{"id":24359,"date":"2026-02-10T10:26:32","date_gmt":"2026-02-10T08:26:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mk-journal.de\/?p=24359"},"modified":"2026-02-10T10:26:32","modified_gmt":"2026-02-10T08:26:32","slug":"luchs-auch-in-plettenberg-gesichtet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/2026\/02\/10\/luchs-auch-in-plettenberg-gesichtet\/","title":{"rendered":"Luchs auch in Plettenberg gesichtet"},"content":{"rendered":"<p>(pmk). Im Raum Plettenberg liegen der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde des M\u00e4rkischen Kreises mehrere belastbare Sichtungen eines (Eurasischen) Luchses vor. Die zeitliche Dichte der Nachweise zwischen November 2025 und Januar 2026 sowie deren unabh\u00e4ngige Herkunft sprechen laut Kreis-Experten f\u00fcr eine regelm\u00e4\u00dfige Raumnutzung im M\u00e4rkischen Kreis. Das LANUK (Landesamt f\u00fcr Natur, Umwelt und Klima<em>) <\/em>ist informiert. Die Hinweise werden derzeit weiter ausgewertet, wie der M\u00e4rkische Kreis mitteilt.<\/p>\n<p><strong>Seit drei Monaten in der Region<\/strong><\/p>\n<p>Die aktuellen Meldungen stammen von drei unterschiedlichen Personen und umfassen verschiedene Nachweise \u2013 darunter Sichtungen, Videoaufnahmen sowie Hinweise auf ein luchstypisch gerissenes Beutetier. Sie best\u00e4tigen, dass sich das Tier nachweislich seit rund drei Monaten in der Region aufh\u00e4lt. Bereits im November war ein Luchs im angrenzenden Raum Meinerzhagen dokumentiert worden. Ob es sich um dasselbe m\u00e4nnliche Tier (Kuder) handelt, l\u00e4sst sich noch nicht eindeutig sagen.<\/p>\n<p><strong>Fachlich sehr spannend<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDass wir innerhalb so kurzer Zeit mehrere voneinander unabh\u00e4ngige Hinweise dokumentieren konnten, ist fachlich sehr spannend\u201c, hei\u00dft es aus der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde des M\u00e4rkischen Kreises. Und weiter: \u201eW\u00e4hrend Einzelnachweise oft auf durchziehende Jungtiere hindeuten, legt diese zeitliche Dichte nahe, dass der M\u00e4rkische Kreis eine ausreichende Habitat-Qualit\u00e4t aufweist und vom Luchs aktiv genutzt wird. Die spannende Frage ist, ob sich hier wieder ein festes Revier etablieren kann.\u201c<\/p>\n<p><strong>Haarproben gesichert<\/strong><\/p>\n<p>Besonders hervorzuheben ist, dass bei einer Begehung am Ort einer aktuellen Beobachtung zus\u00e4tzlich Haarproben gesichert werden konnten. Diese werden nun durch das Landesamt f\u00fcr Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen mikroskopisch untersucht und gegebenenfalls genetisch analysiert. Ziel ist es, die Artzugeh\u00f6rigkeit zweifelsfrei zu best\u00e4tigen und \u2013 sofern m\u00f6glich \u2013 Hinweise auf Herkunft oder Individualit\u00e4t des Tieres zu gewinnen. Das LANUK ist also in den Vorgang eingebunden. Dar\u00fcber hinaus liegen der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde Hinweise auf weiteres Fotofallenmaterial vor. Auch diese Aufnahmen sollen \u2013 sofern verf\u00fcgbar \u2013 in die Gesamtbewertung einbezogen werden.