{"id":27584,"date":"2026-08-20T12:41:37","date_gmt":"2026-08-20T10:41:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mk-journal.de\/?p=27584"},"modified":"2026-08-20T12:41:37","modified_gmt":"2026-08-20T10:41:37","slug":"iserlohner-pilsener-kehrt-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/2026\/08\/20\/iserlohner-pilsener-kehrt-zurueck\/","title":{"rendered":"\u201eIserlohner Pilsener\u201c kehrt zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p><strong>Premiere auf dem Letmather Br\u00fcckenfest<\/strong><\/p>\n<p><strong>Von Hendrik Klein<\/strong><\/p>\n<p>\u201eIserlohner Pilsener\u201c ist wieder da. Das \u201eGenie\u00dferherbe aus dem Gr\u00fcner Tal\u201c erlebt seine Wiedergeburt. Die ersten 1.200 Liter sind gebraut, das erste Tasting im kleinen Kreis war erfolgreich. \u201eWir sind stolz wie Oskar, dass wir es bis hier geschafft haben\u201c, sagt Daniel Engel. Der 41-j\u00e4hrige Marketing-Fachmann hat mit einigen Gleichgesinnten die Traditionsmarke \u201eIserlohner Pilsener\u201c wieder zum Leben erweckt. Daniel Engel weiter: \u201eSeit die Brauerei 2014 ihre Pforten schloss, ist uns dieser unverwechselbare Geschmack ein St\u00fcck weit verloren gegangen. Mit einer ordentlichen Portion Herzblut und dem festen Willen, haben wir in den letzten Monaten alles darangesetzt, das Unm\u00f6gliche m\u00f6glich zu machen.\u201c Und jetzt ist es soweit.<\/p>\n<p><strong>Patent 2025 gesichert<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr seine Idee konnte der 41-J\u00e4hrige den Lebensmittelh\u00e4ndler und Letmather Werbegemeinschaftsvorsitzenden Paul Nowak sowie die Musiker Andy Schade und Michael Grimm begeistern. Engel hatte sich bereits im September 2025 das Patent gesichert. \u201eDas war ausgelaufen. Ich hatte es schon seit M\u00e4rz 2020 auf dem Schirm und den Termin vorgemerkt.\u201c Um Mitternacht hatte er sich das dann auslaufende Patent per Mausklick gesichert. Jetzt seien \u201edie echte und leckere &#8211; alte Rezeptur\u201c sowie die Markenrechte f\u00fcr \u201eIserlohner Pilsener\u201c wieder da, wo sie hingeh\u00f6ren \u2013 \u201ebei uns in unserer Waldstadt.\u201c<\/p>\n<p><strong>Gebraut wird wieder im Gr\u00fcner Tal<\/strong><\/p>\n<p>Rezept und Rechte sind das eine \u2013 gebraut werden musste ja auch noch. Daf\u00fcr konnte er Devin Gerdes und Daniel J\u00fcrck von der Waldstadt-Braumanufaktur gewinnen. Die hatten zuvor die insolvente Waldstadtbrauerei \u00fcbernommen. \u201eJetzt brauen wir wieder im Gr\u00fcner Tal, nur etwa 300 Meter Luftlinie von der ehemaligen Brauerei entfernt\u201c, freut sich der 41-J\u00e4hrige. Ende Juni hatte der Braumeister den ersten Sud angesetzt. Der erste Test in kleiner Runde war bereits erfolgreich. Jetzt folgt ein zweiter Testlauf in gr\u00f6\u00dferem, aber immer noch privatem Rahmen, bei dem bewusst auch alte Kenner, Mitarbeiter und Brauer kosten sollen. \u201eWir wollen ehrliche Kritik, damit wir mit einem m\u00f6glichst guten und originalgetreuen Produkt an den Markt gehen k\u00f6nnen\u201c, sagt Devin Gerdes.<\/p>\n<p><strong>Aufbau von unten<\/strong><\/p>\n<p>Daniel Engel ist klar: \u201eWir k\u00f6nnen mit den Gro\u00dfen nicht mithalten, wir wollen es von unten her wieder aufbauen.\u201c Stolz ist er darauf, dass sie die \u201eMarke Iserlohner Pilsener aus China wieder nach Hause geholt haben. Wir sind Sauerl\u00e4nder, nicht S\u00fc\u00df-Sauerl\u00e4nder\u201c. Damit spielt der Marketing-Fachmann auf die verschiedenen Wirrungen nach der Insolvenz der Iserlohner Brauerei an. Seit 1901 war dort Bier gebraut worden.<\/p>\n<p><strong>Geb\u00e4ude verkauft<\/strong><\/p>\n<p>Das ehemalige Gel\u00e4nde und die Immobilien der Iserlohner Brauerei im Gr\u00fcner Tal wurden im Juli 2023 an einen neuen Eigent\u00fcmer verkauft. Die urspr\u00fcngliche Privatbrauerei Iserlohn war bereits im Jahr 2014 nach einer Insolvenz abgewickelt und verkauft worden.\u00a0In der Bl\u00fctezeit der \u201eIserlohner\u201c wurden an der Gr\u00fcner Talstra\u00dfe mal mehrere Hunderttausend Liter Bier gebraut. Sp\u00e4ter wurden dort nur noch andere Biersorten im Auftrag abgef\u00fcllt. Die verschiedenen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer \u2013 angefangen von Alfons-Sebastian Meier \u00fcber vor allem Gernot Bttrich sowie Peter Michaelis, G\u00fcnter Enning und Michael Jochheim \u2013 hatten das Unternehmen zur Traditionsmarke aufgebaut.<\/p>\n<p><strong>Die Historie (Quelle Wikipedia)<\/strong><\/p>\n<p>Der Niedergang begann 2001. Ab 2002 wurde die Brauerei von Peter Michaelis geleitet. Die Ums\u00e4tze waren zu dieser Zeit stark r\u00fcckl\u00e4ufig. Die Eigent\u00fcmer wechselten. 