{"id":26733,"date":"2026-06-27T09:49:40","date_gmt":"2026-06-27T07:49:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mk-journal.de\/?p=26733"},"modified":"2026-06-27T17:25:20","modified_gmt":"2026-06-27T15:25:20","slug":"zustimmung-fuer-konzepte-des-jugendamtes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/2026\/06\/27\/zustimmung-fuer-konzepte-des-jugendamtes\/","title":{"rendered":"Zustimmung f\u00fcr Konzepte des Jugendamtes"},"content":{"rendered":"<p>(pmk). Bei tropischen Au\u00dfentemperaturen tagte der Jugendhilfeausschuss des M\u00e4rkischen Kreises im L\u00fcdenscheider Kreishaus. Auf der Tagesordnung standen unter anderem die Best\u00e4tigung eines Dringlichkeitsbeschlusses, die strategische Ausrichtung des Jugendamtes und Verabschiedung des Kinder- und Jugendf\u00f6rderplans 2026 sowie der Ausbau der systemischen Schulbegleitung an Grundschulen.<\/p>\n<p><strong>Leitziele beschlossen<\/strong><\/p>\n<p>Der Jugendhilfeausschuss bekr\u00e4ftigte einstimmig die strategischen Leitziele des Kreisjugendamts, die bereits 2022 in einem gemeinsamen Workshop erarbeitet worden waren. Ebenfalls einstimmig verabschiedete er die Rahmenkonzeption der Jugendhilfeplanung im Jugendamt. Ziel der Jugendhilfeplanung ist es, Bedarfe von Kindern, Jugendlichen und Familien fr\u00fchzeitig zu erkennen sowie Angebote bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Zum Planungsprozess geh\u00f6ren eine Bestandsaufnahme (Struktur der Jugendhilfe, aktuelle Angebote, Zielgruppen, Sozialraumanalyse), eine Bedarfsermittlung unter Beteiligung der Zielgruppen und darauf aufbauend die Ma\u00dfnahmenentwicklung und Qualit\u00e4tssicherung.<\/p>\n<p><strong>Lob vom Vorsitzenden<\/strong><\/p>\n<p>Valeria Klette vom Fachdienst Planung und Steuerung machte deutlich, dass Jugendhilfeplanung eine Gemeinschaftsaufgabe sei und in Abstimmung mit der freien Jugendhilfe, Tr\u00e4gern, Wohlfahrtsverb\u00e4nden und dem Jugendhilfeausschuss erfolge. Ausschussvorsitzender Stefan Herbel lobte das fortschrittliche Konzept, das vom Jugendhilfeausschuss einstimmig angenommen wurde. Das Kreisjugendamt sei eines der ersten, die ein schriftliches Rahmenkonzept erarbeitet haben und damit mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit in die Planungsprozesse erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p><strong>Beteiligung der Jugend verst\u00e4rken<\/strong><\/p>\n<p>Die wichtigsten Eckpfeiler des Kinder- und Jugendf\u00f6rderplans 2026 \u2013 2030 stellten Valeria Klette und Christian Mogk vom Fachdienst Jugendf\u00f6rderung, Kinderbetreuung und Teilhabe vor. Besonders die Themen Chancengleichheit, politische Bildung, Medienkompetenz, pr\u00e4ventiver Kinderschutz sowie die Weiterentwicklung von Freizeit- und Beteiligungsangeboten werden die Kinder- und Jugendhilfe des Kreisjugendamtes auch in den kommenden Jahren pr\u00e4gen. Dabei soll die aktive Beteiligung junger Menschen noch mehr in den Fokus r\u00fccken. Kinder und Jugendliche sollen nicht nur Adressaten von Angeboten sein, sondern ihre Lebenswelten aktiv mitgestalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Pooling-Projekt wird ausgebaut<\/strong><\/p>\n<p>Nach den guten Erfahrungen mit einem erfolgreichen Pilotprojekt an zwei F\u00f6rderschulen des M\u00e4rkischen Kreises soll das Pooling-Projekt zum Einsatz von Integrationskr\u00e4ften an Grundschulen im Zust\u00e4ndigkeitsbereich des Kreisjugendamtes weiter ausgebaut werden. Sarah Weiland von der Eingliederungshilfe und Helena Schr\u00f6der vom Fachdienst Planung und Steuerung berichteten, dass die Zahl der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler w\u00e4chst, die ohne Begleitung einer Integrationskraft nicht am geregelten Unterricht teilnehmen k\u00f6nnen. Damit steigen auch die Kosten im Bereich der individuellen Schulbegleitungen sowie im Bereich der Eingliederungshilfe seit Jahren stetig.