{"id":23919,"date":"2026-01-16T13:13:46","date_gmt":"2026-01-16T11:13:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mk-journal.de\/?p=23919"},"modified":"2026-01-16T13:13:46","modified_gmt":"2026-01-16T11:13:46","slug":"der-wandel-der-automobilwirtschaft-ist-realitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/2026\/01\/16\/der-wandel-der-automobilwirtschaft-ist-realitaet\/","title":{"rendered":"\u201eDer Wandel der Automobilwirtschaft ist Realit\u00e4t\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>VDA-Pr\u00e4sidentin Hildegard M\u00fcller zu Gast im M\u00e4rkischen Kreis<\/strong><\/p>\n<p><strong>(AWe). Die wirtschaftsnahen Kammern, Verb\u00e4nde und Institutionen im M\u00e4rkischen Kreis hatten Hildegard M\u00fcller, Pr\u00e4sidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), zum Austausch mit Vertretern der Automobilzulieferindustrie eingeladen. Rund 60 G\u00e4ste nahmen die Einladung an und h\u00f6rten im Hotel Holzrichter in Nachrodt-Wiblingwerde, welche Strategie der Spitzenverband aktuell verfolgt. Ziel war ein Austausch \u00fcber Ablauf und Ziele der anstehenden Transformation in der Branche. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Schwierige Rahmenbedingungen<\/strong><\/p>\n<p>\u201eAutomobilwirtschaft im Wandel \u2013 Transformation unter schwierigen Rahmenbedingungen\u201c war die Veranstaltung \u00fcberschrieben. Eingeladen hatten die Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturf\u00f6rderung im M\u00e4rkischen Kreis (GWS), die S\u00fcdwestf\u00e4lische Industrie- und Handelskammer (SIHK), der Arbeitgeberverband L\u00fcdenscheid (AGV), der M\u00e4rkische Arbeitgeberverband (MAV) sowie die Kreishandwerkerschaft M\u00e4rkischer Kreis.<\/p>\n<p><strong>Herausforderungen in S\u00fcdwestfalen<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Schwarzkopf, Landrat des M\u00e4rkischen Kreises, verwies in seiner Begr\u00fc\u00dfung auf mehr als 200 Automobilzulieferer im M\u00e4rkischen Kreis und 500 in ganz S\u00fcdwestfalen. Die Branche leide zurzeit unter mehr als acht Prozent Arbeitslosenquote und einer anhaltenden Schw\u00e4chephase. Hildegard M\u00fcller kn\u00fcpfte hier an und machte sich keine Illusionen: \u201eAuf dem Weg zur Elektromobilit\u00e4t werden wir Arbeitspl\u00e4tze verlieren\u201c, prognostizierte sie. Aber keine Transformation sei keine Alternative. \u201eDer Wandel der Automobilwirtschaft ist Realit\u00e4t\u201c, so die Pr\u00e4sidentin. S\u00fcdwestfalen sei eine von drei deutschen Regionen mit den gr\u00f6\u00dften Herausforderungen in der Transformation. Gleichzeitig sei klar: \u201eOhne den Mittelstand f\u00e4hrt kein Fahrzeug vom Band.\u201c Daher sei eine gelingende Transformation dieser Betriebe wichtig.<\/p>\n<p><strong>Technologieoffenheit und neue Gesch\u00e4ftsfelder<\/strong><\/p>\n<p>M\u00fcller pl\u00e4dierte f\u00fcr eine \u201eTransformation in Graustufen\u201c, f\u00fcr die oft strapazierte Technologieoffenheit. Die Zukunft lasse sich heute nicht vollumf\u00e4nglich antizipieren. Selbst in China basierten entscheidende Teile der Wachstumsrate bei der Elektromobilit\u00e4t aktuell auf Hybrid-Technik. Gleichzeitig skizzierte sie Perspektiven f\u00fcr neue Gesch\u00e4ftsfelder des Mittelstandes. Kompetenzen aus der Verbrennerproduktion seien durchaus auf andere Branchen \u00fcbertragbar. Wehrtechnik k\u00f6nne Teil der Transformation sein, aber auch Medizintechnik. Allerdings gab sich die Verbandspr\u00e4sidentin auch selbstbewusst im Hinblick auf das Kernprodukt: \u201eHohe Arbeits- und Produktionskosten bedeuten nicht, dass wir in Deutschland nicht die besseren Autos bauen.