{"id":24760,"date":"2026-03-04T09:53:57","date_gmt":"2026-03-04T07:53:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mk-journal.de\/?p=24760"},"modified":"2026-03-04T09:53:57","modified_gmt":"2026-03-04T07:53:57","slug":"jugendhilfeausschuss-mit-fokus-auf-bedarfe-ziele-und-finanzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/2026\/03\/04\/jugendhilfeausschuss-mit-fokus-auf-bedarfe-ziele-und-finanzen\/","title":{"rendered":"Jugendhilfeausschuss mit Fokus auf Bedarfe, Ziele und Finanzen"},"content":{"rendered":"<p class=\"ps_teaser\">(pmk). Der Jugendhilfeausschuss des M\u00e4rkischen Kreises hat sich in seiner j\u00fcngsten Sitzung intensiv mit der Kinderbetreuungsbedarfsplanung f\u00fcr das Kindergartenjahr 2026\/27, den strategischen Leitzielen des Jugendamtes, der Entwicklung von Fallzahlen und Kosten sowie der Entgeltordnung der Jugendbildungsst\u00e4tte des Kreisjugendamtes befasst. Die Verwaltung erl\u00e4uterte, dass die demografischen Entwicklungen weiterhin differenziert zu betrachten sind: W\u00e4hrend in einzelnen Kommunen stabile oder leicht r\u00fcckl\u00e4ufige Geburtenzahlen zu verzeichnen sind, bleibt der Bedarf an Betreuungspl\u00e4tzen, insbesondere f\u00fcr Kinder unter drei Jahren, auf hohem Niveau.<\/p>\n<p><strong>3.528 Kita-Pl\u00e4tze<\/strong><\/p>\n<p>Im Kindergartenjahr 2025\/2026 sind im Zust\u00e4ndigkeitsbereich des Kreisjugendamtes insgesamt 3.528 Kindergartenpl\u00e4tze geplant. Mit 726 U3-Pl\u00e4tzen in Kindertageseinrichtungen und 300 U3-Pl\u00e4tzen im Bereich der Kindertagespflege wird die Versorgungsquote f\u00fcr unter 3-J\u00e4hrige im Zust\u00e4ndigkeitsgebiet des Kreisjugendamtes damit voraussichtlich bei 41,9 Prozent liegen. Neben einem bedarfsgerechten und wirtschaftlich tragf\u00e4higen Betreuungsangebot, spielen auch die Sicherung von Fachkr\u00e4ften, flexible Betreuungszeiten und inklusive Angebote eine zentrale Rolle.<\/p>\n<p><strong>Strategische Leitziele <\/strong><\/p>\n<p>Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die strategischen Leitziele des Kreisjugendamtes. Im Mittelpunkt stehen zentrale Handlungsfelder der Kinder- und Jugendhilfe. Dazu z\u00e4hlen insbesondere die Sicherung von Chancengleichheit, der bedarfsgerechte Ausbau und die qualitative Weiterentwicklung der Kinderbetreuung sowie die St\u00e4rkung von Kooperation und Partizipation. Kinder, Jugendliche und Familien sollen aktiv in Prozesse einbezogen und in ihrer Selbstwirksamkeit gest\u00e4rkt werden.<\/p>\n<p><strong>Fr\u00fchf\u00f6rderung ausbauen<\/strong><\/p>\n<p>Ein wichtiger Baustein ist auch der wirksame Schutz von Kindern und Jugendlichen. Pr\u00e4vention und fr\u00fchzeitige F\u00f6rderung sollen weiter ausgebaut werden, um Risiken rechtzeitig zu erkennen und passgenaue Unterst\u00fctzungsangebote bereitzustellen. Gleichzeitig setzt das Kreisjugendamt auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Qualit\u00e4tsmanagements, um fachliche Standards zu sichern und Angebote nachhaltig zu verbessern. Vor dem Hintergrund wachsender Anforderungen spielt auch der strategische Personal- und Ressourceneinsatz eine zentrale Rolle. Ziel ist es, vorhandene Mittel effizient und wirkungsorientiert einzusetzen, um die Leistungsf\u00e4higkeit des Kreisjugendamtes langfristig zu sichern.