{"id":27897,"date":"2026-09-06T10:36:53","date_gmt":"2026-09-06T08:36:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mk-journal.de\/?p=27897"},"modified":"2026-09-06T10:38:13","modified_gmt":"2026-09-06T08:38:13","slug":"27897","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/2026\/09\/06\/27897\/","title":{"rendered":"Sean Micke bek\u00e4mpfte Waldbr\u00e4nde in Serbien"},"content":{"rendered":"<p>(PSL). Hinter Sean Micke liegen arbeits- und ereignisreiche Tage: Der Oberbrandmeister aus L\u00fcdenscheid war elf Tage im Einsatz, um ehrenamtlich bei der Bek\u00e4mpfung gro\u00dffl\u00e4chiger Waldbr\u00e4nde in Serbien zu helfen. Ein echter Knochenjob in schwierigem Gel\u00e4nde bei Temperaturen von weit \u00fcber 30 Grad \u2013 und eine Erfahrung, f\u00fcr die der 36-J\u00e4hrige aus mehreren Gr\u00fcnden dankbar ist.<\/p>\n<p><strong>56 Feuerwehrleute alarmiert<\/strong><\/p>\n<p>Am Freitag, 21. August, ging die Hilfemeldung aus Serbien ein: Die Waldbr\u00e4nde im \u201eDeliblato Sands\u201c-Naturreservat, auch als \u201eBanater Sandw\u00fcste\u201c und \u201eEurop\u00e4ische Sahara\u201c bezeichnet, weiten sich zunehmend aus und drohen, au\u00dfer Kontrolle zu geraten. Sean Micke war einer von 56 Feuerwehrleuten, die umgehend verst\u00e4ndigt wurden. Sechs Stunden Zeit, um zu Hause und beim Arbeitgeber Bescheid zu geben. Sechs Stunden Zeit, um zu packen, ins Rheinland zu fahren und dort mit den Kameraden Einsatzmaterial und Logistik zusammenzustellen. Und dann begann auch schon die rund 1.500 Kilometer lange Reise mit 20 Einsatzfahrzeugen in den Nordosten Serbiens.<\/p>\n<p><strong>Teamleiter &#8222;@fire&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Sean Micke ist hauptamtlicher Feuerwehrmann in L\u00fcdenscheid. Sein au\u00dfergew\u00f6hnlicher Einsatz in Serbien war aber ehrenamtlicher Art, denn das Hilfsgesuch ging an den europ\u00e4ischen Katastrophenschutz. Genauer gesagt: an deren Spezialisten f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung von Waldbr\u00e4nden, das EU-Waldbrandmodul. Und dazu geh\u00f6rt auch Sean Micke als Fachberater der internationalen Hilfsorganisation \u201e@fire\u201c, f\u00fcr die er in Nordrhein-Westfalen als Teamleiter fungiert. \u201eWir sind eine auf Waldbr\u00e4nde spezialisierte und hochqualifizierte Einheit\u201c, erkl\u00e4rt der 36-J\u00e4hrige.<\/p>\n<p><strong>8.000 Quadratmeter in Flammen<\/strong><\/p>\n<p>Rund 8.000 Quadratmeter Wald standen inzwischen in Serbien in Flammen, als Micke und seine Kameraden eintrafen. Und die Br\u00e4nde brachten die Fachleute immer wieder an ihre Grenzen, verlangten ihnen alles ab. Was Micke zum einen dem \u201eherausfordernden Einsatzgebiet\u201c zuschreibt: \u201eDas ist eine riesige Sandw\u00fcste mit D\u00fcnen, die mit B\u00e4umen bepflanzt wurde, um den Sandflug zu verhindern. Dementsprechend schwierig war es auf diesem Untergrund, mit den Fahrzeugen voranzukommen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Feuer &#8222;sehr dynamisch&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Zum anderen habe sich das Feuer als \u201esehr dynamisch\u201c erwiesen. Zusammen mit den serbischen Kameraden und Helfern h\u00e4tten die hinzugerufenen Einsatzkr\u00e4fte mit Bulldozern teilweise 50 Meter breite Brandschneisen geschlagen. \u201eDie Flammen haben diese Schneisen aber teilweise \u00fcbersprungen, was ung\u00fcnstige Winde und die sehr trockene Umgebung beg\u00fcnstigt haben\u201c, blickt Sean Micke zur\u00fcck. Das EU-Waldbrandmodul h\u00e4tten verschiedene Techniken und Taktiken zur Bek\u00e4mpfung der Feuer angewandt und auch die L\u00f6scharbeiten aus der Luft koordiniert. Und immer wieder gezielt nach Glutnestern gesucht, um sicherstellen zu k\u00f6nnen, dass einzelne Feuer auch definitiv gel\u00f6scht sind.