{"id":27578,"date":"2026-08-19T11:40:59","date_gmt":"2026-08-19T09:40:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mk-journal.de\/?p=27578"},"modified":"2026-08-19T11:40:59","modified_gmt":"2026-08-19T09:40:59","slug":"meter-fuer-meter-durch-den-untergrund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/2026\/08\/19\/meter-fuer-meter-durch-den-untergrund\/","title":{"rendered":"Meter f\u00fcr Meter durch den Untergrund"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Stollenvortrieb f\u00fcr die Sanierung des Oestricher Bachs schreitet voran<\/strong><\/h4>\n<p><strong>Von Hendrik Klein<\/strong><\/p>\n<p>Iserlohns Stadtbaurat Thorsten Grote und seine f\u00fcr den Tiefbau zust\u00e4ndige Mitarbeiterin Anne Feuerborn informierten sich jetzt vor Ort \u00fcber den Stand der Bauarbeiten im Zuge des Stollenvortriebs f\u00fcr die Sanierung des Oestricher Bachs im Bereich der Bundesstra\u00dfe 7 in Iserlohn-Letmathe. Die Bauleiter der ausf\u00fchrenden Firma Echterhoff GmbH &amp; Co. KG aus Westerkappel, Bj\u00f6rn Franke, Steffen Grunwald und Klaus Bruns, hatten gute Nachrichten: \u201eDie Arbeiten am Stollenvortrieb kommen nach der anspruchsvollen Anfangsphase gut voran.\u201c<\/p>\n<p><strong>Verrohrung stark einsturzgef\u00e4hrdet<\/strong><\/p>\n<p>Der Neubau war erforderlich geworden, nachdem im Herbst 2025 bei einer statischen Untersuchung der Gew\u00e4sserverrohrung des Oestricher Baches ein Teil-Einsturz festgestellt worden war. \u201eDas Bruchsteinmauerwerk stammt aus dem 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts, besteht aus Beton, weitestgehend aus Klinkern und ist stark einsturzgef\u00e4hrdet\u201c, so Anne Feuerborn. Deshalb war dringend Handlungsbedarf gegeben. \u201eAls Sofortma\u00dfnahme wurde im Oktober 2025 ein Rohr mit 30 Zentimetern Durchmesser eingezogen.\u201c Im Mai begannen die Arbeiten am Stollenvortrieb. \u201eWir waren nicht traurig \u00fcber die lange D\u00fcrreperiode mit sinkenden Pegelst\u00e4nden in den Fl\u00fcssen\u201c, hie\u00df es vor Ort.<\/p>\n<p><strong>Aufwendige Handarbeit<\/strong><\/p>\n<p>Wer an der Baustelle an der Lenne vorbeikommt, ahnt kaum, was sich wenige Meter unter der Oberfl\u00e4che abspielt. Seit dem 11. Mai wird dort in aufwendiger Handarbeit und mit viel technischem Know-how der neue Stollen im klassischen Vortriebsverfahren erstellt. Mittlerweile ist der Stollen bereits zehn Meter lang und w\u00e4chst St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck weiter in den Baugrund hinein. 29 Meter sollen es am Ende sein. Die Baugrube wurde unmittelbar am Flussufer angelegt und bildet den Zugang zum Stollen. Trotz der beengten Platzverh\u00e4ltnisse wurde eine kompakte und funktionale Baustelleneinrichtung geschaffen, die den Vortrieb erm\u00f6glicht und gleichzeitig die Eingriffe in die Umgebung geringh\u00e4lt.<\/p>\n<p><strong>Bergm\u00e4nnische Bauweise<\/strong><\/p>\n<p>Wer den Stollen betritt, f\u00fchlt sich eher an ein Bergwerk als an eine gew\u00f6hnliche Tiefbaubaustelle erinnert. Tats\u00e4chlich erfolgt der Vortrieb in klassischer bergm\u00e4nnischer Bauweise, einem traditionellen Verfahren, das heute nur noch vergleichsweise selten zum Einsatz kommt, aber gerade unter den gegebenen Rahmenbedingungen seine besonderen St\u00e4rken ausspielt. Anne Feuerborn: \u201eDie Stollensicherung besteht dabei aus einem System aus Schwellen, statisch bemessenen Stahlb\u00f6gen und Holzverzug, die an die \u00f6rtlichen Baugrund- und Lastverh\u00e4ltnisse angepasst sind. Die einzeln H\u00f6lzer werden dabei in pr\u00e4ziser Handarbeit St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck zwischen Baugrund und Stahlb\u00f6gen eingebracht und sichern den Baugrund so unmittelbar nach dem Vortrieb. Dadurch entsteht die typische Stollenschale, die den Boden unmittelbar sichert.\u201c Ein elektrisch betriebener Kleinbagger unterst\u00fctzt den Ausbau des Altbetons und kann direkt im Stollen eingesetzt werden.<\/p>\n<p><strong>Arbeiten abschnittsweise<\/strong><\/p>\n<p>Der beim Vortrieb anfallende Boden und Betonbruch wird \u00fcber Loren aus dem Stollen transportiert und mit dem Kran aus der Baugrube gehoben \u2013 \u00fcber denselben Weg, auf dem sp\u00e4ter auch die neuen Bauteile eingebracht werden. Parallel zum Vortrieb wird das bestehende Beton-Kastenprofil zur\u00fcckgebaut. Die Herausforderung besteht darin, dass der R\u00fcckbau innerhalb des neuen Stollenquerschnitts stattfindet. Dabei wird \u00e4u\u00dferst behutsam gearbeitet, um den umgebenden Boden nicht zu beeintr\u00e4chtigen. Die Arbeiten erfolgen abschnittsweise, damit die Standsicherheit jederzeit gew\u00e4hrleistet bleibt. Der R\u00fcckbau des bestehenden Kastenprofils schafft Platz f\u00fcr das neue Bauwerk.<\/p>\n<p><strong>Kreisprofil statt Kastenprofil<\/strong><\/p>\n<p>Anstelle des bisherigen Kastenprofils wird ein neues Kreisprofil eingebaut. Am Ende ersetzt ein Rohr aus glasfaserverst\u00e4rktem Kunststoff das bestehende Kastenprofil. S\u00e4mtliche Ma\u00dfnahmen wurden im Vorfeld mit der Unteren Wasserbeh\u00f6rde des M\u00e4rkischen Kreises abgestimmt. Der Stollenvortrieb z\u00e4hlt nicht zu den allt\u00e4glichen Baustellenverfahren. Gerade deshalb bietet das Projekt einen spannenden Einblick in ein Handwerk, das traditionelle Bauweisen mit moderner Technik verbindet. Wo oberirdisch nur eine \u00fcberschaubare Baustelle zu sehen ist, entsteht im Untergrund mit viel Erfahrung, Pr\u00e4zision und Fingerspitzengef\u00fchl Meter f\u00fcr Meter ein neues Bauwerk. Die Fertigstellung ist f\u00fcr Ende des Jahres vorgesehen. Die Kosten beziffert Anne Feuerborn auf \u201enetto rund eine Million Euro.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stollenvortrieb f\u00fcr die Sanierung des Oestricher Bachs schreitet voran Von  [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":27579,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"two_page_speed":[],"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[],"class_list":["post-27578","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-staedte-und-gemeinden"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27578","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=27578"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27578\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27580,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27578\/revisions\/27580"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/27579"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=27578"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=27578"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=27578"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}