<\/p>\n<p><strong>Bedeutung f\u00fcr den Artenschutz<\/strong><\/p>\n<p>Die R\u00fcckkehr des Luchses (K\u00f6rperl\u00e4nge: 80 bis 120 Zentimeter; Schulterh\u00f6he: 50 bis 70 Zentimeter; Kuder sind gr\u00f6\u00dfer als eine Luchs-Katze) gilt als gro\u00dfer Erfolg des europaweiten Artenschutzes. Der Eurasische Luchs war in Deutschland \u00fcber viele Jahrzehnte ausgerottet und konnte erst durch Wiederansiedlungsprojekte und strengen gesetzlichen Schutz zur\u00fcckkehren. Heute existieren stabile Populationen unter anderem im Harz, im Bayerischen Wald und im Pf\u00e4lzerwald, die sich auf Grund der Entfernung nicht austauschen k\u00f6nnen \u2013 und daher weiterhin gef\u00e4hrdet bleiben. In Nordrhein-Westfalen sind Nachweise dagegen bislang selten \u2013 und gelten deshalb als besonders. Vor diesem Hintergrund ist auch das geplante Wiederansiedlungsprojekt f\u00fcr den Luchs in Nordrhein-Westfalen von gro\u00dfer Bedeutung. Der M\u00e4rkische Kreis verfolgt diese Planungen mit gro\u00dfem Interesse und signalisiert grunds\u00e4tzlich seine Bereitschaft, ein solches Projekt fachlich zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p><strong>Bev\u00f6lkerung kann wertvolle Hinweise geben<\/strong><\/p>\n<p>In den Wintermonaten, insbesondere zwischen Februar und April, beginnt beim Eurasischen Luchs die sogenannte Ranzzeit, also die Paarungszeit. In dieser Phase sind die Tiere deutlich aktiver und geben teils h\u00f6rbare Rufe in gro\u00dfen Entfernungen von sich. Dadurch k\u00f6nnen aufmerksame Naturfreunde einen wichtigen Beitrag zum Monitoring leisten. Denn: Typisch sind raue, heisere Schreie, die kilometerweit durch den Wald hallen k\u00f6nnen. Treffen mehrere Tiere aufeinander, k\u00f6nnen auch sehr hohe, schrille Laut\u00e4u\u00dferungen auftreten. Zus\u00e4tzlich bieten Schnee und feuchte B\u00f6den gute Voraussetzungen daf\u00fcr, Fu\u00dfspuren zu erkennen.<\/p>\n<p><strong>Wichtig:<\/strong> Experten betonen ausdr\u00fccklich, dass vom Luchs keine Gefahr f\u00fcr Menschen ausgeht. Die Tiere leben heimlich und sind getarnt. Sie fl\u00fcchten nicht sofort, wenn sie entdeckt werden, ziehen sich aber gelassen und lautlos zur\u00fcck. In Europa sind keine dokumentierten Angriffe auf Menschen bekannt. Auch \u00dcbergriffe auf Nutztiere sind selten. In NRW gibt es demnach bislang keinen offiziell best\u00e4tigten Luchsriss an Weidetieren.<\/p>\n<p><strong>Hinweise ausdr\u00fccklich erw\u00fcnscht<\/strong><\/p>\n<p>Die Untere Naturschutzbeh\u00f6rde des M\u00e4rkischen Kreises und das LANUK bitten die Bev\u00f6lkerung, m\u00f6gliche Hinweise auf Luchse zeitnah zu melden. Jede Beobachtung \u2013 ob Foto, Video, Spuren oder akustische Wahrnehmung \u2013 kann helfen, Wanderbewegungen besser zu verstehen und Schutzma\u00dfnahmen weiterzuentwickeln.<\/p>\n<p><strong>Kontakt<\/strong><\/p>\n<p>Landesamt f\u00fcr Natur, Umwelt und Klima (LANUK), Bereich Wolfs- und Luchsmonitoring: E-Mail: <a href=\"mailto:luchs_nrw@lanuk.nrw.de\">luchs_nrw@lanuk.nrw.de<\/a> ; Telefon (werktags 9 bis 16 Uhr): 02361 305 33 22. Au\u00dferhalb der Gesch\u00e4ftszeiten: Telefon 0201 71 44 88<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(pmk). 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