<\/p>\n<p><strong>35 Grad Celsius<\/strong><\/p>\n<p>Nicht nur wegen des unwegsamen Gel\u00e4ndes, sondern auch wegen der Temperaturen von \u00fcber 35 Grad Celsius eine extreme Belastung, die durch die Hitze des Feuers noch zus\u00e4tzlich verst\u00e4rkt wurden. Dazu kam die Arbeit im 24-Stunden-Schichtbetrieb, die f\u00fcr jedes Teammitglied des EU-Waldbrandmoduls \u00fcber mehrere Tage immer zw\u00f6lf Stunden Dienst am St\u00fcck bedeutete. Danach war Ausruhen in einem Zeltlager angesagt, das die deutschen Einsatzkr\u00e4fte auf einem Basketballfeld aufgeschlagen hatten. Hier befand sich auch das Einsatzzentrum der Katastrophensch\u00fctzer, das \u201eBase of Operation\u201c, ebenfalls im Zelt. Stromgeneratoren, Wasserleitungen, technische Ausstattung und vieles mehr hatten sie selbst mitgebracht und eilig ans Laufen gebracht.<\/p>\n<p><strong>Ganze D\u00f6rfer gesch\u00fctzt<\/strong><\/p>\n<p>Die harte Arbeit zahlte sich am Ende aus. Zwar waren die Waldbr\u00e4nde noch nicht vollst\u00e4ndig gel\u00f6scht, als Sean Micke und seine Kameraden wieder abreisten. Aber die Lage war wieder unter Kontrolle und die Br\u00e4nde einged\u00e4mmt. Au\u00dferdem war es gelungen, D\u00f6rfer und landwirtschaftliche Betriebe nahe des Naturschutzgebietes vor den Flammen zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p><strong>Wertvolle Erfahrung<\/strong><\/p>\n<p>Am 1. September war Sean Micke zur\u00fcck in L\u00fcdenscheid. Vollkommen ersch\u00f6pft, aber gl\u00fccklich und dankbar. \u201eDas war eine ungemein wichtige und wertvolle Erfahrung f\u00fcr mich, und ich bin sehr froh, dass ich dabei helfen konnte, Wohnh\u00e4user und Bauernh\u00f6fe zu sch\u00fctzen\u201c, sagt der Brandbek\u00e4mpfer. Was ihm in Serbien ebenfalls viel bedeutet und alle Einsatzkr\u00e4fte durch die schwere Zeit getragen habe, sei die Gemeinschaft gewesen: \u201eWir haben zu jeder Zeit deutlich gesp\u00fcrt, dass die Feuerwehr \u00fcberall eine gro\u00dfe Familie ist und zusammenh\u00e4lt.\u201c<\/p>\n<p><strong>Viel Unterst\u00fctzung erfahren<\/strong><\/p>\n<p>Verst\u00e4ndnis spielt auch eine gro\u00dfe Rolle. Denn seine Frau, die bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv ist, habe verst\u00e4ndnisvoll reagiert und ihn sogar ermutigt, als er ihr mitteilte, dass er sich gern umgehend auf den Weg nach Serbien machen w\u00fcrde, erz\u00e4hlt Sean Micke. Und auch sein Dienstherr, die Feuerwehr L\u00fcdenscheid, habe ihm umgehend gr\u00fcnes Licht f\u00fcr den Spezialeinsatz gegeben. \u201eDanke an meine Vorgesetzen f\u00fcr die Freistellung und an alle Kolleginnen und Kollegen, die die durch mein Fehlen zus\u00e4tzliche Arbeitsbelastung aufgefangen haben\u201c, sagt der Oberbrandmeister. Auch beim n\u00e4chsten Hilferuf w\u00fcrde er keine Sekunde z\u00f6gern, wenn seine Expertise und sein Einsatz als Brandbek\u00e4mpfer im Ausland gefragt w\u00fcrden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(PSL). 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