{"id":26979,"date":"2026-07-09T12:39:56","date_gmt":"2026-07-09T10:39:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mk-journal.de\/?p=26979"},"modified":"2026-07-09T12:39:56","modified_gmt":"2026-07-09T10:39:56","slug":"missimo-im-maerkischen-kreis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/2026\/07\/09\/missimo-im-maerkischen-kreis\/","title":{"rendered":"\u201eMissimo\u201c im M\u00e4rkischen Kreis"},"content":{"rendered":"<h4>Kr\u00e4fte b\u00fcndeln gegen Sozialleistungsmissbrauch<\/h4>\n<p>(pmk). Die soziale Sicherheit in Deutschland ist wichtig. Genau deswegen ist es dringend geboten, dass Leistungen dort ankommen, wo sie tats\u00e4chlich ben\u00f6tigt werden. Um organisiertem Sozialleistungsmissbrauch wirksam entgegenzutreten, f\u00fchrt der M\u00e4rkische Kreis das Kooperationsmodell \u201eMissimo\u201c ein. Als erste Kommune beteiligt sich die Stadt Altena an dem Projekt.<\/p>\n<p><strong>Missbrauch fr\u00fchzeitig aufdecken<\/strong><\/p>\n<p>\u201eMissimo\u201c steht f\u00fcr Sozialleistungsmissbrauch im Zusammenhang mit Problemimmobilien und vernetzt unterschiedliche Beh\u00f6rden und Institutionen eng miteinander, um Verdachtsf\u00e4lle zu pr\u00fcfen und Missbrauch fr\u00fchzeitig aufzudecken. Das Modellprojekt wurde vom Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen entwickelt und hat sich bereits in mehreren Kommunen bew\u00e4hrt. Statt isolierter Einzelpr\u00fcfungen werden Informationen verschiedener Beh\u00f6rden innerhalb der geltenden rechtlichen Vorgaben zusammengef\u00fchrt. Beteiligt sind unter anderem Polizei, Jobcenter, Einwohnermeldeamt, Gesundheitsamt, Jugendamt sowie Schulen. Auf dieser Grundlage k\u00f6nnen Auff\u00e4lligkeiten \u00fcberpr\u00fcft werden, zum Beispiel dann, wenn Personen Leistungen beziehen, tats\u00e4chlich aber nicht mehr unter ihrer gemeldeten Anschrift wohnen oder sich Hinweise auf organisierte Strukturen ergeben.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Schrottimmobilien&#8220; im Fokus<\/strong><\/p>\n<p>Im Fokus stehen dabei oft sogenannte \u201eSchrottimmobilien\u201c, in denen Menschen unter prek\u00e4ren Bedingungen leben und teilweise gezielt zur missbr\u00e4uchlichen Beantragung staatlicher Leistungen ausgenutzt werden. Gleichzeitig k\u00f6nnen im Rahmen gemeinsamer Kontrollen weitere Missst\u00e4nde sichtbar werden, etwa Verst\u00f6\u00dfe gegen die Schulpflicht, melderechtliche Auff\u00e4lligkeiten oder unzumutbare Wohnverh\u00e4ltnisse.<\/p>\n<p><strong>Altena erster Projektstandort<\/strong><\/p>\n<p>Landrat Ralf Schwarzkopf betont: \u201eWer Sozialleistungen bewusst oder organisiert missbraucht, schadet den Menschen, die auf diese Unterst\u00fctzung angewiesen sind, und untergr\u00e4bt das Vertrauen in staatliches Handeln. Wir setzen nicht auf spektakul\u00e4re Einzelaktionen, sondern auf eine intelligente und dauerhafte Zusammenarbeit der Beh\u00f6rden. Wir wollen au\u00dferdem verhindern, dass kriminelle Clans aus dem Ruhrgebiet, aufgrund des dort zunehmenden Verfolgungsdrucks, in unsere Region kommen.\u201c Die Vorbereitungen f\u00fcr den Projektstart laufen bereits. Der M\u00e4rkische Kreis koordiniert die Zusammenarbeit der beteiligten Beh\u00f6rden. Altena wurde als erster Projektstandort ausgew\u00e4hlt.<\/p>\n<p><strong>Beh\u00f6rden tauschen sich aus<\/strong><\/p>\n<p>\u201eMissimo ist ein gutes Beispiel daf\u00fcr, wie moderne Verwaltung funktioniert: Beh\u00f6rden tauschen ihr Wissen aus, handeln abgestimmt und k\u00f6nnen dadurch schneller reagieren. F\u00fcr Altena ist es wichtig, fr\u00fchzeitig auf Entwicklungen zu reagieren, statt erst dann zu handeln, wenn Probleme bereits verfestigt sind. Dass unsere Stadt als erster Standort im M\u00e4rkischen Kreis startet, zeigt unsere Bereitschaft, Verantwortung zu \u00fcbernehmen und kluge Wege der Zusammenarbeit mitzugehen\u201c, teilt Guido Thal als B\u00fcrgermeister der Stadt Altena mit.<\/p>\n<p><strong>Verdachtslagen fr\u00fch erkennen<\/strong><\/p>\n<p>Aus Sicht der Polizei liegt der Mehrwert des Projekts allen voran in der systematischen Vernetzung der beteiligten Stellen. \u201eOrganisierter Sozialleistungsmissbrauch ist selten ein isoliertes Delikt\u201c, berichtet Kriminaldirektor Stefan Winkler als Leiter der Direktion Kriminalit\u00e4t im M\u00e4rkischen Kreis. \u201eOft sto\u00dfen wir auf Strukturen, in denen Menschen ausgebeutet werden und verschiedene Rechtsverst\u00f6\u00dfe miteinander verkn\u00fcpft sind. Genau deshalb ist der Informationsaustausch zwischen Kreis, Kommunen, Polizei und weiteren Beh\u00f6rden so wichtig. Missimo erm\u00f6glicht es, Verdachtslagen fr\u00fchzeitig zu erkennen und konsequent zu handeln.\u201c<\/p>\n<p><strong>Ein wichtiger Schritt<\/strong><\/p>\n<p>Auch das Jobcenter M\u00e4rkischer Kreis sieht in dem Projekt einen wichtigen Schritt. \u201eUnser Auftrag ist es, Menschen zu unterst\u00fctzen, die Anspruch auf Leistungen haben\u201c, sagt Anna Markmann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Jobcenters M\u00e4rkischer Kreis. \u201eEbenso geh\u00f6rt es zu unserer Verantwortung, Missbrauch zu verhindern. Missimo schafft daf\u00fcr eine hervorragende Grundlage, weil relevante Informationen rechtskonform zusammengef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. So lassen sich berechtigte Anspr\u00fcche sichern und unberechtigte Leistungsbez\u00fcge gezielter aufkl\u00e4ren.\u201c<\/p>\n<p><strong>Langfristiges Kooperationsmodell<\/strong><\/p>\n<p>Die ersten gemeinsamen Pr\u00fcfungen in Altena werden in der zweiten Jahresh\u00e4lfte beginnen. Missimo ist ausdr\u00fccklich als langfristiges Kooperationsmodell vorgesehen. Perspektivisch soll das Programm dann auf die anderen St\u00e4dte und Gemeinden des Kreises \u00fcbertragen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kr\u00e4fte b\u00fcndeln gegen Sozialleistungsmissbrauch (pmk). 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