<\/p>\n<p><strong>51 Millionen Euro Zusschussbedarf<\/strong><\/p>\n<p>Im Rahmen des m\u00fcndlichen Berichts zur Entwicklung von Fallzahlen und Kosten machte die Verwaltung deutlich, dass der Zuschussbedarf im Jugendbereich im Haushaltsjahr 2026 bei rund 51 Millionen Euro liegt. Dieser Betrag stellt die Differenz zwischen Aufwendungen und Ertr\u00e4gen dar und verdeutlicht die finanzielle Dimension der Aufgabenwahrnehmung im Zust\u00e4ndigkeitsbereich des Kreisjugendamtes. Dabei sind die Kostensteigerungen kein lokales Ph\u00e4nomen, sondern bundesweit in der Kinder- und Jugendhilfe zu beobachten. Hauptursachen f\u00fcr den steigenden Finanzbedarf sind die Bereiche \u201eHilfen zur Erziehung und Eingliederungshilfe\u201c sowie \u201eKinderbetreuung\u201c.<\/p>\n<p><strong>Kosten erheblich gestiegen<\/strong><\/p>\n<p>Im Bereich der Hilfen zur Erziehung und der Eingliederungshilfe wird f\u00fcr 2026 ein Zuschussbedarf von rund 21 Millionen Euro erwartet. Zwar haben sich die ambulanten und station\u00e4ren Fallzahlen zuletzt stabilisiert, gleichzeitig sind die Fallverl\u00e4ufe jedoch deutlich komplexer geworden. Besonders auff\u00e4llig ist die Verdopplung der Intensivhilfen seit dem Jahr 2021. Parallel dazu sind die Kosten erheblich gestiegen: Stundens\u00e4tze und Entgeltsteigerungen in den ambulanten Hilfen zur Erziehung, der Eingliederungshilfe, im (teil-)station\u00e4ren Bereich sowie die Pfleges\u00e4tze f\u00fcr Pflegefamilien. Um dieser Entwicklung zu begegnen, setzt das Kreisjugendamt auf verschiedene Steuerungsma\u00dfnahmen. Dazu z\u00e4hlen unter anderem ein Modellprojekt zum Pooling von Schulbegleitungen, die Weiterentwicklung der Personalbemessung unter Einbindung eines externen Instituts, der Ausbau des Fach- und Finanzcontrollings sowie die St\u00e4rkung des Pflegekinderwesens. Zudem wurde eine Entgeltkommission auf Ebene des S\u00fcdwestf\u00e4lischen Raums implementiert.<\/p>\n<p><strong>Mehr Kinder mit F\u00f6rderbedarf<\/strong><\/p>\n<p>Auch im Bereich der Kinderbetreuung steigt der Zuschussbedarf deutlich an und liegt 2026 bei rund 20,5 Millionen Euro. Ursachen sind insbesondere die Erh\u00f6hung der Fortschreibungsraten f\u00fcr Kindpauschalen, indexbasierte Mietkostensteigerungen sowie die wachsende Zahl von Kindern mit besonderem F\u00f6rderbedarf oder Behinderung. Zus\u00e4tzlich wirken sich h\u00f6here Fortschreibungsraten etwa f\u00fcr plusKITAs, Familienzentren und Flexibilisierungszusch\u00fcsse aus. Gruppenumstrukturierungen und Konsolidierungsma\u00dfnahmen in Kindertageseinrichtungen sind weitere Faktoren, die den Finanzrahmen beeinflussen. Das Kreisjugendamt setzt auch hier auf eine konsequente Steuerung: durch eine kontinuierliche und bedarfsgerechte Ausbauplanung, die Zusammenlegung von Einrichtungen, die Steuerung von Stundenbuchungen sowie die St\u00e4rkung der Kindertagespflege, unter anderem durch gezielte F\u00f6rderma\u00dfnahmen wie Mietzusch\u00fcsse.<\/p>\n<p><strong>Preisanpassungen f\u00fcr die Jugendbildungsst\u00e4tte<\/strong><\/p>\n<p>Auch die Entgeltordnung f\u00fcr die Jugendbildungsst\u00e4tte des Kreisjugendamtes wird zum 1. Juli 2026 angepasst. Damit werden die Preise f\u00fcr \u00dcbernachtungen um etwa zehn Prozent und die Einzelpreise f\u00fcr Mahlzeiten, Tagesveranstaltungen und Nutzung von Zusatzleistungen um etwa 20 Prozent angehoben. Mit der Neufassung der Entgeltordnung wird eine transparente und kostendeckende Grundlage f\u00fcr die Nutzung der Einrichtung geschaffen. Gleichzeitig bleibt die Jugendbildungsst\u00e4tte ein wichtiger Ort der au\u00dferschulischen Bildung und Begegnung f\u00fcr Kinder, Jugendliche und Familien im Kreisgebiet. Auch in 2025 besuchten mehr als 1000 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler aus dem Zust\u00e4ndigkeitsgebiet des Jugendamtes mit ihren Lehrkr\u00e4ften in zweit\u00e4gigen Schulseminaren die Jugendbildungsst\u00e4tte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(pmk). 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