{"id":24054,"date":"2026-01-26T11:13:58","date_gmt":"2026-01-26T09:13:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mk-journal.de\/?p=24054"},"modified":"2026-01-26T11:13:58","modified_gmt":"2026-01-26T09:13:58","slug":"zweite-brueckenhaelfte-erfolgreich-gesprengt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/2026\/01\/26\/zweite-brueckenhaelfte-erfolgreich-gesprengt\/","title":{"rendered":"Zweite Br\u00fcckenh\u00e4lfte erfolgreich gesprengt"},"content":{"rendered":"<p>(EB). Der Weg f\u00fcr den Ersatzneubau der zweiten H\u00e4lfte der Talbr\u00fccke Sterbecke auf der A45 (Sauerlandlinie) ist frei. Am Sonntag (25. Januar) wurde das westliche Bestandsbauwerk erfolgreich gesprengt. \u201eMit dieser Sprengung gehen wir einen weiteren Schritt voran beim Br\u00fcckenneubau an der A45\u201c, sagte Elfriede Sauerwein-Braksiek anl\u00e4sslich des Termins. \u201eDie vorzeitige Fertigstellung der Teilbauwerke an der Sterbecke wie auch an der Talbr\u00fccke Rahmede zeigen, dass wir auf einem guten Weg sind.\u201c \u201eDrei, zwo, eins \u2013 Z\u00fcndung!\u201c Mit diesen Worten hat der erfahrene Sprengmeister Michael Schneider auch die zweite Br\u00fcckenh\u00e4lfte passgenau niedergelegt. Die Br\u00fcckenpfeiler knickten um 11 Uhr wie geplant ein und der 45 Meter hohe und 265 Meter lange Br\u00fccken\u00fcberbau legte sich ins vorbereitete Fallbett.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcf Monate fr\u00fcher fertig<\/strong><\/p>\n<p>Nach der Verlegung des Verkehrs auf die erste neu gebaute Br\u00fcckenh\u00e4lfte \u2013 f\u00fcnf Monate fr\u00fcher als geplant \u2013 begannen sofort die Vorarbeiten f\u00fcr den zweiten Sprengabbruch. Unter der Br\u00fccke wurde ein Fallbett aufgesch\u00fcttet, um den Aufprall der Br\u00fccke zu d\u00e4mpfen. Der \u00dcberbau selbst wurde \u201egeleichtert\u201c. Das bedeutet, dass der Asphalt abgefr\u00e4st, Gel\u00e4nder und Schutzplanken entfernt wurden. L\u00f6cher, die in die Fahrbahn gestemmt wurden, machten zudem den Fall berechenbarer. All diese Vorarbeiten dienen zudem dazu, die Baustoffe getrennt zu recyceln.<\/p>\n<p><strong>Zahlreiche Abstimmungstermine<\/strong><\/p>\n<p>Zwei Wochen vor dem Spreng-Termin waren auch die Experten um Sprengmeister Michael Schneider im Dauer-Einsatz an der Br\u00fccke.\u00a0 Die Bohrl\u00f6cher in den Pfeilern wurden mit gut 13 Kilo Sprengstoff gef\u00fcllt. Die Br\u00fcckenst\u00fctzen erhielten so genannte Sprengm\u00e4uler. Das bedeutet, dass die Pfeiler \u2013 vergleichbar mit dem Vorgehen beim Baumf\u00e4llen \u2013 gezielt geschw\u00e4cht wurden, um ihre Fallrichtung zu bestimmen. H\u00f6chste Priorit\u00e4t hat im Vorfeld einer Sprengung zudem das Thema Sicherheit. Zahlreiche Abstimmungstermine mit unterschiedlichen Beh\u00f6rden sowie Polizei und Feuerwehr sind notwendig. Mit dabei ist auch das Technische Hilfswerk, das regelm\u00e4\u00dfig bei Sprengungen die Absperrung des Sicherheitsradius \u00fcbernimmt.<\/p>\n<p><strong>Br\u00fcckenpr\u00fcfer am Werk<\/strong><\/p>\n<p>Nach der Sprengung machten sich unverz\u00fcglich Br\u00fcckenpr\u00fcfer ans Werk, um die nur wenige Zentimeter neben dem gesprengten Bauwerk stehende neue Br\u00fcckenh\u00e4lfte in Augenschein zu nehmen. Der Grund: Bevor der Verkehr hier wieder flie\u00dfen kann, muss sichergestellt sein, dass das Bauwerk keinen Schaden genommen hatte. In den kommenden Wochen wird nun das Baufeld f\u00fcr den Neubau frei gemacht. Das Abbruchmaterial wird getrennt und wiederverwertet. So wird beispielsweise Beton zu Schotter verarbeitet und auf anderen Baustellen genutzt.