{"id":25727,"date":"2026-04-27T19:32:14","date_gmt":"2026-04-27T17:32:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mk-journal.de\/?p=25727"},"modified":"2026-04-27T19:32:14","modified_gmt":"2026-04-27T17:32:14","slug":"behindert-scheu-dental-wahl-eines-betriebsrats","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/2026\/04\/27\/behindert-scheu-dental-wahl-eines-betriebsrats\/","title":{"rendered":"Behindert SCHEU-DENTAL Wahl eines Betriebsrats?"},"content":{"rendered":"<h4><strong>IG Metall informiert vor dem Iserlohner Firmensitz <\/strong><\/h4>\n<p><strong>Von Hendrik Klein<\/strong><\/p>\n<p>Der soziale Frieden zwischen gro\u00dfen Teilen der Belegschaft sowie der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung des Iserlohner Unternehmens SCHEU-DENTAL GmbH scheint gest\u00f6rt. Der Grund daf\u00fcr sei die beabsichtigte Gr\u00fcndung eines Betriebsrates, so der 1. Bevollm\u00e4chtigte der IG Metall M\u00e4rkischer Kreis, Fabian Ferber. Seit Wochen bereiten die Metall-Gewerkschaft und das Erschlie\u00dfungsteam der IG Metall Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit Freiwilligen aus dem Betrieb die erstmalige Wahl eines Betriebsrats bei dem Zahntechnik-Hersteller am Standort Iserlohn vor. F\u00fcr Donnerstag hat die Gewerkschaft die Durchf\u00fchrung der Wahl eines Wahlvorstands um 10 Uhr angesetzt.<\/p>\n<p><strong>Aktiver Kollege freigestellt<\/strong><\/p>\n<p>Ferber war mit einigen Metallern zum Firmensitz an den Burgberg im Iserlohner Ortsteil Oestrich gekommen. Mit dabei auch SCHEU-DENTAL-Mitarbeiter Olaf Loock, der von der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung freigestellt wurde, weil er mit federf\u00fchrend f\u00fcr die beabsichtigte Bildung der Arbeitnehmervertretung ist. \u201eDer aktive Kollege wurde heute von der Arbeit freigestellt. In drei Tagen findet die Wahl des Wahlvorstands statt. Dieses Mittels zu diesem Zeitpunkt kann den Prozess zur Wahl massiv beeinflussen. Aus unserer Sicht reichen die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Freistellung nicht aus. Der Kollege arbeitet seit \u00fcber 25 Jahren treu f\u00fcr seinen Arbeitgeber. \u201eSein Interesse ist, dass f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten die betrieblichen Mitbestimmungsregeln gelten, die f\u00fcr bessere Arbeitsbedingungen sorgen. Das macht er, weil er seinen Arbeitgeber unterst\u00fctzen will\u201c, so Fabian Ferber.<\/p>\n<p><strong>Der zweite Versuch<\/strong><\/p>\n<p>\u201eBereits im vergangenen Jahr hatten die Besch\u00e4ftigten versucht, einen Betriebsrat zu gr\u00fcnden. Die Mitarbeitenden sind von der Unternehmensleitung schon damals massiv unter Druck gesetzt worden\u201c, wei\u00df Fabian Ferber. Der IG Metall-Bevollm\u00e4chtigte sieht darin eine massive Behinderung der m\u00f6glichen Betriebsratswahl und f\u00fcgt unmissverst\u00e4ndlich hinzu: \u201eWer so etwas macht, begeht eine Straftat. Die Methode Elon Musk lassen wir hier nicht zu.\u201c Der Multi-Milliard\u00e4r hatte die Betriebsratswahl im Tesla-Werk erfolglos behindert.<\/p>\n<p><strong>Pressegespr\u00e4ch vor Unternehmenssitz<\/strong><\/p>\n<p>Um auf die Vorg\u00e4nge bei SCHEU-DENTAL aufmerksam zu machen, hatte Ferber mit einigen Mitstreitern \u2013 allen voran Olaf Loock &#8211; kurzfristig zu einem Pressegespr\u00e4ch vor den Unternehmenssitz Am Burgberg eingeladen. Die anwesenden Medienvertreter erfuhren vor Ort weitere Details. \u201eVor einigen Wochen ist eine hohe zweistellige Zahl an Besch\u00e4ftigten der Firma auf den Zahntechnik-Hersteller SCHEU-DENTAL in Iserlohn zugegangen, um die Gr\u00fcndung eines Betriebsrats in dem bislang betriebsratslosen Unternehmen zu erm\u00f6glichen. Die IG Metall macht von ihrem Recht Gebrauch, f\u00fcr Donnerstag zu einer Versammlung zum Zweck der Wahl eines Wahlvorstands im Betrieb einzuladen. Die Versammlung wird zusammen mit den betrieblichen Initiatoren durchgef\u00fchrt.\u201c<\/p>\n<p><strong>Beglaubigung durch Notar<\/strong><\/p>\n<p>Die Initiatoren h\u00e4tten sich von einem Notar beglaubigen lassen, dass sie den Prozess zur BR-Wahl angesto\u00dfen haben. Ferber: \u201eDamit genie\u00dfen sie gem\u00e4\u00df \u00a7 15 Abs. 3b K\u00fcndigungsschutzgesetz besonderen K\u00fcndigungsschutz.\u201c Einer der Hauptinitiatoren habe unter Hinzuziehung fragw\u00fcrdiger Behauptungen vom Arbeitgeber die Mitteilung erhalten, dass er bis auf Weiteres von seiner T\u00e4tigkeit freigestellt werde. Er habe am Montag dem Arbeitgeber gegen\u00fcber vorweisen k\u00f6nnen, dass eine notarielle Beglaubigung im genannten Kontext bestehe. Dennoch halte der Arbeitgeber an dessen Freistellung fest.