\u201c China merke inzwischen auch, dass Schnelligkeit der Entwicklung allein nicht helfe, es brauche auch Sicherheit und Qualit\u00e4t des Endproduktes.<\/p>\n<p><strong>Schwierige Rahmenbedingungen<\/strong><\/p>\n<p>In Deutschland scheitere der Markterfolg nicht an der Produktqualit\u00e4t, sondern an den Rahmenbedingungen, so M\u00fcller. Autonomes Fahren werde durch Regulierung eingeschr\u00e4nkt, es gebe zu wenige Ladestationen und kein ausreichend stabiles Stromnetz mit Anschlusspunkten. \u201eWir brauchen ein funktionierendes \u00d6kosystem f\u00fcr E-Mobilit\u00e4t\u201c, forderte M\u00fcller. \u201eDas ist von der Politik untersch\u00e4tzt worden.\u201c<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4sidentin ist auch sicher: \u201eWenn wir nicht mehr CO2-neutrale Kraftstoffe bekommen, werden wir die Klimaziele nicht erreichen.\u201c Und je enger s\u00e4mtliche L\u00f6sungen f\u00fcr Klimaneu-tralit\u00e4t mit der deutschen Industrie verkn\u00fcpft seien, umso besser. \u201eWirtschaft ist heute international das entscheidende Druckmittel, um politische Ziele zu erreichen\u201c, so M\u00fcller. \u201eEuropa hat das noch nicht begriffen.\u201c<\/p>\n<p><strong>30 Prozent teurer als in China<\/strong><\/p>\n<p>Unter dem Strich sei der Bau eines Autos in Deutschland 30 Prozent teurer als in China. Im Hintergrund komme dabei vieles zusammen: hohe Energiekosten, eine \u00fcberbordende B\u00fcrokratie, schwerer Zugang zu g\u00fcnstigem Kapital. \u201eAuch das EU-Beihilferecht ist f\u00fcr Transformationsziele nicht wirklich geeignet\u201c, so die Pr\u00e4sidentin. Im Ergebnis fielen Investitionsentscheidungen dann oft nicht mehr f\u00fcr Deutschland, sondern f\u00fcr ausl\u00e4ndische Standorte.<\/p>\n<p><strong>Strukturreformen statt Symptombehandlung<\/strong><\/p>\n<p>2026 sei das entscheidende Jahr, um das zu \u00e4ndern. \u201eIn Br\u00fcssel gibt es bislang jedoch keinerlei Auseinandersetzung mit der mangelnden Wettbewerbsf\u00e4higkeit Europas\u201c, behauptete M\u00fcller. Statt Strukturreformen \u201ebek\u00e4mpfen wir nur Symptome mit Geld\u201c. Die Veranstaltung begann mit einigen Minuten Versp\u00e4tung, weil die Verbandspr\u00e4sidentin noch ein aktuelles Telefonat zur E-Auto-Kaufpr\u00e4mie f\u00fchren musste. Auch hier, sagte sie, w\u00e4ren Investitionen in die technische Infrastruktur eigentlich besser gewesen. Gleichwohl richtete Hildegard M\u00fcller den Blick immer wieder nach vorne. \u201eZur\u00fcck in die Vergangenheit war noch nie eine L\u00f6sung\u201c, betonte sie. Den Mittelst\u00e4ndlern gab sie abschlie\u00dfend mit auf den Weg in die Zukunft: \u201eLassen Sie sich in Ihrer Kreativit\u00e4t nicht bremsen.\u201c<\/p>\n<p>Die Veranstaltung war Teil von ATLAS (Automotive Transformationsplattform S\u00fcdwestfalen), einem F\u00f6rderprojekt, das Unternehmen aus der Automotive-Branche bei Transformationsherausforderungen unterst\u00fctzt. ATLAS wird vom Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Energie (BMWE) finanziert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>VDA-Pr\u00e4sidentin Hildegard M\u00fcller zu Gast im M\u00e4rkischen Kreis (AWe). 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