{"id":28778,"date":"2026-10-18T11:08:07","date_gmt":"2026-10-18T09:08:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mk-journal.de\/?p=28778"},"modified":"2026-10-18T11:08:07","modified_gmt":"2026-10-18T09:08:07","slug":"stagnation-statt-trendwende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mk-journal.de\/index.php\/2026\/10\/18\/stagnation-statt-trendwende\/","title":{"rendered":"Stagnation statt Trendwende"},"content":{"rendered":"<h4>S\u00fcdwestf\u00e4lische Wirtschaft: Erwartungen insgesamt schwach<\/h4>\n<p>(EB). S\u00fcdwestfalens Wirtschaft kommt aus der Stagnation nicht heraus. W\u00e4hrend sich die aktuelle Gesch\u00e4ftslage in Teilen der Wirtschaft geringf\u00fcgig verbessert hat, bleiben die Erwartungen insgesamt schwach. Auch die Investitions- und Besch\u00e4ftigungsabsichten kommen nicht in Schwung. Der Konjunkturklimaindex steigt gegen\u00fcber dem Fr\u00fchjahr zwar leicht von 88 auf 91 Punkte, bewegt sich aber seit drei Jahren auf schwachem Niveau.<\/p>\n<p><strong>Bessere Lage, aber keine neue Dynamik<\/strong><\/p>\n<p>In der Gesamtwirtschaft hat sich die aktuelle Gesch\u00e4ftslage gegen\u00fcber dem Vorjahr moderat verbessert. 19 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Lage als gut, 26 Prozent als schlecht. Im vergangenen Herbst lag der Anteil der negativen Lagebewertungen noch bei 34 Prozent. Die stabilere Lage f\u00fchrt bislang jedoch nicht zu sp\u00fcrbar mehr Zuversicht. 15 Prozent der Betriebe rechnen in den kommenden Monaten mit besseren, 25 Prozent mit schlechteren Gesch\u00e4ften. Auch Investitionen und Besch\u00e4ftigung bleiben schwach. 34 Prozent der Unternehmen wollen ihre Investitionen verringern, nur 19 Prozent planen h\u00f6here Ausgaben. Bei der Besch\u00e4ftigung rechnen 32 Prozent mit einem R\u00fcckgang, lediglich acht Prozent planen zus\u00e4tzliches Personal.<\/p>\n<p><strong>Kein Grund zur Entwarnung<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDie leichte Verbesserung der Gesch\u00e4ftslage ist zun\u00e4chst ein positives Signal, aber kein Grund zur Entwarnung. Wenn Investitionen \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum ausbleiben, verliert der Standort schleichend an Substanz. Diese L\u00fccke l\u00e4sst sich sp\u00e4ter kaum wieder schlie\u00dfen. Wir brauchen dringend Rahmenbedingungen, unter denen sich private Investitionen wieder rechnen\u201c, so Andreas Knappstein, Pr\u00e4sident der Industrie- und Handelskammer Arnsberg, Hellweg-Sauerland.<\/p>\n<p><strong>Struktureller Reformstau wirkt nach<\/strong><\/p>\n<p>Die wirtschaftlichen Risiken bleiben hoch. 75 Prozent nennen Energie- und Rohstoffpreise als Risiko f\u00fcr ihre wirtschaftliche Entwicklung, 67 Prozent die Arbeitskosten, 64 Prozent die schwache Inlandsnachfrage und 61 Prozent die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Insbesondere die hohen Energiepreise setzen viele Unternehmen erheblich unter Druck. F\u00fcr zahlreiche Betriebe gehen sie inzwischen an die wirtschaftliche Substanz und schr\u00e4nken die unternehmerischen Spielr\u00e4ume ma\u00dfgeblich ein. Die von der Bundesregierung angesto\u00dfenen Reformen und Entlastungen sind aus Sicht vieler Unternehmen in der betrieblichen Praxis bislang noch nicht ausreichend zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p><strong>Belastungen nicht \u00fcberwunden<\/strong><\/p>\n<p>Walter Viegener, Pr\u00e4sident der IHK Siegen: \u201eDie zentralen Belastungen sind nicht \u00fcberwunden. Der \u00fcber viele Jahre entstandene Reformstau belastet die Unternehmen weiterhin sp\u00fcrbar. Die Reformen d\u00fcrfen daher nicht l\u00e4nger nur auf dem Papier stehen. Sie m\u00fcssen jetzt mutig umgesetzt werden. Denn die Wettbewerbsf\u00e4higkeit unseres Standortes entscheidet sich nicht an Ank\u00fcndigungen, sondern daran, ob Unternehmen tats\u00e4chlich entlastet werden und verl\u00e4sslich planen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Industrie: Lage verbessert, Aussichten bleiben verhalten<\/strong><\/p>\n<p>In der s\u00fcdwestf\u00e4lischen Industrie hat sich die aktuelle Gesch\u00e4ftslage gegen\u00fcber dem Vorjahr verbessert. 16 Prozent berichten inzwischen von guten Gesch\u00e4ften. Der Anteil der Unternehmen mit negativer Lagebeurteilung ist von 42 auf 31 Prozent gesunken. Der Blick nach vorn bleibt aber verhalten: Nur 17 Prozent rechnen mit besseren, 23 Prozent mit schlechteren Gesch\u00e4ften. Bei den Exporterwartungen kann die s\u00fcdwestf\u00e4lische Industrie mit der bundesweiten Entwicklung nicht Schritt halten. W\u00e4hrend sich die Aussichten bundesweit aufhellen, erwarten in S\u00fcdwestfalen weiterhin 23 Prozent der Industrieunternehmen sinkende Exporte. Nur 19 Prozent gehen von einem besseren Auslandsgesch\u00e4ft aus. Gleichzeitig wollen 36 Prozent der Industrieunternehmen ihre Investitionen vor Ort reduzieren, ebenso viele rechnen mit einem Besch\u00e4ftigungsabbau. Hinzu kommt der Standortdruck: 20 Prozent und damit jedes f\u00fcnfte Industrieunternehmen erw\u00e4gen konkret eine Standort- oder Teilverlagerung.