2003 beabsichtigte Brau &amp; Brunnen unter dem Vorstand Michael Hollmann das Iserlohner Werk zu schlie\u00dfen. Zuletzt wurden von den 85 Besch\u00e4ftigten bei einer Kapazit\u00e4t von ca. 400.000 hl noch rund 163.000 hl der Marke Iserlohner abgef\u00fcllt. Besorgte B\u00fcrger betrieben die Internetseite Rettet-Iserlohner.de oder befestigten Aufkleber an ihren Autos mit dem Schriftzug rettet Iserlohner.de. Bei den Heimspielen der Iserlohn Roosters entrollten die Fans Transparente mit diesem Schriftzug. Der damalige Landrat Aloys Steppuhn f\u00fchrte einen Demonstrationszug zur Firmenzentrale von Brau &amp; Brunen nach Dortmund an.<\/p>\n<p><strong>Umbenennung \u201ePrivatbrauerei\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Peter Michaelis sowie der Iserlohner Unternehmer Gerd Heutelbeck als Hauptgesellschafter und dessen Finanzchef Christian Ilske \u00fcbernahmen die Firma und benannten sie in Privatbrauerei Iserlohn GmbH um. 30 der bis dato 80 Arbeitspl\u00e4tze entfielen zun\u00e4chst, bevor die Belegschaft 2004 wieder auf 76 Mitarbeiter anwuchs. Die Gesch\u00e4fte wurden von Michaelis und Ilske gef\u00fchrt. J\u00e4hrlich verlie\u00dfen fast 450.000\u00a0hl die Brauerei. Ab 1. September 2008 wurde Christian Rolinck Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Privatbrauerei Iserlohn. Er leitete zuvor die Privatbrauerei A. Rolinck im m\u00fcnsterl\u00e4ndischen und l\u00f6ste Michaelis sowie Ilske ab. Im Jahr 2009 lag der Aussto\u00df bei rund 540.000 hl, davon 130.000 hl der Marke Iserlohner.<\/p>\n<p><strong>Verkauf an Michael Hollmann<\/strong><\/p>\n<p>Am 29. Juli 2010 wurde bekannt gegeben, dass das Unternehmen r\u00fcckwirkend zum 1. Januar 2010 an den ehemaligen Vorstandschef des Getr\u00e4nkekonzerns Brau &amp; Brunnen, Michael Hollmann, verkauft wurde. Im Sommer 2012 kamen Ger\u00fcchte \u00fcber Qualit\u00e4tsprobleme auf, die sp\u00e4ter von der Brauerei best\u00e4tigt und auf \u201eRohstoff-Schwankungen\u201c zur\u00fcckgef\u00fchrt wurden. Am Standort Iserlohn wurden zuletzt (2012) 80.000 hl Iserlohner Flaschenbier, 20.000 hl Fassbier sowie 400.000 hl als Bier- Handelsmarke f\u00fcr Supermarktketten gebraut.<\/p>\n<p><strong>Insolvenzverfahren<\/strong><\/p>\n<p>Am 14. November 2013 beantragte das Unternehmen die Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverantwortung. Nach der vorl\u00e4ufigen Eigenverwaltung hat das zust\u00e4ndige Amtsgericht das Insolvenzverfahren am 1. Februar 2014 er\u00f6ffnet und den bisherigen vorl\u00e4ufigen Sachwalter zum Insolvenzverwalter bestellt. Am 31. M\u00e4rz 2014 wurde die Produktion eingestellt, nachdem ein Verkauf der Brauerei nicht zum Abschluss gef\u00fchrt werden konnte. Im November 2014 wurde bekannt, dass der chinesische Investor und Hauptgeldgeber Zhang Wu Xing die Brauerei in China zum Verkauf angeboten hat.<\/p>\n<p><strong>Premiere auf dem Br\u00fcckenfest<\/strong><\/p>\n<p>Jetzt also die Wiedergeburt in bescheidenem Rahmen. \u201eIserlohner Pilsener ist f\u00fcr Iserlohn weit mehr als ein Getr\u00e4nk. Das ist ein sehr emotionales Thema\u201c, sagt Daniel Engel. Iserlohner Pilsener ist neben den Iserlohn Roosters f\u00fcr ihn der Werbetr\u00e4ger f\u00fcr die Waldstadt. Vertrieben werden soll der neue-alte Gestensaft zun\u00e4chst mal \u00fcber den Lebensmittelhandel \u2013 \u201eund zwar in Six-Packs. Kisten kommen sp\u00e4ter\u201c, verr\u00e4t der 41-J\u00e4hrige. Wer sich aber schon einmal einen Geschmacks-Test g\u00f6nnen will, der ist beim Letmather Br\u00fcckenfest vom 4. bis 7. September an der richtigen Adresse. Dann wird \u201eIserlohner Pilsener\u201c an einem Bierstand ausgeschenkt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Premiere auf dem Letmather Br\u00fcckenfest Von Hendrik Klein \u201eIserlohner Pilsener\u201c  [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":27585,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"two_page_speed":[],"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[],"class_list":["post-27584","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gute-nachricht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27584","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=27584"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27584\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27586,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27584\/revisions\/27586"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/27585"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=27584"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=27584"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=27584"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}