<\/p>\n<p><strong>Weitere Arbeiten in der Vollsperrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Vollsperrung zwischen L\u00fcdenscheid und Hagen-S\u00fcd ist f\u00fcr Arbeiten an der Strecke genutzt worden. Unter anderem wurden Markierungsarbeiten sowie Fahrbahnsanierungen durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p><strong>Zahlen und Fakten rund um die Sprengung<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Vor der Sprengung des \u00f6stlichen Teilbauwerks, wurde die Br\u00fccke geleichtert. Das bedeutet, dass so viel Material wie m\u00f6glich abgetragen wird. Asphalt wurde abgefr\u00e4st, die so genannten Kappen \u2013 die seitlich betonierten R\u00e4nder der Br\u00fccke \u2013 abgestemmt.<\/li>\n<li>Etwa 6000 Tonnen Br\u00fccken\u00fcberbau werden zu Boden gebracht.<\/li>\n<li>Unter der Br\u00fccke wurde aus 6500 Kubikmeter Boden ein Fallbett angelegt, um den Fall der Br\u00fccke zu d\u00e4mpfen. Prinzip der Sprengung: \u201eKollaps-Sprengung\u201c: Der \u00dcberbau st\u00fcrzt kontrolliert nach unten ab.<\/li>\n<li>96 Bohrl\u00f6cher f\u00fcr den Sprengstoff, 13,4 Kilogramm Sprengstoff, 222 Meter Sprengschnur, die Sprengstoffmenge pro Bohrloch variiert von 124 Gramm bis max. 155 Gramm.<\/li>\n<li>Die Pfeiler wurden mit so genannten Sprengm\u00e4ulern versehen. Dort, wo aus dem Beton das Sprengmaul herausgestemmt wurde, knickt der Pfeiler ein.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Br\u00fcckenfakten Bestandsbauwerk<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Die Talbr\u00fccke wurde 1967 erbaut. Pro Fahrtrichtung gab es einen \u00dcberbau mit je 15,6 Meter Breite.<\/li>\n<li>L\u00e4nge: 265 Meter, sechs St\u00fctzen pro Fahrtrichtung mit bis zu 45 Meter H\u00f6he.<\/li>\n<li>Die Br\u00fccke wurde mit einer Verkehrsprognose geplant, die von 25.000 Fahrzeuge in 24 Stunden im Jahr 1980 ausging. Inzwischen ist die Belastung auf 64.000 Fahrzeuge in 24 Stunden angestiegen, davon 13.000 Lkw.<\/li>\n<li>F\u00fcr die Neubauphase wurde die Br\u00fcckenh\u00e4lfte in Fahrtrichtung Dortmund verst\u00e4rkt. So konnte sie w\u00e4hrend der ersten Bauphase den gesamten Verkehr aufnehmen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Neubau<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Die Gesamtbreite der neuen Talbr\u00fccke Sterbecke betr\u00e4gt 45,135 Meter. F\u00fcr jede Richtung entsteht ein separates Teilbauwerk, das bereits f\u00fcr den sechsspurigen Ausbau der A45 in diesem Bereich vorbereitet wird.\u00a0 Die \u00dcberbauten sind durch einen nur 10 Zentimeter breiten Spalt voneinander getrennt.<\/li>\n<li>Als Ausgleich f\u00fcr die F\u00e4llung der Geh\u00f6lze im Baufeld wurden Ersatzfl\u00e4chen auf den Steilh\u00e4ngen der Lenne in Werdohl angelegt.<\/li>\n<li>F\u00fcr Flederm\u00e4use wurden zehn K\u00e4sten und weitere zehn Kobel f\u00fcr Haselm\u00e4use aufgeh\u00e4ngt.\u00a0 Weitere K\u00e4sten wurden im Umfeld der Br\u00fccke platziert.<\/li>\n<li>Die neuen Pfeiler \u2013 nur noch vier pro Fahrtrichtung &#8211; werden massiv gebaut. Sie stehen auf flach gegr\u00fcndeten Fundamenten.<\/li>\n<li>Der \u00dcberbau wird als zweizelliger Hohlkasten in Spannbeton gebaut. F\u00fcr Wartungsarbeiten sind die Hohlk\u00e4sten begehbar.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(EB). 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