{"id":24658,"date":"2026-02-25T12:08:55","date_gmt":"2026-02-25T10:08:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mk-journal.de\/?p=24658"},"modified":"2026-02-25T12:08:55","modified_gmt":"2026-02-25T10:08:55","slug":"gesundheitsbehoerde-fuer-die-zukunft-ruesten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/2026\/02\/25\/gesundheitsbehoerde-fuer-die-zukunft-ruesten\/","title":{"rendered":"Gesundheitsbeh\u00f6rde f\u00fcr die Zukunft r\u00fcsten"},"content":{"rendered":"<p>(pmk). Mehr Resilienz im Krisenfall und einen deutlichen Schub bei der Modernisierung, Digitalisierung, Qualit\u00e4ts- und Effizienzsteigerung der Gesundheitsdienste des M\u00e4rkischen Kreises waren Themen im Ausschuss Gesundheit und Soziales des M\u00e4rkischen Kreises. Fachbereichsleiterin Leslie Kamphuis zog im L\u00fcdenscheider Kreishaus eine positive Zwischenbilanz zum \u201ePakt f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Gesundheitsdienst\u201c. Die Untere Gesundheitsbeh\u00f6rde nimmt seit 2021 an dem F\u00f6rderprogramm von Bund und Land zur personellen und digitalen Aufwertung der kommunalen Gesundheitsbeh\u00f6rden teil. Das F\u00f6rderprogramm l\u00e4uft 2026 aus und war eine Konsequenz aus den Erfahrungen mit der Corona-Pandemie, die die Unteren Gesundheitsbeh\u00f6rden in ganz Deutschland an ihre Leistungsgrenzen brachte.<\/p>\n<p><strong>Qualit\u00e4tssicherung bei Pflichtaufgaben<\/strong><\/p>\n<p>Ziel des bundesweiten St\u00e4rkungspaktes \u00d6GD ist es, den \u00d6ffentlichen Gesundheitsdienst f\u00fcr die Zukunft besser aufzustellen, zukunftsf\u00e4hig zu gestalten und dauerhaft zu st\u00e4rken. Gef\u00f6rdert werden insbesondere ein deutlicher Personalaufbau f\u00fcr die Bereiche des Gesundheitswesens, Digitalisierung und Steigerung der Attraktivit\u00e4t des \u00f6ffentlichen Gesundheitsdienstes sowie Ma\u00dfnahmen zur Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie der Qualit\u00e4tssicherung. Daf\u00fcr standen dem M\u00e4rkischen Kreis \u00fcber die F\u00f6rderjahre rund 13,2 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung, davon wurden 8,61 Millionen Euro bis Ende 2025 abgerufen.<\/p>\n<p><strong>15,41 Stellen geschaffen und besetzt<\/strong><\/p>\n<p>Nach Mindestvorgaben des Landes hat die Kreisverwaltung in den Jahren 2021 und 2022 in den Bereichen Infektionsschutz und Hygiene, Digitalisierung, Apothekenaufsicht und Umweltmedizin sowie Kinder- und Jugendgesundheit 15,41 Stellen geschaffen und besetzt. Dar\u00fcber hinaus wurden bis 2025 sieben \u201efreiwillige\u201c Stellen neu im Stellenplan ausgewiesen. Nach der Bew\u00e4ltigung der Pandemie werden die zus\u00e4tzlichen personellen Ressourcen genutzt, um die breitgef\u00e4cherten Pflichtaufgaben dauerhaft zu erf\u00fcllen. 2024 entschied der Verwaltungsvorstand, keine weiteren St\u00e4rkungspaktstellen zu besetzen. Aktuell sind 14,79 der neu geschaffenen Stellen besetzt.