Daniel Zacek hat sich nach seinem Kreuzbandriss ins Team der Iserlohn Kangaroos zürückgearbeitet. Foto: Calvin Vorsmann

Mit Mut und Willen

Zuletzt geändert: 3. Dezember 2025Von

Daniel Zacek über Verletzung, Reha und neue Ziele

(EB) Seit dem Sommer 2024 trägt Daniel Zacek das Trikot der Iserlohn Kangaroos – zunächst mit großem Erfolg. Doch zur Mitte der Saison 2024/25 folgte der Tiefschlag: Ein Kreuzbandriss bedeutete das vorzeitige Saisonaus. Nach einer gelungenen Operation und monatelanger Reha kehrte Zacek mit ungebrochener Motivation zurück – bereit, sich mit vollem Einsatz ins Team zu kämpfen. Diese Homestory erzählt von Rückschlag und Comeback, vom Menschen und Spieler Daniel Zacek und die Hoffnungen für die Saison.

Daniel, du bist jetzt im zweiten Jahr Teil der Kangaroos. Wenn du heute auf deine Zeit in Iserlohn blickst: Wer ist Daniel Zacek abseits der Nummer 6? Welche Eigenschaften beschreiben   dich   als   Person   besser   als   jede   Statistik?

Abseits der Nummer 6 bin ich ehrlich, direkt, verlässlich und verantwortungsvoll. Ich lege aber auch Wert auf Bodenständigkeit. Ich glaube, was mich besser als jede Statistik beschreibt,   ist,   dass   ich   egal   was   ich   mache,   immer   alles   gebe.

Dein Kreuzbandriss hat dich mitten in einer starken Saison gestoppt. Nimm uns mit in deine Reha: Wie sah ein typischer Tag aus, und was hat dir dabei Stärke gegeben?

Die ersten Wochen nach der Operation waren eher unspektakulär. Ich war täglich ein- bis zweimal in der Physiotherapie, zusätzlich standen regelmäßige Arzttermine zur Verlaufskontrolle an. Nach etwa fünf Monaten begann für mich jedoch der entscheidende Teil der Reha: Ich bin jeden Tag um 3 Uhr morgens aufgestanden, um meine Krafttrainingseinheiten durchzuziehen. Später am Tag folgte erneut Physiotherapie. Dazu kamen weitere medizinische Untersuchungen, unter anderem ein Termin bei einem Kniespezialisten in München. Dort wurde mein Knie noch einmal gründlich überprüft, und ich bekam schließlich das ärztliche „Go“, wieder leicht ins Basketballtraining einzusteigen. Kurz darauf musste ich jedoch einen kleineren Eingriff über mich ergehen lassen, der mich erneut rund fünf Wochen zurückgeworfen hat. Trotzdem konnte ich rechtzeitig wieder ins Training einsteigen – sodass ich lediglich das erste Saisonspiel gegen Rostock verpasst habe.

Du hast einmal gesagt, dass „Confidence – immer an mich selbst glauben“ dich geprägt hat. Wie sehr hat dir dieser Satz durch die Reha geholfen? Was war der Moment, in dem du  wusstest:  „Ich bin zurück“?

Dieser Satz war während meiner Reha mein Anker. Es gab Tage, an denen lief es überhaupt nicht wie erhofft. Statt Fortschritte fühlte es sich manchmal so an, als würde ich rückwärts gehen. In der Reha ist man oft allein oder nur mit einem Physiotherapeuten, und genau in diesen Momenten hat mir dieser Gedanke geholfen: Egal, wie es sich anfühlt – weitermachen! Dranbleiben! Der Moment, in dem ich wirklich wusste: „Ich bin zurück“, war überwältigend. Ich war nicht nur glücklich, sondern auch unendlich erleichtert, dass ich diese schweren Monate hinter mir gelassen habe.

Vor deiner Verletzung war dein Spiel geprägt von Tempo, Mut und einem starken ersten Schritt.  Hat  sich  dein  Spiel  während  der  Pause  und  danach  verändert?