<\/p>\n<p><strong>Wahl des Wahlvorstandes Donnerstag<\/strong><\/p>\n<p>Da in dieser Woche sowohl eine fragw\u00fcrdige Informationsveranstaltung des Arbeitgebers zur Betriebsratswahl am Dienstag stattfinde wie auch die Wahl des Wahlvorstands am Donnerstag, sei der Kontext dieses Handelns eindeutig. \u201eHier soll jemand, der eine Betriebsratswahl vorantreibt, massiv beeintr\u00e4chtigt werden. Der Arbeitgeber stellt indes auch im Betrieb die Integrit\u00e4t des Kollegen in Frage\u201c, erkl\u00e4rt der IG Metall-Bevollm\u00e4chtigte. Die Gewerkschaft ruft dazu auf, dass alle Ma\u00dfnahmen, die auch nur den Anschein einer Beeinflussung erwecken k\u00f6nnen, unterbleiben. Ferber: \u201eDas Gesetz sieht vor, dass am Donnerstag nicht \u00fcber die Wahl des Betriebsrats entschieden wird. Es wird ein Wahlvorstand gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p><strong>Seit 2000 im Unternehmen<\/strong><\/p>\n<p>Olaf Loock ist seit 2000 bei der SCHEU-DENTAL GmbH besch\u00e4ftigt. Er habe sich nie etwas zu Schulden kommen lassen, so der 56-j\u00e4hrige Iserlohner. Loock erinnert sich \u2013 wie die meisten Besch\u00e4ftigten \u2013 gerne an die Zeiten, als das Unternehmen noch familiengef\u00fchrt gewesen ist. 2020 sei es dann an die Investoren-Gruppe verkauft worden. Grund sei gewesen, dass der Juniorchef und potentielle Unternehmensnachfolger \u00fcberraschend verstorben sei. Erst vor wenigen Wochen feierte die Firma ihr 100-j\u00e4hriges Jubil\u00e4um. Bis zur \u00dcbernahme der Armira Industrieholding im Jahre 2019 sei die Firma ein \u201egesundes, mittelst\u00e4ndisches Unternehmen\u201c gewesen, so der Mitarbeiter. Doch seit L\u00e4ngerem habe man nun den Wunsch gehegt, eine Arbeitnehmervertretung zu gr\u00fcnden. \u201eWir hoffen darauf, dass wir gemeinsam mit dem Arbeitgeber ein Beispiel schaffen, dass betriebliche Mitbestimmung sozialen Frieden bringt\u201c, erkl\u00e4rt der Gewerkschafts-Sekret\u00e4r.<\/p>\n<p><strong>Solidarit\u00e4t von Risse + Wilke<\/strong><\/p>\n<p>Ein Beleg daf\u00fcr, dass die Stimmungslage bei den SCHEU-DENTAL-Besch\u00e4ftigten seither deutlich gelitten habe, belege der Umstand, dass rund 30 von ihnen der Einladung der IG Metall zu einem Vorgespr\u00e4ch in die Iserlohner Gesch\u00e4ftsstelle gekommen sei. \u201eSo viele haben wir ganz selten\u201c, erkl\u00e4rt Fabian Ferber vor Ort. Unterst\u00fctzung bekommen die Betriebsrats-Aktivisten von ihren Kolleginnen und Kollegen der Letmather Risse + Wilke GmbH und Co. KG. Einige von ihnen solidarisierten sich und kamen zum Pressetermin, um den Initiatoren der Betriebsratswahl Mut zu machen.<\/p>\n<p><strong>Olaf Loock kandidiert<\/strong><\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten Schritte sind zun\u00e4chst die Wahl einen Wahlvorstandes. Dessen Mitglieder genie\u00dfen laut Betriebsverfassungsgesetz vom Zeitpunkt ihrer Wahl ein Sonderk\u00fcndigungsschutz. Der wirkt sogar noch sechs Monate nach der BR-Wahl nach. Betriebsratsmitglieder sind ohnehin nur sehr schwer k\u00fcndbar. F\u00fcr Olaf Loock steht jedenfalls fest: \u201eIch kandidiere.\u201c Die IG Metall wird genau darauf achten, dass der 56-J\u00e4hrige f\u00fcr seinen \u201eWahlkampf\u201c auch Zutritt zum Unternehmen bekommt. Vorausgesetzt, die vom Unternehmen genannte Mitarbeiterzahl von 300, 200 davon am Standort Iserlohn, ist korrekt, k\u00f6nnte ein neunk\u00f6pfiger Betriebsrat gew\u00e4hlt werden.<\/p>\n<p><strong>Keine Stellungnahme des Unternehmens <\/strong><\/p>\n<p>Diese Redaktion hatte im Zuge der journalistischen Sorgfaltspflicht auch die Unternehmensf\u00fchrung von SCHEUER-DENTAL um eine Stellungnahme gebeten. Der von Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Alireza Assadi zugesagte R\u00fcckruf blieb allerdings aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>IG Metall informiert vor dem Iserlohner Firmensitz Von Hendrik Klein  [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":25728,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"two_page_speed":[],"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-25727","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-witschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25727","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25727"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25727\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":25729,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25727\/revisions\/25729"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25728"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25727"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25727"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25727"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}