{"id":28464,"date":"2026-10-01T13:19:45","date_gmt":"2026-10-01T11:19:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mk-journal.de\/?p=28464"},"modified":"2026-10-01T13:19:45","modified_gmt":"2026-10-01T11:19:45","slug":"frauenort-nrw-in-iserlohn-eroeffnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/2026\/10\/01\/frauenort-nrw-in-iserlohn-eroeffnet\/","title":{"rendered":"\u201eFrauenOrt NRW\u201c in Iserlohn er\u00f6ffnet"},"content":{"rendered":"<h4>Fanny-van-Hees-Preis verliehen<\/h4>\n<p>(EB). In Iserlohn wurde jetzt der neue \u201eFrauenOrt NRW\u201c mit einer Info- und Gedenktafel an der Gartenstra\u00dfe 33 feierlich er\u00f6ffnet. Fanny van Hees, die im 19. Jahrhundert entscheidend dazu beigetragen hat, M\u00e4dchen in Iserlohn bessere Bildungschancen zu erm\u00f6glichen, ist eine von acht Frauen, die in diesem Jahr durch einen \u201eFrauenOrt NRW\u201c gew\u00fcrdigt werden. Am selben Tag wurde der nach ihr benannte \u201eFanny-van-Hees-Preis\u201c in der Aula des Gymnasiums An der Stenner an Helene Jochheim vergeben. Die 1939 im Erzgebirge geborene Wahl-Iserlohnerin und Gr\u00fcndungsmitglied der Iserlohner Gruppe von Amnesty International, unterst\u00fctzte internationale Hilfsprojekte in Sri Lanka und Indien und engagiert sich bis heute f\u00fcr andere Menschen. Damit verbindet die Preistr\u00e4gerin vieles mit Fanny van Hees: Beide Frauen haben Bildung als M\u00f6glichkeit verstanden, Menschen zu st\u00e4rken und neue Wege zu er\u00f6ffnen.<\/p>\n<p><strong>\u201eFrauenOrt NRW\u201c gedenkt Fanny van Hees in der Gartenstra\u00dfe<\/strong><\/p>\n<p>In Kooperation mit dem FrauenRat NRW, dem Gymnasium An der Stenner, der Iserlohner Frauen-AG, dem Stadtarchiv Iserlohn und der Gleichstellungsstelle der Stadt Iserlohn enth\u00fcllten Inge Blask, Mitglied des Landtags (MdL) und Vorstandsmitglied des FrauenRates NRW e.V., Stadtarchivar Rico Quaschny sowie Gleichstellungsbeauftragte Patricia da Cruz Santos die Tafel am ehemaligen Schulgeb\u00e4ude, in dem Fanny van Hees 1852 die erste H\u00f6here T\u00f6chterschule in Iserlohn gr\u00fcndete und leitete. Der Text f\u00fcr die Tafel wurde vom Stadtarchiv erarbeitet \u2013 etwa 50 Menschen waren zur feierlichen Er\u00f6ffnung gekommen. Der neue \u201eFrauenOrt NRW\u201c macht an einem historischen Ort die Wirkungsgeschichte von Fanny van Hees nachlesbar und verdeutlicht, welchen Anteil Frauen an der Entwicklung der Waldstadt haben \u2013 und wie wichtig es ist, diese Geschichten zu bewahren und sichtbar zu machen.<\/p>\n<p><strong>Nur wenige Stra\u00dfen mit Frauennamen<\/strong><\/p>\n<p>Rico Quaschny machte in seiner Rede darauf aufmerksam, wie wertvoll die Besch\u00e4ftigung mit Frauenbiographien ist: Von rund 1.000 Stra\u00dfen und Pl\u00e4tzen in Iserlohn sind \u00fcber 80 nach Iserlohner M\u00e4nnern benannt, nur ganz wenige tragen Frauennamen und davon ist nicht einmal ein Viertel nach Iserlohner Frauen benannt. Auch das heutige Gymnasium An der Stenner h\u00e4tte den Namen \u201eFanny-van-Hees-Gymnasium\u201c tragen k\u00f6nnen, der Vorschlag wurde jedoch im Schulausschuss 1978 abgelehnt.