<\/p>\n<p><strong>Digitalisierung vorangetrieben<\/strong><\/p>\n<p>Im Rahmen des Digitalpaktes hat der M\u00e4rkische Kreis seit 2022 rund 1,8 Millionen Euro F\u00f6rdermittel abgerufen. Damit wurden unter anderem eine Digitalisierungsstrategie des Gesundheitsamtes entwickelt, Digitallotsen f\u00fcr die Mitarbeitenden eingesetzt, das Online-Angebot der Gesundheitsdienste erweitert, digitale Prozesse erhoben und eingef\u00fchrt, ein IT-Sicherheitskonzept und eine digitale Lernplattform erstellt sowie die Arbeitsplatzausstattung verbessert.<\/p>\n<p><strong>Gro\u00dfe Herausforderungen<\/strong><\/p>\n<p>Auch k\u00fcnftig sieht Leslie Kamphuis die Gesundheitsbeh\u00f6rde vor gro\u00dfen Herausforderungen. \u201eWir werden genau pr\u00fcfen und priorisieren m\u00fcssen, welche Aufgaben wir in Zukunft mit welchem personellen Aufwand leisten k\u00f6nnen, wenn die Stellen des St\u00e4rkungspaktes nicht weiter finanziert werden\u201c, sagte sie. Als Beispiele neuer Pflichtaufgaben seit 2025 nannte sie unter anderem Gesundheitskioske, Gesundheitspr\u00e4vention und -berichterstattung, Hitzeschutzkonzepte und die Sicherstellung der Rufbereitschaft 24\/7. Ein verst\u00e4rkter Fokus wird k\u00fcnftig auch auf Pr\u00e4vention (Gesundheitsf\u00f6rderung und Impfberatung) und Anpassung an Klimafolgen liegen. Um die medizinische Grundversorgung auch im Krisenfall sicherzustellen, sei auch eine engere Verzahnung mit dem Bev\u00f6lkerungsschutz und dem Krisenstab voranzutreiben.<\/p>\n<p><strong>Aufgabenb\u00fcndelung<\/strong><\/p>\n<p>Ausdr\u00fccklich begr\u00fc\u00dfte der Ausschuss f\u00fcr Gesundheit und Soziales unter Vorsitz von Oliver Busch (SPD) den Vorschlag der Verwaltung, die \u00dcberpr\u00fcfung der Krankenversicherungspflicht bei Sozialhilfeempf\u00e4ngern in der Kreisverwaltung zu b\u00fcndeln. Ziel ist es, die St\u00e4dte und Gemeinden zu entlasten und langfristig Kosten zu sparen. Der M\u00e4rkische Kreis kommt aktuell f\u00fcr die medizinische beziehungsweise pflegerische Versorgung von 647 Personen auf, die Sozialhilfeleistungen beziehen und nicht gesetzlich krankenversichert sind. Hierf\u00fcr entstehen der Kreisverwaltung Aufwendungen im Rahmen der Sozialhilfe von rund 4,3 Millionen Euro j\u00e4hrlich.<\/p>\n<p><strong>Pr\u00fcfung sehr aufwendig<\/strong><\/p>\n<p>Die Pr\u00fcfung, ob die Voraussetzungen f\u00fcr eine gesetzliche Krankenversicherung erf\u00fcllt sind, ist \u00e4u\u00dferst komplex und aufwendig: Vielfach m\u00fcssen bisherige Versicherungsverl\u00e4ufe, Berufst\u00e4tigkeiten oder Behinderungsbilder nachverfolgt werden. Diese Aufgabe hatten in der Vergangenheit die St\u00e4dte und Gemeinden per Delegationssatzung \u00fcbernommen. Auf der B\u00fcrgermeisterkonferenz im November bestand allerdings Konsens, dass eine zentrale Pr\u00fcfung der Versicherungsm\u00f6glichkeit und Bearbeitung der F\u00e4lle auf Kreisebene zielf\u00fchrender sei. Die Ausschussmitglieder stimmten zu, f\u00fcr die neue Aufgabe 1,5 Stellen in den Stellenplan aufzunehmen, allerdings zun\u00e4chst befristet f\u00fcr f\u00fcnf Jahre. Zudem wurde ein j\u00e4hrlicher Zwischenbericht der Verwaltung gefordert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(pmk). 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