<\/p>\n<p><strong>Deutliche Warnsignale<\/strong><\/p>\n<p>Ralf Stoffels, Pr\u00e4sident der SIHK zu Hagen, findet deutliche Worte: \u201eDie Exporterwartungen bleiben in S\u00fcdwestfalen deutlich hinter der bundesweiten Entwicklung zur\u00fcck. Gleichzeitig erw\u00e4gt jedes f\u00fcnfte Industrieunternehmen eine Standort- oder Teilverlagerung. Das sind deutliche Warnsignale f\u00fcr unsere industriestarke Region und insbesondere f\u00fcr den Mittelstand, der die s\u00fcdwestf\u00e4lische Industrie pr\u00e4gt.\u201c<\/p>\n<p><strong>Einzelhandel besonders stark unter Druck<\/strong><\/p>\n<p>Die Branchen entwickeln sich deutlich auseinander. Besonders angespannt ist die Lage im Einzelhandel: 43 Prozent der H\u00e4ndler bewerten ihre Gesch\u00e4fte als schlecht, nur sieben Prozent als gut. In keiner anderen Branche ist die Lagebeurteilung so d\u00fcster. Auch der Ausblick bleibt schwach: 38 Prozent rechnen mit schlechteren Gesch\u00e4ften, nur elf Prozent mit einer Verbesserung. Im Baugewerbe zeigt sich hingegen ein deutlich freundlicheres Bild. Dort bewerten 35 Prozent ihre Gesch\u00e4fte als gut und nur elf Prozent als schlecht. Auch bei den Dienstleistern \u00fcberwiegen die positiven Lageeinsch\u00e4tzungen. Allerdings bleiben die Zukunftserwartungen in allen Branchen \u00fcberwiegend pessimistisch.<\/p>\n<p><strong>\u00a0Reformen nicht aufschieben<\/strong><\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend betonen die drei Pr\u00e4sidenten: \u201eDie j\u00fcngsten Wahlergebnisse d\u00fcrfen kein Vorwand sein, geplante Reformen bei Rente, Arbeit und Steuer aufzuschieben. Die vorsichtige Stabilisierung, die bislang nur in Teilen der Wirtschaft sichtbar ist, wird zu einem erheblichen Teil durch schuldenfinanzierte staatliche Ausgaben gest\u00fctzt. Wir m\u00fcssen aber Kosten senken, B\u00fcrokratie abbauen und verl\u00e4ssliche Rahmenbedingungen schaffen. Sonst bleibt Deutschland zu teuer, zu langsam und verliert weiter an Wettbewerbsf\u00e4higkeit.&#8220;<\/p>\n<p><strong>1.235 Unternehmen beteiligten sich<\/strong><\/p>\n<p>An der gemeinsamen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern Arnsberg, Hellweg-Sauerland, Siegen und Hagen vom 14. bis 25. September beteiligten sich 1.253 Unternehmen mit mehr als 100.000 Besch\u00e4ftigten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_28781\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-28781\" class=\"lazyload size-medium wp-image-28781\" src=\"https:\/\/www.mk-journal.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Ralf-Stoffels-07.02-4-300x144.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/www.mk-journal.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Ralf-Stoffels-07.02-4-300x144.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"144\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27300%27%20height%3D%27144%27%20viewBox%3D%270%200%20300%20144%27%3E%3Crect%20width%3D%27300%27%20height%3D%27144%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/www.mk-journal.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Ralf-Stoffels-07.02-4-200x96.jpg 200w, https:\/\/www.mk-journal.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Ralf-Stoffels-07.02-4-300x144.jpg 300w, https:\/\/www.mk-journal.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Ralf-Stoffels-07.02-4-400x192.jpg 400w, https:\/\/www.mk-journal.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Ralf-Stoffels-07.02-4-600x287.jpg 600w, https:\/\/www.mk-journal.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Ralf-Stoffels-07.02-4-768x368.jpg 768w, https:\/\/www.mk-journal.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Ralf-Stoffels-07.02-4-800x383.jpg 800w, https:\/\/www.mk-journal.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Ralf-Stoffels-07.02-4.jpg 1000w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-28781\" class=\"wp-caption-text\">Ralf Stoffels, Pr\u00e4sident der S\u00fcdwestf\u00e4lischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen. Archivfoto: Hendrik Klein<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>S\u00fcdwestf\u00e4lische Wirtschaft: Erwartungen insgesamt schwach (EB). 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