{"id":28289,"date":"2026-09-23T17:58:20","date_gmt":"2026-09-23T15:58:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mk-journal.de\/?p=28289"},"modified":"2026-09-23T17:58:20","modified_gmt":"2026-09-23T15:58:20","slug":"dunkle-wolken-ueber-den-schloss-spielen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/2026\/09\/23\/dunkle-wolken-ueber-den-schloss-spielen\/","title":{"rendered":"Dunkle Wolken \u00fcber den Schloss-Spielen"},"content":{"rendered":"<h4><b><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif; color: black;\">Rechtsstreit vor der Zivilkammer des Landgerichtes Hagen<\/span><\/b><\/h4>\n<p><b><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif; color: black;\">Von Volker Bremshey<\/span><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif; color: black;\">\u201eNach den Schloss-Spielen ist vor den Schloss-Spielen.\u201c Diesen Leitsatz beherzigen Dario Weberg, seit 2015 Intendant des Hohenlimburger Kulturspektakels in der ehemaligen H\u00f6henburg, sowie der Vorsitzende des F\u00f6rder- und Tr\u00e4gervereins \u201eFreundeskreis Schloss-Spiele\u201c, Carsten Kunz, seit mehr als einem Jahrzehnt. Denn insbesondere Dario Weberg wei\u00df als verantwortlicher Leiter zu genau, dass er fr\u00fchzeitig die Vertr\u00e4ge mit Schauspielern und musikalischen K\u00fcnstlern aushandeln und unterschreiben muss, um im Sp\u00e4tsommer des Folgejahres den Kulturfreunden aus der Region ein attraktives Programm bieten zu k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><b><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif; color: black;\">Insgesamt 72 Spielzeiten<\/span><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif; color: black;\">Seit nunmehr 72 Spielzeiten locken die Schloss-Spiele Jahr f\u00fcr Jahr tausende Kulturfreunde ab sechs Jahren den Schlossberg hinauf. Denn der auf mehr als 100 Helferinnen und Helfern bauende Verein hat es sich seit Jahrzehnten zum Ziel gesetzt, bereits Vorschulkinder mit altersgem\u00e4\u00dfen Auff\u00fchrungen f\u00fcr die Kultur und gleichzeitig auch f\u00fcr das historische Schloss zu begeistern.<br \/>\nIn diesem Jahr waren es mehr als 1.200 Kindergarten-Kinder und Grundsch\u00fcler, die sich Anfang September zum Start in das neue Schuljahr von der Hagenerin Mona St\u00f6cker und ihrem Ensemble von dem Kindermusical \u201eTabaluga und das verschenkte Gl\u00fcck\u201c einfangen lie\u00dfen. Denn Weberg und Kunz wissen mit ihrem Vorstandsteam zu genau, dass die Kinder von heute die erwachsenen Besucher von morgen sind und diese deshalb schon fr\u00fchzeitig an die Schloss-Spiele herangef\u00fchrt werden sollen.<\/span><\/p>\n<p><b><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif; color: black;\">Au\u00dfergew\u00f6hnliches Experiment<\/span><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif; color: black;\">Zur 72. Spielzeit (28. August bis 12. September) wagte Intendant Dario Weberg in diesem Jahr ein au\u00dfergew\u00f6hnliches Experiment. Denn im international bekannten Drama \u201eTerror\u201c von Ferdinand von Schirach durften an sieben Abenden erstmals die Besucherinnen und Besucher als Sch\u00f6ffen Recht sprechen und \u00fcber das Schicksal von Major Lars Koch entscheiden. Dieser hatte als Pilot eines Kampfjets einen mit 164 Passagieren besetzten von einem Terrorristen entf\u00fchrten Lufthansa-Airbus abgeschossen, um 70.000 Menschen in der ausverkauften Allianz-Arena von M\u00fcnchen das Leben zu retten. Denn der Terrorrist hatte angedroht, den Airbus in dieses Stadion abst\u00fcrzen zu lassen. Bei seiner Entscheidung hatte Lars Koch eigenm\u00e4chtig gehandelt und sich dem Befehl seiner Vorgesetzten widersetzt. Das f\u00fchrte zur Anklage. Bei allen sieben Veranstaltungen stimmten die Sch\u00f6ffen in einem nahezu identischen Verh\u00e4ltnis ab: ein Viertel hielt Lars Koch f\u00fcr schuldig, drei Viertel f\u00fcr unschuldig.<\/span><\/p>\n<p><b><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif; color: black;\">Jazzfr\u00fchschoppen und Comedy<\/span><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif; color: black;\">Doch es ist nicht nur das gro\u00dfe Schauspiel des Schloss-Spiel-Ensembles, das allj\u00e4hrlich die Besucher anlockt. Es sind auch die Musik wie der traditionelle Jazzfr\u00fchschoppen oder die Auftritte von national bekannten Comedians wie J\u00fcrgen Becker, Fritz Eckenga oder G\u00fcnna, die stets einen ausverkauften Schlosshof garantieren, der Jahr f\u00fcr Jahr von Technik-Partner Dirk Hering wunderbar illuminiert wird.