenschutz von gro\u00dfer Bedeutung. Sie helfen, die Ausbreitung des Luchses sachlich zu dokumentieren und fundierte Erkenntnisse zu gewinnen\u201c, betont die Untere Naturschutzbeh\u00f6rde des M\u00e4rkischen Kreises.<\/p>\n<p><strong>Individuelle Fellzeichnung<\/strong><\/p>\n<p>Um festzustellen, ob es sich bei verschiedenen Foto- und Videoaufnahmen um dasselbe Tier handelt, sind \u2013 anders als beim Wolf \u2013 nicht zwangsl\u00e4ufig DNA-Proben erforderlich. Jeder Luchs besitzt eine individuelle Fleckenzeichnung hinsichtlich Gr\u00f6\u00dfe und Identit\u00e4t der Flecken. Hochwertige Fotofallen-Aufnahmen \u2013 idealerweise von der Seite und vollst\u00e4ndig \u2013 k\u00f6nnen daher ausreichen, um ein Individuum eindeutig zu identifizieren. Besonders aussagekr\u00e4ftig sind Aufnahmen beider K\u00f6rperseiten.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund: Eurasischer Luchs<\/strong><\/p>\n<p>Der Eurasische Luchs (\u201eLynx lynx\u201c) ist die gr\u00f6\u00dfte europ\u00e4ische Wildkatzenart. Zu seinen typischen Merkmalen z\u00e4hlen die charakteristischen \u201ePinselohren\u201c, ein kurzer Schwanz mit schwarzer Spitze sowie ein kr\u00e4ftiger K\u00f6rperbau. Luchse pflanzen sich einmal j\u00e4hrlich fort. Die Paarungszeit liegt im sp\u00e4ten Winter. Nach einer Tragezeit von rund 70 Tagen bringt das Weibchen meist zwei bis drei Jungtiere zur Welt. W\u00e4hrend Luchsweibchen in der Regel in der N\u00e4he ihres Geburtsreviers bleiben, legen junge M\u00e4nnchen oft weite Wanderstrecken von bis zu 450 Kilometern zur\u00fcck, um ein eigenes Revier zu finden. Diese weiten Wanderungen erkl\u00e4ren auch die Sichtungen in unserer Region ohne feste Luchspopulation \u2013 wie aktuell im M\u00e4rkischen Kreis.<\/p>\n<p><strong>Strenger Schutzstatus<\/strong><\/p>\n<p>Der Luchs steht in Deutschland unter einem strengen gesetzlichen Schutz. Er ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz und der Bundesartenschutzverordnung besonders schutzw\u00fcrdig. Zus\u00e4tzlich wird die Art durch internationale Abkommen wie die Berner Konvention und das Washingtoner Artenschutz\u00fcbereinkommen (CITES) gesch\u00fctzt. Jegliche gezielte Verfolgung, der Fang oder die T\u00f6tung von Luchsen sind verboten. Ebenso die St\u00f6rung ihrer Lebensr\u00e4ume oder der Handel mit den Tieren.<\/p>\n<p><strong>Vorkommen in NRW und Deutschland<\/strong><\/p>\n<p>Der Luchs war in Deutschland \u00fcber lange Zeit ausgerottet. Erst durch Wiederansiedlungsprojekte seit den 90er-Jahren und konsequenten gesetzlichen Schutz konnte die Art zur\u00fcckkehren. Heute bestehen stabile Populationen unter anderem im Harz, im Bayrischen Wald und im Pf\u00e4lzerwald. Bundesweit wird die Zahl der erwachsenen Luchse aktuell auf etwa 170 bis 200 Tore gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p><strong>\u00dcberblick in der &#8222;Luchskarte&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>In Nordrhein-Westfalen sind Luchsnachweise weiterhin selten. Meist handelt es sich um einzelne, wandernde Tiere aus benachbarten Regionen mit etablierten Best\u00e4nden. Eine dauerhafte Ansiedlung erfordert das Vorkommen sowohl von M\u00e4nnchen als auch von Weibchen. Deshalb entwickeln sich neue Populationen nur langsam. Einen guten \u00dcberblick \u00fcber die bundesweite Verbreitung bietet die \u201eLuchskarte\u201c des Bundesamtes f\u00fcr Naturschutz (BfN) -&gt; <a href=\"https:\/\/www.bfn.de\/daten-und-fakten\/luchsverbreitung-deutschland\">https:\/\/www.bfn.de\/daten-und-fakten\/luchsverbreitung-deutschland<\/a><\/p>\n<p><strong>Keine Gefahr f\u00fcr Menschen und Weidetierhalter<\/strong><\/p>\n<p>Experten betonen, dass von Luchsen keine Gefahr f\u00fcr Menschen ausgeht. Die Tiere sind \u00e4u\u00dferst scheu und meiden den Kontakt mit Menschen konsequent. In Europa sind keine dokumentierten Angriffe von Luchsen auf Menschen bekannt. Auch f\u00fcr Weidetierhalter besteht kein Anlass zur Sorge. Luchse jagen fast ausschlie\u00dflich im Wald. \u00dcbergriffe auf Nutztiere sind sehr selten. In NRW gibt es bislang keine offiziell best\u00e4tigten Luchsrisse an Weidetieren.<\/p>\n<p><strong>Hinweise gerne melden<\/strong><\/p>\n<p>Die Untere Naturschutzbeh\u00f6rde des M\u00e4rkischen Kreises und das LANUK bitten die Bev\u00f6lkerung, weitere Spuren auf Luchse zeitnah zu melden. Jede Beobachtung \u2013 egal, ob Foto, Video, Trittsiegel oder Losung \u2013 tr\u00e4gt dazu bei, Wanderbewegungen nachvollziehen zu k\u00f6nnen und gezielte Schutzma\u00dfnahmen weiterzuentwickeln.<\/p>\n<p><strong>Landesamt f\u00fcr Natur, Umwelt und Klima NRW (LANUK) \u2013 Bereich Wolfsmonitoring<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>E-Mail: <a href=\"mailto:luchs_nrw@lanuk.nrw.de\">luchs_nrw@lanuk.nrw.de<\/a><\/li>\n<li>Telefon werktags von 9 bis 16 Uhr: 02361 305 3322<\/li>\n<\/ul>\n<p>Au\u00dferhalb der Gesch\u00e4ftszeiten, an Wochenenden oder Feiertagen: Nachrichtenbereitschaftszentrale des LANUK NRW unter Telefon 0201 714488.<\/p>\n<p>Untere Naturschutzbeh\u00f6rde (UNB) M\u00e4rkischer Kreis \u2013 Ansprechpartner f\u00fcr Wolf und Luchs <span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif; color: #153643;\">E-Mail: <a href=\"mailto:wolf@maerkischer-kreis.de\">wolf@maerkischer-kreis.de.<\/a><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(pmk). 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