{"id":25643,"date":"2026-04-23T09:09:27","date_gmt":"2026-04-23T07:09:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mk-journal.de\/?p=25643"},"modified":"2026-04-23T09:09:27","modified_gmt":"2026-04-23T07:09:27","slug":"tierisches-glueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/2026\/04\/23\/tierisches-glueck\/","title":{"rendered":"Tierisches Gl\u00fcck"},"content":{"rendered":"<h4>Sieben Wanderfalken-K\u00fcken im M\u00e4rkischen Kreis geschl\u00fcpft<\/h4>\n<p class=\"ps_teaser\">(pmk). Sieben Wanderfalken-K\u00fcken haben im M\u00e4rkischen Kreis das Licht der Welt erblickt. Das best\u00e4tigt die Untere Naturschutzbeh\u00f6rde des M\u00e4rkischen Kreises. Dass die ehemals bedrohten Greifv\u00f6gel in der Region heimisch sind, ist nicht selbstverst\u00e4ndlich. Die schnellsten Lebewesen der Erde, die Wanderfalken, sind im M\u00e4rkischen Kreis zuhause. Sie k\u00f6nnen im Sturzflug bis zu 390 Stundenkilometer schnell werden. Und sie f\u00fchlen sich hier wohl. Das zeigt der Wanderfalken-Nachwuchs mit sieben K\u00fcken von zwei Wanderfalkenweibchen. Zum Schutz der Tiere bleiben die Standorte geheim.<\/p>\n<p><strong>Zwischen 16. und 18. Mai geschl\u00fcpft<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\">Der gefiederte Nachwuchs ist ein riesiger Erfolg f\u00fcr den Wanderfalken-Schutz und ein Kompliment an die biologische Vielfalt unserer Region. \u201eDie Woche der Eiablage und das Schl\u00fcpfen waren an Spannung kaum zu \u00fcbertreffen. Man schaut jeden Tag mehrfach nach, hofft bei jedem Blick in die K\u00e4sten, das alles okay ist und fragt sich, wie viele Eier es wohl noch werden beziehungsweise wann die Eierschale durchbrochen wird. Diese Ungewissheit packt einen so richtig\u201c, erz\u00e4hlt die Biologin der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde. Ab Mitte April konnte es jederzeit soweit sein, dass die K\u00fcken schl\u00fcpfen. Und das war es: Im Zeitraum vom 16. bis 18. April sind alle sieben K\u00fcken geschl\u00fcpft. Weitere Standorte, an denen Wanderfalken bekannt sind, jedoch keine Kameras vorhanden sind, werden in den n\u00e4chsten Wochen mit Fernglas und Spektiv, einem Beobachtungsfernrohr, auf Nachwuchs \u00fcberpr\u00fcft.<\/p>\n<p class=\"p1\"><strong>Kameras f\u00fcr den Nistkasten<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\">Dass die Biologin der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde des M\u00e4rkischen Kreises die Schritte von der Eiablage bis zum Fl\u00fcggewerden der Wanderfalken-K\u00fcken \u00fcberhaupt live verfolgen kann, liegt an neuen Kameras f\u00fcr einen der Nistk\u00e4sten der Greifv\u00f6gel. Bereits im Februar wurden eine Innen- und eine Au\u00dfenkamera installiert. Die Tiere werden dadurch nicht gest\u00f6rt. Vielmehr werden ein st\u00f6rungsfreies Monitoring, eine l\u00fcckenlose Verhaltensforschung und eine Erfassung sowie Dokumentation von Brutbiologie, Gelegegr\u00f6\u00dfe (Anzahl der Eier in einem Nest) und Schlupfrate erm\u00f6glicht. \u201eDurch die hochaufl\u00f6sende Au\u00dfenoptik wird zudem eine ber\u00fchrungslose Ringauslesung erm\u00f6glicht. Auch m\u00f6gliche Nest-Kriminalit\u00e4t kann so gesehen und pr\u00e4ventiv vorgebeugt werden\u201c, berichtet die Biologin der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde.<\/p>\n<p class=\"p1\"><strong>Geschichte der Wanderfalken im MK<\/strong><\/p>\n<p class=\"p2\">R\u00fcckblickend konnten die Wanderfalken nicht immer im M\u00e4rkischen Kreis heimisch werden. Wichtige Meilensteine ihrer Geschichte in der Region gehen mehr als ein halbes Jahrhundert zur\u00fcck. Wo es vor 1970 noch wenige Paare der Felsbr\u00fcter im Sauerland gab, galt die Art ab 1970 in ganz Nordrhein-Westfalen als ausgestorben. \u201eDas lag vorwiegend an Umweltgiften und der illegalen Verfolgung der Tiere\u201c, fasst die Untere Naturschutzbeh\u00f6rde zusammen. \u00dcber mehrere Jahrzehnte gab es keine Nachweise einer R\u00fcckansiedlung. Bis zum Wendepunkt im Jahr 2000: Nachdem die erste Nisthilfe installiert wurde, fanden im Jahr 2001 Sichtungen und im Jahr 2002 die erste nachgewiesene Brut im Kreisgebiet statt. Bis heute haben sich f\u00fcnf bis sechs bekannte Brutpaare im M\u00e4rkischen Kreis niedergelassen. Dass die Wanderfalken im M\u00e4rkischen Sauerland wieder ans\u00e4ssig sind, ist nicht zuletzt der gro\u00dfe Verdienst der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz (AGW) NRW, mit denen die Untere Naturschutzbeh\u00f6rde eine gute, enge Zusammenarbeit pflegt.<\/p>\n<p><strong>Suche nach eigenen Revieren<\/strong><\/p>\n<p class=\"p2\">Mit Blick auf die nahe Zukunft erwartet die Untere Naturschutzbeh\u00f6rde an ihrem Nistkasten mit Kameras, dass die Wanderfalken-K\u00fcken ihre Augen \u00f6ffnen und Gefieder bilden. In Wechselschicht von Wanderfalkenvater und -mutter werden sie gew\u00e4rmt, gesch\u00fctzt und versorgt. Ab dem 20. Tag erfolgen die ersten Eigenbewegungen. Bereit f\u00fcr erste Flugversuche sind sie ab etwa dem 32. bis 42. Tag. Unter Schutz ihrer Eltern erreichen sie nach etwa weiteren zwei Wochen ausreichend Flugsicherheit und k\u00f6nnen Gefahren besser erkennen. Danach verlassen sie den Kasten und suchen eigene Reviere beziehungsweise Partner. Bis dahin ist f\u00fcr die Wanderfalken-K\u00fcken aber noch viel Zeit.<\/p>\n<p class=\"p2\"><strong>Im Einsatz f\u00fcr die Wanderfalken<\/strong><\/p>\n<p class=\"p2\">Wer sich f\u00fcr die schnellen J\u00e4ger der L\u00fcfte engagieren m\u00f6chte, kann in Vereinen wie der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz (AGW) NRW oder dem NABU mitarbeiten, an Vereine oder Greifvogelstationen spenden sowie illegale Handlungen melden. \u201eWer beispielsweise gro\u00dfe Glasfl\u00e4chen hat, kann Vogelschlag durch das Aufkleben von Mustern auf Glasfl\u00e4chen verhindern. Es sind wichtige Schritte, damit die Wanderfalken weiterhin bei uns zuhause bleiben\u201c, r\u00e4t die Biologin der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde des M\u00e4rkischen Kreises.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sieben Wanderfalken-K\u00fcken im M\u00e4rkischen Kreis geschl\u00fcpft (pmk). 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