{"id":25151,"date":"2026-03-24T10:41:21","date_gmt":"2026-03-24T08:41:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mk-journal.de\/?p=25151"},"modified":"2026-03-24T10:41:21","modified_gmt":"2026-03-24T08:41:21","slug":"fabian-ferber-bei-wahlnachlese-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/2026\/03\/24\/fabian-ferber-bei-wahlnachlese-in-berlin\/","title":{"rendered":"Fabian Ferber bei Wahlnachlese in Berlin"},"content":{"rendered":"<p><strong>Stellungnahme des SPD-Vorsitzenden im M\u00e4rkischen Kreis<\/strong><\/p>\n<p>(EB). Am Sonntag fand die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz statt. Die SPD hat dabei Verluste einfahren m\u00fcssen und Spitzenplatz an die CDU verloren. Fabian Ferber, Vorsitzender der SPD M\u00e4rkischer Kreis, hat am Montagmittag als Mitglied des Parteivorstands in Berlin an der Wahlnachlese teilgenommen. Zur Diskussion \u00fcber die Zukunft der SPD nimmt er wie folgt Stellung:<\/p>\n<p><strong>&#8222;SPD muss alle Menschen vertreten wollen&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDie SPD ist als Arbeiterpartei gegr\u00fcndet worden. In der 160-j\u00e4hrigen Geschichte der Arbeiterbewegung wurden das Recht auf Bildung, Freiheit, Sozialstaat und ein menschliches Arbeitsrecht erk\u00e4mpft. Der Auftrag, diese Rechte fortzuentwickeln und sie gegen Angriffe zu verteidigen, endet nicht. Die SPD muss als Arbeiterpartei im 21. Jahrhundert alle Menschen vertreten wollen, die im Erwerbsleben stehen, Familie haben oder nach einem Leben in Arbeit ihre wohlverdiente Rente genie\u00dfen wollen. Sie muss f\u00fcr einen Sozialstaat k\u00e4mpfen, der Menschen hilft, ein selbstbestimmtes und freies Leben zu f\u00fchren. Er muss gleichen Zugang zu Gesundheit und Pflege genauso garantieren wie eine Absicherung f\u00fcr den Fall, dass es im Leben nicht gut l\u00e4uft. Der Sozialstaat garantiert aber kein bedingungsloses Grundeinkommen.<\/p>\n<p><strong>Arbeit ist kein Selbstzweck<\/strong><\/p>\n<p>Besch\u00e4ftigte im B\u00fcro, an der Maschine oder auch auf der Stra\u00dfe machen sich Sorgen um die Zukunft. Arbeit ist kein Selbstzweck. Arbeit soll dazu f\u00fchren, dass Erwerbst\u00e4tige sich dadurch Tr\u00e4ume erf\u00fcllen k\u00f6nnen und eben keine Tr\u00e4ume bleiben. Der Traum von einem Eigenheim, von einem sch\u00f6nen Urlaub, einer guten Rente oder auch von einem sorgenfreien Aufwachsen der Kinder muss f\u00fcr Menschen aller Einkommensarten erreichbar sein. In diesem Sinne muss die SPD eine Partei der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im 21. Jahrhundert sein.<\/p>\n<p><strong>Angriffe auf Sozialstaat und Arbeitsrecht<\/strong><\/p>\n<p>Die aktuellen Angriffe auf Sozialstaat und Arbeitsrecht zeigen, dass die Arbeit auch nach \u00fcber 160 Jahren nicht erledigt ist. Die Verteilung von Armut und Reichtum geht weiter auseinander. Libert\u00e4re Milliard\u00e4re aus Amerika greifen unsere soziale Wirtschaftsordnung an. Nicht ohne Grund hat Elon Musk, seines Zeichens auch bekennender Unterst\u00fctzer der AfD, seinen Mitarbeitern im deutschen Tesla-Werk mit Konsequenzen gedroht, falls die IG Metall die Mehrheit bei der Betriebsratswahl erlangt. Die Betreiber von Social Media und Plattformen