{"id":27923,"date":"2026-09-07T13:11:36","date_gmt":"2026-09-07T11:11:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mk-journal.de\/?p=27923"},"modified":"2026-09-07T13:11:36","modified_gmt":"2026-09-07T11:11:36","slug":"henrik-protzels-umweg-zum-traumberuf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/2026\/09\/07\/henrik-protzels-umweg-zum-traumberuf\/","title":{"rendered":"Henrik Protzels Umweg zum Traumberuf"},"content":{"rendered":"<h4>Alle Pr\u00fcfungen mit \u201eSehr gut\u201c bestanden<\/h4>\n<p>(EB). \u201eDass jemand komplett mit Eins abschneidet, ist eine gro\u00dfe Ausnahme\u201c, betont Iserlohns B\u00fcrgermeister Michael Joithe zu Beginn, als er Henrik Protzel freudestrahlend in seinem B\u00fcro begl\u00fcckw\u00fcnscht. Der 22-J\u00e4hrige hat das geschafft, wonach sich viele zum Ausbildungsstart sehnen: Henrik Protzel hat seine Ausbildung bei der Stadt Iserlohn als Erzieher im Offenen Ganztag an der Grundschule &#8222;Auf der Emst&#8220; im Ortsteil Dr\u00f6schede nicht nur bestanden, er hat alle Pr\u00fcfungen mit der Bestnote \u201eSehr gut\u201c abgelegt und erh\u00e4lt daf\u00fcr neben dem pers\u00f6nlichen Dank des B\u00fcrgermeisters einen Tag Dienstbefreiung als Belohnung.<\/p>\n<p><strong>Zuerst Studium als Fitness\u00f6konom<\/strong><\/p>\n<p>Dabei war sein Weg bis zur Ausbildung bei der Stadt Iserlohn alles andere als geradlinig: \u201eNach dem Abitur habe ich ein duales Studium als Fitness\u00f6konom begonnen, doch nach einem Semester merkte ich, dass sich diese Zukunft nicht richtig anf\u00fchlt\u201c, erinnert sich der heutige Super-Azubi. An seinem 17. Geburtstag steckte er bereits mitten in den Abiturpr\u00fcfungen und f\u00fchlte sich \u2013 wie er selbst sagt \u2013 in die Arbeitswelt hineingeschmissen. \u201eFr\u00fcher gab es klare Wege, heute teilt sich das alles noch mal in so viele M\u00f6glichkeiten auf. Wenn man aus der Schule kommt, sp\u00fcrt man einen Druck, direkt arbeiten zu m\u00fcssen. Dabei wei\u00df man zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht unbedingt, wohin die Reise f\u00fchrt.\u201c<\/p>\n<p><strong>Weitere Umwege<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem abgebrochenen Studium begann Henrik eine Ausbildung im Labor, die sich im Arbeitsalltag jedoch als Handwerksberuf herausstellte. \u201eIch mache zwar viel Sport, aber daf\u00fcr hatte ich zwei linke H\u00e4nde\u201c, schmunzelt der Iserlohner. Nach einem weiteren Jahr, w\u00e4hrenddessen er in einem Bestattungsunternehmen arbeitete, traf er dann die richtungsweisende Entscheidung, f\u00fcr die er sogar seinen Wohnort ins Zentrum der Waldstadt verlegte. \u201eIch hatte in diesem Jahr Zeit, mir bewusst zu werden, was ich wirklich will. Einen Bezug zu Iserlohn hatte ich schon immer \u2013 alle meine Freunde leben hier. Fr\u00fcher habe ich Eishockey in Iserlohn gespielt und bin gro\u00dfer Fan der Roosters. Als Hobby spiele ich heute noch Inline-Skaterhockey bei den Mendener Mambas oder im Winter Eishockey in Bergkamen. Auch im Beruf brauche ich einfach Spa\u00df an dem, was ich tue.\u201c<\/p>\n<p><strong>Freude an Arbeit mit Kindern<\/strong><\/p>\n<p>Diese Erf\u00fcllung hat der ehemalige L\u00fcdenscheider heute in der Arbeit mit Kindern gefunden, f\u00fcr die er durch seine Teilnahme an verschiedenen Angeboten des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) und sein sp\u00e4teres Ehrenamt als Betreuer bereits Praxiserfahrungen sammeln konnte. \u201eGerade im Grundschulalter befinden sich ja auch die Kinder in einem \u00dcbergang \u2013 vom Kindergarten in die Schule. Von \u201aich spiele\u2018 zu \u201aich muss aktiv lernen\u2018. Jeder ist anders, manche kann dieses System einengen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Positive Lebenseinstellung<\/strong><\/p>\n<p>Nach einer zweij\u00e4hrigen schulischen Ausbildung am Friederike-Fliedner-Berufskolleg begann f\u00fcr ihn das zur\u00fcckliegende Anerkennungsjahr an der OGS &#8222;Auf der Emst&#8220;. Dabei haben ihn seine intrinsische Motivation und seine grundlegend positive Lebenseinstellung durch die Pr\u00fcfungen getragen. \u201eDaf\u00fcr habe ich gar nicht so viel gemacht, wie man denkt. Mit Spa\u00df nimmt man viel mit, gerade die Theorie-Praxis-Verkn\u00fcpfungen waren f\u00fcr mich gro\u00dfe Gl\u00fccksmomente. Das hat nicht nur geholfen, die Theorie zu verinnerlichen, sondern hat dazu gef\u00fchrt, dass ich die zun\u00e4chst abstrakt wirkende Literatur zum Ende hin mit Freude nochmal durchgearbeitet habe.