{"id":27434,"date":"2026-08-10T11:27:10","date_gmt":"2026-08-10T09:27:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mk-journal.de\/?p=27434"},"modified":"2026-08-10T11:33:11","modified_gmt":"2026-08-10T09:33:11","slug":"extreme-trockenheit-22-millimeter-niederschlag-im-juli-an-der-ruhr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/2026\/08\/10\/extreme-trockenheit-22-millimeter-niederschlag-im-juli-an-der-ruhr\/","title":{"rendered":"Extreme Trockenheit: 22 Millimeter Niederschlag im Juli an der Ruhr"},"content":{"rendered":"<h4>Ohne Talsperren w\u00e4re der Fluss an 18 von 31 Tagen streckenweise trockengefallen<\/h4>\n<p>(EB). Nur 22 Millimeter Niederschlag, 77 Prozent weniger als \u00fcblich, gab es nach den vorl\u00e4ufigen Auswertungen des Ruhrverbands im Juli im Einzugsgebiet der Ruhr. Damit steht schon vor der endg\u00fcltigen Datenvalidierung fest: Es war einer der zwei trockensten, vermutlich sogar der trockenste Juli seit Beginn der Aufzeichnungen vor 100 Jahren. Ein zus\u00e4tzlicher Blick auf die Vormonate zeigt, wie herausfordernd die wasserwirtschaftliche Situation in diesem Jahr insgesamt ist: Seit November 2025, dem Beginn des aktuellen Abflussjahres, waren mit Ausnahme des (durchschnittlichen) Monats Februar und des (sehr nassen) Monats Mai alle Monate trockener als im Durchschnitt \u2013 der November, der Dezember und der M\u00e4rz um mehr als die H\u00e4lfte, der Juli (siehe oben) voraussichtlich um mehr als drei Viertel.<\/p>\n<p><strong>30 Prozent weniger Niederschlag<\/strong><\/p>\n<p>Insgesamt hat es in den ersten neun Monaten des Jahres rund 30 Prozent weniger Niederschlag gegeben als \u00fcblicherweise in diesem Zeitraum. Um einen ann\u00e4hernd durchschnittlichen Jahresniederschlag zu erreichen, m\u00fcssten die verbleibenden Monaten bis Ende Oktober sehr nass ausfallen \u2013 was sich nach derzeitigen Prognosen f\u00fcr die kommenden Wochen allerdings nicht abzeichnet. F\u00fcr das Talsperrensystem des Ruhrverbands bedeutet die gegenw\u00e4rtige Situation vor allem eines: Schwerarbeit. An allen 31 Tagen im Juli bestand Zuschusspflicht, um die gesetzliche Mindestwasserf\u00fchrung am Pegel Villigst bei Schwerte aufrechtzuerhalten. An 18 Tagen w\u00e4re die Ruhr an diesem Pegel sogar vollst\u00e4ndig trockengefallen, weil die Entnahmemengen h\u00f6her waren, als es der Durchfluss ohne das Zuschusswasser aus den Talsperren gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p><strong>Hohe Bedeutung der Talsperren<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDiese Zahlen verdeutlichen eindrucksvoll, dass die Bedeutung der Talsperren f\u00fcr die sichere Trinkwasserversorgung unserer Region gar nicht hoch genug eingesch\u00e4tzt werden kann\u201c, unterstreicht Prof. Christoph Donner, Vorstandsvorsitzender des Ruhrverbands. \u201eAufgrund des Klimawandels werden Trockenphasen, wie wir sie im Moment erleben, ebenso wie Starkregen, St\u00fcrme und Hochwasser zu einem Teil unserer neuen Lebensrealit\u00e4t. Im Zusammenwirken mit renaturierten Gew\u00e4ssern, entsiegelten Fl\u00e4chen, Schwammst\u00e4dten und -w\u00e4ldern sind unsere Talsperren wichtige Multifunktionsspeicher \u2013 heute schon und in Zukunft noch mehr. Das Wasser dort zu halten, wo es gebraucht wird, und die nat\u00fcrlichen und k\u00fcnstlichen Speicherkapazit\u00e4ten gezielt weiterzuentwickeln, wird daher unsere Aufgabe in der Wasserwirtschaft sein.\u201c<\/p>\n<p><strong>F\u00fcllstand der Talsperren bei 80 Prozent<\/strong><\/p>\n<p>Der Ruhrverband ist verantwortlicher Tr\u00e4ger der umfassenden Wasserwirtschaft im gesamten Flussgebiet der Ruhr mit einem System von Talsperren zur Bewirtschaftung der Wassermengen und einem fl\u00e4chendeckenden Netzwerk von Abwasserbehandlungsanlagen zur Reinhaltung der Gew\u00e4sser f\u00fcr 60 Kommunen. Mit Blick auf die kommenden Monate kann Christoph Donner Beruhigendes verk\u00fcnden: \u201eDer F\u00fcllstand unseres Talsperrensystems liegt aktuell bei rund 80 Prozent vom Vollstau, das entspricht einer Gesamtmenge von etwa 380 Millionen Kubikmetern. Damit k\u00f6nnen wir die Wasserversorgung sicherstellen, auch wenn es in den n\u00e4chsten Wochen und Monaten weiterhin trocken bleiben sollte.\u201c<\/p>\n<p><strong>Wasser ist keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit<\/strong><\/p>\n<p>Allerdings, so der Vorstandsvorsitzende weiter, habe der Ruhrverband allein im Juli seine Talsperren um 31 Millionen Kubikmeter Wasser abstauen m\u00fcssen, um die Mindestwasserf\u00fchrung der Ruhr aufrechtzuerhalten. \u201eWasser ist keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit\u201c, lautet daher Christoph Donners eindringlicher Appell. \u201eEs ist ein kostbares Gut, mit dem wir achtsam umgehen m\u00fcssen. Deshalb unterst\u00fctzen wir als Ruhrverband das von der Bezirksregierung Arnsberg ausgesprochene Verbot der Wasserentnahme aus Ruhr und Lenne. Damit kann jeder und jede einzelne von uns dazu beitragen, unsere Wasserreserven zu schonen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Hintergrund: <\/strong><\/p>\n<p>Abflussjahre (auch hydrologische Jahre oder Wasserwirtschaftsjahre genannt) weichen von den Kalenderjahren ab, damit in der Jahresbilanz auch Niederschl\u00e4ge in Form von Schnee und Eis, die bereits im Fr\u00fchwinter fallen, erfasst werden k\u00f6nnen. Sie werden n\u00e4mlich erst im folgenden Kalenderjahr als Schmelzwasser abflusswirksam. In Deutschland legt eine DIN-Norm das Abflussjahr jeweils vom 1. November bis zum 31. Oktober fest, weil die Wasserreserven Ende Oktober erfahrungsgem\u00e4\u00df am geringsten sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ohne Talsperren w\u00e4re der Fluss an 18 von 31 Tagen  [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":27436,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"two_page_speed":[],"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-27434","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-dies-und-das"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27434","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=27434"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27434\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27435,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27434\/revisions\/27435"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/27436"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=27434"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=27434"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=27434"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}