missbrauchen ihre Macht und werden kaum kontrolliert. Die Tech-Oligarchen, das ist vielfach belegt, greifen unsere rechtsstaatliche Ordnung an \u2013 und sie wollen den Wohlstand unter sich aufteilen \u2013 auch gegen mittelst\u00e4ndische Unternehmen \u2013, manipulieren Informationen und erschweren den Zugang zu Bildung. Was ist in diesen neuen Zeiten die beste Schulbildung? Welches Arbeitsrecht sch\u00fctzt Besch\u00e4ftigte im neuen Kapitalismus? Lohnt es sich, mit Handwerk und Mittelstand \u00fcber eine engere Zusammenarbeit zu sprechen?<\/p>\n<p><strong>Energiepreise sind zu hoch<\/strong><\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen gleichzeitig die gro\u00dfen Fragen diskutieren und andererseits bereit sein, schnelle Entscheidungen zu treffen, die den Menschen helfen. Es reicht nicht aus, dass der Spritpreis nur einmal am Tag ver\u00e4ndert werden darf, wenn er egal zu welcher Uhrzeit zu hoch ist. Die Energiepreise sind f\u00fcr Privathaushalte und Unternehmen zu hoch. Hier m\u00fcssen wir nachsch\u00e4rfen. Aber insbesondere in der Diskussion mit den Unternehmen m\u00fcssen wir bei Zugest\u00e4ndnissen auch dar\u00fcber reden, ob sie bereit sind, auf die angek\u00fcndigten Wellen des Arbeitsplatzabbaus zu verzichten.<\/p>\n<p><strong>Wahlkampfrituale \u00fcberpr\u00fcfen<\/strong><\/p>\n<p>Der Ausgang der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz ist die Fortsetzung schlechter Wahlergebnisse. Der schlechte Bundestrend hat der Partei im Nachbar-Bundesland nicht geholfen. Es ist f\u00fcr viele flei\u00dfige Wahlk\u00e4mpfer frustrierend, wenn man eine Menge Zeit investiert, Gespr\u00e4che f\u00fchrt und am Ende sind die Ziele nicht erreicht. Der Parteivorstand hat zu Recht seinen Dank f\u00fcr den Einsatz und insbesondere Alexander Schweitzer als Spitzenkandidaten Respekt gezollt. Insgesamt muss die SPD aber auf die Suche gehen, ob die Art und Weise der Ansprache zu Wahlen wirklich gut ist, das gilt f\u00fcr alle Wahlkampfarten \u2013 auch wir vor Ort m\u00fcssen pr\u00fcfen, ob die \u00fcblichen Wahlkampfrituale Menschen abholen.<\/p>\n<p><strong>SPD muss wieder Deutungshoheit erringen<\/strong><\/p>\n<p>Die SPD muss auf der Stra\u00dfe, in den sozialen Medien, am Stammtisch und auf der Arbeit wieder die Deutungshoheit \u00fcber die Themen erringen. Wir leben in einer Zeit voller Spannungen. N\u00f6tig ist nun ein erkennbares Profil, Bereitschaft zu unorthodoxen Entscheidungen und Mut, wieder politischer zu werden. Wir d\u00fcrfen keine Angst vor Widerspruch und vor Angriffen in den sozialen Medien haben, wir m\u00fcssen in jede Diskussion reingehen mit Stolz und dem Selbstbewusstsein, dass wir f\u00fcr die richtigen Inhalte einstehen. Es ist an der Zeit, dass die Seiten der SPD im Internet und in den sozialen Medien nicht mehr von irgendwelchen beliebigen Jahrestagen gepr\u00e4gt wird. Wir m\u00fcssen \u00fcber unsere Politik reden. Und zwar so, dass wir Herz und Bauch der Menschen ansprechen, f\u00fcr die die SPD vor \u00fcber 160 Jahren gegr\u00fcndet wurde.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stellungnahme des SPD-Vorsitzenden im M\u00e4rkischen Kreis (EB). 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