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass sich mein Spiel nicht verändert hat. In manchen Situationen taucht noch der Gedanke auf: „Was passiert, wenn ich falsch lande oder wegrutsche?“ Diese Ungewissheit ist manchmal da. Aber ich arbeite bewusst daran, so wenig wie möglich darüber nachzudenken und genau dort weiterzumachen, wo ich im Januar aufhören musste.

Was  würdest  du  deinem  10-jährigen  “Ich”  über  Basketball  heute  sagen? Oder was bringt dich im Alltag runter, wenn Basketball mal keine Rolle spielt?

Meinem 10-jährigen “Ich” würde ich sagen, dass Rückschläge zum Leben dazugehören – und dass sie oft genau dann kommen, wenn man sie am wenigsten erwartet. Egal ob gesundheitlich oder sportlich: Man muss lernen, damit umzugehen und weiterzumachen. Wenn Basketball mal keine Rolle spielt, entspanne ich am besten mit Musik, Zeit mit Freunden oder mit meiner Freundin.   Das   bringt   mich   runter   und   gibt   mir   neue   Energie.

Wie schaut ein perfekter gameday für dich aus – vom Aufstehen bis zum Tip-off?

Mein gameday selbst ist eigentlich ziemlich simpel: Ich stehe auf und gehe zum shootaround in die Halle, um ein paar Würfe zu nehmen. Danach gibt es etwas Leckeres zu essen, ich entspanne ein bisschen – meistens mit einer Serie oder einem Video – und später geht’s zurück in die Halle zum Warm-up.

Was sind deine Ziele für die Saison – sowohl für dich als Spieler als auch im Team? Unsere Ziele für diese Saison sind ganz klar: Wir wollen in die Playoffs. Für mich persönlich bedeutet diese Spielzeit, gesund zu bleiben, ohne weitere Ausfälle durchzukommen und wieder das Level zu erreichen, auf dem ich vor meiner Verletzung war – körperlich wie mental.

Was sind deine langfristigen Ziele und Träume – sportlich, aber vielleicht auch persönlich?

Ich möchte mein Studium im Bereich International Management so schnell wie möglich abschließen und mich beruflich weiterentwickeln. Sportlich habe ich das Ziel, noch einige Jahre Basketball zu spielen – idealerweise ohne weitere Verletzungen oder Rückschläge wegen meines Knies.

Gibt es Spieler – aus der BBL, NBA oder aus deinem Umfeld – an denen du dich orientierst, und welche Elemente ihres Spiels möchtest du in dein eigenes integrieren?

Wenn ich zwei Spieler nennen müsste, die mich beeinflussen, dann wären das Mike James und Carsen Edwards. Beide haben einen ähnlichen Körperbau und einen Spielstil, der meinem nahekommt. Von ihnen versuche ich bestimmte Elemente zu übernehmen – etwa ihre Art, mit verschiedenen Aktionen und Bewegungen zum Korb zu kommen und Abschlüsse zu kreieren. Gleichzeitig inspiriert mich ihre Ruhe und Gelassenheit in entscheidenden Spielsituationen, die ich  ebenfalls  in  mein  eigenes  Spiel  einbauen  möchte.

Wie siehst du das Niveau der BARMER 2. Basketball Bundesliga und was braucht es deiner Meinung nach, um sich hier nachhaltig durchzusetzen?

Ich würde sagen, man braucht auf jeden Fall Durchhaltevermögen und Gelassenheit. Es wird immer Spiele geben, in denen andere Spieler  mehr  Einsatzzeit  bekommen  –  und  damit  muss  man  umgehen  können.

Welche Botschaft möchtest du den Fans mit auf die Saison geben, gerade nach deinem Comeback?

Meine Botschaft an die Fans ist: Ich werde von Woche zu Woche noch fitter, und sie können sich auf mehr Siege freuen  als in der Hinrunde.

Das nächste Kangaroos Heimspiel ist Nikolaus, 6. Dezember um 19.30Uhr gegen Herten. Einzeltickets für alle Heimspiele gibt’s HIER