<\/span><\/p>\n<p><b><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif; color: black;\">Helfer-Team 100 Personen<\/span><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif; color: black;\">Abend f\u00fcr Abend werden die G\u00e4ste an den Tischen bedient und mit Speisen und Getr\u00e4nken versorgt. Dann sind bis zu 50 Frauen und M\u00e4nner im Einsatz, um vor dem Beginn der Veranstaltung und in den Pausen die Besucher zu bewirten. In all den Jahren ist das Helfer-Team kontinuierlich auf weit mehr als 100 Personen angewachsen, die freundschaftlich miteinander verbunden sind und allj\u00e4hrlich f\u00f6rmlich darauf brennen, die Schloss-Spiele vom Aufbau bis zum Abbau mitzugestalten. Jeder nach seinen pers\u00f6nlichen F\u00e4higkeiten und seinen Vorlieben. Denn vor jeder Spielzeit muss das ben\u00f6tigte Equipment aus einem Lagerraum in der Hohenlimburger Innenstadt in den Schlosshof und das angrenzende ehemalige Kaltwalzmuseum geschafft und nach der Spielzeit wieder zur\u00fccktransportiert werden. Das ist im wahren Wortsinn ein Kraftakt. Trotz aller Begeisterung und kollektiver Euphorie \u00fcber die allj\u00e4hrlich vom Publikum an die K\u00fcnstler und an die Helfer und Helferinnen herangetragenen Lobeshymnen gibt es dunkle Wolken, die am Schloss-Spiel-Horizont aufziehen und den Verantwortlichen Sorgenfalten ins Gesicht treiben. Denn die Zukunft ist ungewiss.<\/span><\/p>\n<p><b><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif; color: black;\">Spielzeiten 2027 und 2028 gesichert<\/span><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif; color: black;\">Nach einem Rechtsstreit vor der 9. Zivilkammer des Landgerichtes Hagen, den der Freundeskreis im Jahr 2019 gewann, durften die Schloss-Spiele nach zwischenzeitlicher Verbannung in den Schlossgarten im Jahr 2020 wieder in den Schlosshof zur\u00fcckkehren. Allerdings nur bis zum Februar 2029 befristet. Deshalb sind die beiden kommenden Spielzeiten 2027 und 2028 in der ehemaligen H\u00f6henburg noch garantiert. Doch wo und wann die Spiele ab dem Jahr 2029 stattfinden k\u00f6nnen und stattfinden werden, ist aktuell noch unklar.<\/span><\/p>\n<p><b><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif; color: black;\">Suche nach einer L\u00f6sung<\/span><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif; color: black;\">Deshalb k\u00fcndigte der Vorsitzende Carsten Kunz an, in den kommenden Wochen und Monaten das Gespr\u00e4ch mit dem Hausherrn zu suchen, um gemeinsam nach einer L\u00f6sung zu suchen, die den Interessen beider Seiten gerecht wird. Schlie\u00dflich geh\u00f6ren F\u00fcrst und F\u00fcrstin allj\u00e4hrlich zu den treuen Besuchern der Schloss-Spiele, die besonders herzlich willkommen gehei\u00dfen werden. So auch am 10. September 2026, als sich F\u00fcrst Bentheim und Ehefrau Marissa sehr lobend \u00fcber die exzellente Auff\u00fchrung des \u201eTerror\u201c-Schauspiels \u00e4u\u00dferten.<\/span><\/p>\n<p><b><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif; color: black;\">Start im Jahr 1954<\/span><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif; color: black;\">Es sollte im Interesse beider Seiten liegen, dass im Sommer 2028 nicht endg\u00fcltig der Vorhang im Schlosshof f\u00e4llt und somit ein ganz besonderes Kapitel der Hohenlimburger Geschichte beendet wird. Denn im Fr\u00fchjahr des Jahres 1954 hatte Hohenlimburgs Stadtdirektor Albert M\u00fcller den damaligen F\u00fcrsten Adolf von der Schloss-Spiel-Idee \u00fcberzeugen k\u00f6nnen, so dass der Hausherr vor mehr als 70 Jahren die Auff\u00fchrung klassischer Theaterst\u00fccke f\u00fcr Erwachsene und M\u00e4rchen f\u00fcr Kinder genehmigte.<\/span><\/p>\n<p><b><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif; color: black;\">J\u00e4hrlich 5.000 Besucher<\/span><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif; color: black;\">Dass sich aus den ersten Schloss-Spielen ein Dauerbrenner entwickeln w\u00fcrde, der auch 72 Jahre sp\u00e4ter wie am ersten Veranstaltungsabend die Menschen elektrisiert und zuletzt Jahr f\u00fcr Jahr mehr als 5.000 Besucher mobilisierte, hatten die Hohenlimburger Stadtv\u00e4ter vor mehr als sieben Jahrzehnten nicht in ihren k\u00fchnsten Tr\u00e4umen erwartet. Obwohl es ihr Ansinnen war, wie die Neue Hohenlimburger Zeitung damals schrieb, mit der romantischen Verwechslungskom\u00f6die \u201eDie Freier\u201c von Joseph von Eichendorff \u201eden Ruf Hohenlimburgs \u00fcber die Grenzen der engeren Heimat hinauszutragen und kulturelle Mitte eines Theatersommers unter freiem Himmel zu werden\u201c. Das ist den Gr\u00fcndungsv\u00e4tern und den nachfolgenden Generationen seither wahrlich Jahr f\u00fcr Jahr gelungen.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rechtsstreit vor der Zivilkammer des Landgerichtes Hagen Von Volker Bremshey  [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":28290,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-28289","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachbarschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28289","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=28289"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28289\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28291,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28289\/revisions\/28291"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/28290"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=28289"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=28289"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=28289"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}