\u201c Seine Abschlussarbeit widmete er dem Thema der Entwicklung von Zwillingen, die in unterschiedlichen Klassen eingeschult wurden.<\/p>\n<p><strong>Freude und ehrliches Dankesch\u00f6n<\/strong><\/p>\n<p>Wenn der 22-J\u00e4hrige anf\u00e4ngt, \u00fcber seinen Beruf zu sprechen, beginnen seine Augen zu leuchten, und Henrik ger\u00e4t fast ins Schw\u00e4rmen: \u201eDas Sch\u00f6nste an der Arbeit mit Kindern sind ein freudestrahlendes Lachen und ein ehrliches Danke. Das bringt so viel W\u00e4rme in den Beruf. Ich bereue nichts.\u201c Sein Geheimrezept im Umgang mit den Kindern klingt denkbar leicht, ben\u00f6tigt im wuseligen Arbeitsalltag jedoch viel Ruhe und Geduld. \u201eIch rede viel, versuche, ein lockerer Typ zu sein \u2013 soweit das m\u00f6glich ist \u2013 und eine nahbare Bezugsperson. Eine gute Basis zu den Kindern erleichtert den Alltag ungemein. Sie sollen sich wahrgenommen, aber nicht kontrolliert f\u00fchlen. Dabei versuche ich, den Spa\u00df und die Freude am eigenen Tun weiterzugeben.\u201c Die t\u00e4gliche Arbeit besteht neben der Hausaufgabenbetreuung darin, die Kinder in der Freizeit im Offenen Ganztag zu begleiten, mit ihnen zu spielen, und f\u00fcr sie da zu sein.<\/p>\n<p><strong>M\u00e4nner gefragt<\/strong><\/p>\n<p>B\u00fcrgermeister Michael Joithe betont: \u201eGerade im Bereich der Erzieherinnen und Erzieher bin ich ein gro\u00dfer Freund davon, wenn sich m\u00e4nnliche Bezugspersonen in Kinderg\u00e4rten oder Schulen engagieren.\u201c Auch Henrik unterstreicht: \u201eWir sind vier M\u00e4nner und mehr als dreimal so viele Frauen. Dabei gibt es keinen Unterschied im Umgang mit den Kindern oder in ihrer Reaktion \u2013 wichtig aber ist, dass die Kinder sowohl m\u00e4nnliche als auch weibliche Bezugspersonen haben.\u201c<\/p>\n<p><strong>Immer ein pr\u00fcfender Blick<\/strong><\/p>\n<p>Mittlerweile, berichtet der Erzieher, habe er bereits Berufskrankheiten entwickelt: \u201eWenn in der Freizeit Familien mit Kindern an mir vorbeilaufen, kann ich gar nicht anders, als mit einem pr\u00fcfenden Blick hinzuschauen \u2013 man erkennt, ob die Kinder angespannt sind oder nicht.\u201c B\u00fcrgermeister Joithe erg\u00e4nzt: \u201eWenn selbst in der Freizeit dieser pr\u00fcfende Blick entsteht, zeigt das nur, wie sehr Henrik f\u00fcr seinen Beruf brennt.\u201c<\/p>\n<p><strong>Berufsbegleitendes Studium<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Zukunft schlie\u00dft der Super-Azubi nichts aus: \u201eAlle T\u00fcren stehen offen. Als N\u00e4chstes beginne ich ein berufsbegleitendes Studium der Kindheitsp\u00e4dagogik, f\u00fcr das ich dank der Anrechnung der Ausbildung nur die H\u00e4lfte der Regelstudienzeit ben\u00f6tige. Ich schlie\u00dfe aber auch nicht aus, dass ich ewig an der OGS Auf der Emst bleibe. Aktuell f\u00fchle ich mich pudelwohl.\u201c<\/p>\n<p><strong>Einen Tag l\u00e4nger Ostsee<\/strong><\/p>\n<p>Sein Rat an alle startenden Azubis? \u201eHabt Spa\u00df an dem, was ihr macht. Gerade aus schlechten Tagen lernt man, und es ergeben sich neue Chancen. Fragen kostet nichts, nehmt die Hilfe und Unterst\u00fctzung an, die euch gegeben wird.\u201c F\u00fcr den Tag der Dienstbefreiung hat Henrik sich vorgenommen, den anstehenden Urlaub mit der Familie an der Ostsee um einen Tag zu verl\u00e4ngern. \u201eDer Sch\u00fctzenfest-Montag oder der Iserlohn-Roosters-Sonderzug w\u00e4re auch eine Option gewesen \u2013 aber das ist noch zu lange hin\u201c, l\u00e4chelt er.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alle Pr\u00fcfungen mit \u201eSehr gut\u201c bestanden (EB). \u201eDass jemand komplett  [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":27924,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[],"class_list":["post-27923","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gute-nachricht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27923","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=27923"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27923\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27925,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27923\/revisions\/27925"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/27924"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=27923"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=27923"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=27923"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}