<\/p>\n<p><strong>H\u00f6here T\u00f6chterschule<\/strong><\/p>\n<p>Fanny van Hees (1817\u20131870) erm\u00f6glichte M\u00e4dchen eine weiterf\u00fchrende Bildung, die weit \u00fcber den damaligen Elementarunterricht hinausging. Aus der von ihr gegr\u00fcndeten H\u00f6heren T\u00f6chterschule entwickelte sich sp\u00e4ter das heutige Gymnasium An der Stenner. Die Informations- und Gedenkst\u00e4tte ist Teil des Projektes \u201eFrauenOrte NRW\u201c des FrauenRates NRW, das historische Frauenpers\u00f6nlichkeiten und ihre Leistungen sichtbar macht. Die Iserlohnerin Marlis Gorki, die ein Buch mit Kurzbiografien von \u00fcber 50 Iserlohner Frauen vor allem aus dem 19. und 20. Jahrhundert ver\u00f6ffentlichte, gab den ersten Ansto\u00df f\u00fcr die Teilnahme am landesweiten Projekt.<\/p>\n<p><strong>Gleichberechtigung wichtig f\u00fcr die gesamte Gesellschaft<\/strong><\/p>\n<p>Wie aktuell das Engagement von Fanny van Hees noch heute ist, wurde beim anschlie\u00dfenden Programm in der Aula des Gymnasiums deutlich. Sowohl Schulleiter Stefan Schmoldt als auch B\u00fcrgermeister Michael Joithe benannten in ihren Gru\u00dfworten die Fortschritte f\u00fcr die Gleichberechtigung in den vergangenen Jahrzehnten und betonten ihre Bedeutung f\u00fcr die gesamte Gesellschaft insbesondere im Bereich der Bildung. Historikerin Dr. Pauline Puppel gab Einblicke in das Leben der Iserlohner Schulgr\u00fcnderin und ordnete ihre Bedeutung f\u00fcr die M\u00e4dchenbildung ihrer Zeit ein. Interessierte k\u00f6nnen den \u201eFrauenOrt NRW\u201c in der Iserlohner Gartenstra\u00dfe 33, Ecke Stennerstra\u00dfe, nun dauerhaft betrachten.<\/p>\n<p><strong>Fanny-van-Hees-Preis f\u00fcr Helene Jochheim<\/strong><\/p>\n<p>Zur Verleihung des diesj\u00e4hrigen Fanny-van-Hees-Preises waren rund 100 G\u00e4ste in der Aula des Gymnasiums An der Stenner erschienen. Die Auszeichnung ging an Helene Jochheim, die auf einen au\u00dfergew\u00f6hnlichen und internationalen Lebensweg zur\u00fcckblicken darf. Nach ihrem Abitur f\u00fchrte sie ihr Weg \u00fcber Frankreich und die USA bis in die damalige Republik Kongo, wo sie als Missionshelferin t\u00e4tig war. Sp\u00e4ter arbeitete sie als Lehrerin f\u00fcr das Goethe-Institut unter anderem in Iserlohn, Bangalore und Mumbai. W\u00e4hrend ihrer Zeit in Indien nahm Jochheim zwei Kinder bei sich auf. Nach einer weiteren Station in Indien kehrte sie schlie\u00dflich mit ihnen nach Iserlohn zur\u00fcck. Seit 2002 lebt sie wieder dauerhaft in der Waldstadt.<\/p>\n<p><strong>Gr\u00fcndungsmitglied Amnesty International in Iserlohn<\/strong><\/p>\n<p>Ihr Engagement reicht weit \u00fcber ihre berufliche T\u00e4tigkeit hinaus. Jochheim war 1974 Gr\u00fcndungsmitglied der Iserlohner Gruppe von Amnesty International, unterst\u00fctzte internationale Hilfsprojekte in Sri Lanka und Indien und engagiert sich bis heute f\u00fcr andere Menschen. Sie gibt Gefl\u00fcchteten Deutschunterricht, engagiert sich in ihrer Gemeinde und ist immer noch in einem Literaturkreis aktiv. Die Laudatorinnen Shahla Katebini und Azar Soltani, die urspr\u00fcnglich aus dem Iran kommen und Helene Jochheim dort als Lehrerin kennengelernt haben, fanden pers\u00f6nliche und bewegende Worte \u2013 sie stehen noch immer miteinander im Austausch und sind bis heute mit der Preistr\u00e4gerin verbunden. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung am Klavier von Elif Tanri\u00f6ver. Die Preisskulptur mit dem Titel \u201eDie Wegbereiterin\u201c, gestaltet von der Iserlohner K\u00fcnstlerin Lorina-May Sauer, steht f\u00fcr weibliche Souver\u00e4nit\u00e4t, Verbundenheit und daf\u00fcr, Wege f\u00fcr andere zu er\u00f6ffnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fanny-van-Hees-Preis verliehen (EB). 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