<\/p>\n<p><strong>Betreuungskraft in jeder Klasse<\/strong><\/p>\n<p>Pr\u00e4ventiv will das Kreisjugendamt in den Grundschulen sukzessive in jeder Klasse je eine Betreuungskraft implementieren, die langfristig an einer Schule angestellt ist. Fachlich werden die Betreuungskr\u00e4fte an jeder Schule von einer qualifizierten Koordinationskraft begleitet. Die Betreuungskraft unterst\u00fctzen die Lehrkraft, indem sie flexibel und situationsbezogen f\u00fcr jedes Kind, das Unterst\u00fctzung braucht, eingesetzt werden kann. Sie stehen damit nicht ausschlie\u00dflich Kindern mit bereits festgestelltem Hilfebedarf oder bewilligter Einzelfallhilfe zur Verf\u00fcgung. Profitieren k\u00f6nnen auch Kinder, bei denen Unterst\u00fctzungsbedarfe bislang nicht festgestellt wurden oder beispielsweise wegen Migration und Sprachbarrieren, keinen unmittelbaren Zugang zu individuellen Hilfen haben. Damit tr\u00e4gt das Modell zur St\u00e4rkung von Chancengleichheit im schulischen Alltag bei.<\/p>\n<p><strong>Rechtsanspruch auf Eingliederungshilfe<\/strong><\/p>\n<p>Der individuelle Rechtsanspruch auf Eingliederungshilfe ist unangetastet. Bei erh\u00f6htem Unterst\u00fctzungsbedarf bleibt eine individuelle Hilfe also weiterhin m\u00f6glich. Mit Einf\u00fchrung des Pooling verspricht sich das Jugendamt eine Vielzahl an positiven Effekten. Neben der Reduktion von erwachsenen Helfern je Klasse kann auch eine Stigmatisierung von einzelnen Kindern verhindert werden. Vielen Kindern, die Unterst\u00fctzung im Schulalltag ben\u00f6tigen, sei eine Ein-zu-eins Betreuung zu viel, erz\u00e4hlt Helena Schr\u00f6der. Eltern bef\u00fcrchten oft die Stigmatisierung ihrer Kinder. Zu viele Erwachsene in der Klasse k\u00f6nnen auch den Schulalltag st\u00f6ren. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler hatten bei einer Umfrage ge\u00e4u\u00dfert, dass Einzelfallhilfen nicht immer bedarfsgerecht und flexibel eingesetzt werden k\u00f6nnen \u2013 zum Beispiel bei Aktivit\u00e4ten au\u00dferhalb des regul\u00e4ren Unterrichts, wie Veranstaltungen oder Ausfl\u00fcgen. F\u00fcr die Kreisverwaltung sind Eins-zu-Eins-Betreuungen mit hohen Kosten und einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden. Dar\u00fcber hinaus f\u00fchren die befristeten Einzelfallbewilligungen schnell zu befristeten Arbeitsverh\u00e4ltnissen.<\/p>\n<p><strong>AWo \u00fcbernimmt KiTa in Meinerzhagen<\/strong><\/p>\n<p>Der Dringlichkeitsbeschluss zum Tr\u00e4gerwechsel der Kindertagesst\u00e4tte \u201eF\u00fcchse\u201c in Meinerzhagen wurde von den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses einstimmig best\u00e4tigt. Der bisherige Tr\u00e4ger, Kita Concept, gibt die Tr\u00e4gerschaft im gegenseitigen Einvernehmen Ende Juli ab. Die Entscheidung \u00fcber die Vergabe der Tr\u00e4gerschaft trifft der Jugendhilfeausschuss allein. Das Landesjugendamt hat den Prozess zur \u00dcbernahme der Tr\u00e4gerschaft begleitet. Die Arbeiterwohlwohlfahrt Unterbezirk Hagen-M\u00e4rkischer Kreis \u00fcbernimmt ab dem 1. August die Verantwortung.<\/p>\n<p><strong>F\u00f6rdermittel f\u00fcr acht Kias<\/strong><\/p>\n<p>Acht Kindertageseinrichtungen im Zust\u00e4ndigkeitsbereich des Kreisjugendamtes erhalten im Kindergartenjahr 2026\/2027 F\u00f6rdermittel in H\u00f6he von rund 75.252 Euro zur Flexibilisierung ihrer Betreuungszeiten: die Ev. Kita \u201eFibs\u201c in Nachrodt, die Ev. Kita \u201eWiblingwerde\u201c in Nachrodt-Wiblingwerde, die Kommunalen Kitas \u201eWirbelwind\u201c und \u201eSausebraus\u201c in Neuenrade, die AWO-Kitas \u201eMittendrin\u201c in Schalksm\u00fchle und \u201eWundert\u00fcte\u201c in Halver sowie der Elterninitiative \u201eViktoriastra\u00dfe\u201c in Schalksm\u00fchle. Von den F\u00f6rdermitteln tr\u00e4gt 75 Prozent das Land Nordrhein-Westfalen und 25 Prozent der M\u00e4rkische Kreis.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund:<\/strong><\/p>\n<p>Das Jugendamt des M\u00e4rkischen Kreises ist zust\u00e4ndig f\u00fcr die St\u00e4dte und Gemeinden Balve, Halver, Herscheid, Kierspe, Meinerzhagen, Nachrodt-Wiblingwerde, Neuenrade und Schalksm\u00fchle.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(pmk). 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