
Feierliche Verkehrsfreigabe von Ersatzneubau der A45-Talbrücke Rahmede am 22.12.2025 in Lüdenscheid. Foto: Friso Gentsch/Autobahn GmbH Dr. Michael Güntner (Vorsitzender der Geschäftsführung Autobahn GmbH des Bundes) Friedrich Merz (Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland) Patrick Schnieder (Bundesminister für Verkehr) Hendrik Wüst (Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen) Sebastian Wagemeyer (Bürgermeister Lüdenscheid Bürgerbeauftragter für den Ersatzneubau der Rahmedetalbrücke) Elfriede Sauerwein-Braksiek (Direktorin der Niederlassung Westfalen Autobahn GmbH des Bundes)
Leuchtturmprojekt Talbrücke Rahmede eröffnet
Von Jenny Musall
Der Tag, auf den die Menschen, besonders in Lüdenscheid, hingefiebert haben, ist da: Ein Teilstück der Talbrücke Rahmede ist wieder für den Verkehr freigegeben. Eine Region hat ihre Hauptverkehrsader schneller als geplant zurück. Eigentlich waren für den Neubau eines Teilstückes der Talbrücke Rahmede fünf Jahre veranschlagt. Doch wer an der Baustelle vorbeifuhr, stellte fest: Da passiert etwas. So ist es nicht verwunderlich, dass der früheste Termin einer möglichen Freigabe mit Februar seitens der Autobahn GmbH genannt wurde. Umso überraschender war es, als der Termin mit dem 22.12.2025 genannt wurde. Zu dieser feierlichen Wiedereröffnung sind mit Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder Politprominenz an die einstige BrüLüLü (Brückenlücke Lüdenscheid) gekommen.
Sperrung vor vier Jahren und drei Wochen
„Als ich vor vier Jahren und drei Wochen anrufen und sagen musste, dass die Talbrücke Rahmede alternativlos gesperrt werden muss, war das hart“, sagt Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin Niederlassung der Autobahn GmbH des Bundes, bei der feierlichen Eröffnung des Brückenneubaus. In den vergangenen vier Jahren ist viel passiert. Und doch hat die Talbrücke Rahmede eine ganz besondere Bedeutung: Sie steht symbolisch für die in die Jahre gekommene Infrastruktur sowie den Sanierungsstau der Bundesregierung.
Aus Brücken-Desaster wurde Vorzeigeprojekt
Was damals auf die Lüdenscheider und die Region Südwestfalen im wahrsten Sinne des Wortes zugerollt kam, war kaum zu erahnen. Staus in Lüdenscheid und wütende Anwohner entlang der Umleitungsstrecken. Vergleichbar mit einem Erdbeben ist die Geschichte der Brücke durch die Medien gewandert. An ihr vorbeigekommen ist niemand. Und so wurde aus dem Brücken-Desaster ein Vorzeigeprojekt, was zeigt, dass es schnell gehen kann, wenn alle Beteiligten zusammenarbeiten wollen.
(c) Jenny Musall / Sebastian Sendlak
Kurze Bauzeit muss Standard werden
Ministerpräsident Hendrik Wüst sieht in der Rekordgeschwindigkeit bei der Fertigstellung des ersten Teilstückes der wichtigsten Verkehrsader eine spürbar neue Definition von Umsetzungsgeschwindigkeit: „Die vorzeitige Fertigstellung macht deutlich, dass wir weiterhin in der Lage sind, komplexe Infrastrukturprojekte in kürzester Zeit erfolgreich umzusetzen. Das muss wieder unser Standard werden. Unser Staat funktioniert besser, wenn alle Verantwortlichen fokussiert und lösungsorientiert zusammenarbeiten. Der neue Maßstab für die Umsetzungsgeschwindigkeit in Deutschland heißt Rahmede.“
Verlässliche Verkehrsader ist zurück
„Die Talbrücke Rahmede ist ein starkes Symbol für die Zukunftsfähigkeit unserer Infrastruktur. Die Fertigstellung in so kurzer Zeit zeigt, was möglich ist, wenn alle Beteiligten entschlossen zusammenarbeiten. Die Brücke gibt den Menschen in der Region ihre verlässliche Verkehrsader zurück, sie ist von überragender Bedeutung für die Wirtschaft, für das Transportgewerbe, eine Demonstration der Leistungskraft unserer Bauwirtschaft“, so Bundeskanzler Friedrich Merz. Das Bundeskabinett habe gerade ein Infrastruktur-Zukunftsgesetz verabschiedet, das Planungsverfahren verkürzt, weshalb schneller gebaut werden kann.
Alle danken Ex-Minister Kai Wissing
Besonders möglich gemacht hat dies Kai Wissing, Verkehrsminister der alten Bundesregierung. Der Bundesverkehrsminister a.D. war nicht bei der feierlichen Eröffnung anwesend, wurde jedoch von Friedrich Merz und Sebastian Wagemeyer lobend erwähnt. Wissing wisse, was heute für ein Tag sei, heißt es in einer der Reden. „Dass es so schnell vorangeht, liegt an dem hervorragenden Team, das jeden Tag und bei jedem Wetter auf der Baustelle arbeitet, und der großartigen Zusammenarbeit von Bund, Land und Kommune. Wir haben mit gezielten Maßnahmen für Tempo gesorgt. So ist es innerhalb eines Jahres gelungen, die Planungen abzuschließen und sehr zügig Baurecht zu schaffen. Außerdem haben wir das Projekt funktional ausgeschrieben – auch das hat beschleunigt. Die Talbrücke Rahmede zeigt, dass wir große Infrastrukturvorhaben schnell und effizient umsetzen können. Sie ist ein Vorbild für künftige Bauprojekte im ganzen Land“, sagt Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder.
Schlüsselprojekt für die Infrastruktur
Die Talbrücke sei laut Sebastian Wagemeyer, Bürgermeister der Stadt Lüdenscheid und Bürgerbeauftragtem für den Ersatzneubau der Rahmedetalbrücke, ein Schlüsselprojekt, was früher als ursprünglich geplant teilweise fertig ist, eines: „Wenn Staat, Fachleute, Wirtschaft, Politik und Bürgerschaft entschlossen zusammenarbeiten, kann Deutschland große Herausforderungen meistern. Diese Brücke ist damit weit mehr als Infrastruktur – sie ist ein Symbol für Verlässlichkeit, Gemeinschaft und die Zukunftsfähigkeit unseres Landes.“ Für den Bund ist klar: Das Projekt ist ein Leuchtturmprojekt geworden, was nun auf andere marode Brücken angewendet werden soll. Um es mit Sebastian Wgemeyers Worten zu sagen: „Lasst uns Brücken bauen.“
Bundeskanzler Friedrich Merz:
„Die Talbrücke Rahmede ist ein starkes Symbol für die Zukunftsfähigkeit unserer Infrastruktur. Die Fertigstellung in so kurzer Zeit zeigt, was möglich ist, wenn alle Beteiligten entschlossen zusammenarbeiten. Die Brücke gibt den Menschen in der Region ihre verlässliche Verkehrsader zurück, sie ist von überragender Bedeutung für die Wirtschaft, für das Transportgewerbe, eine Demonstration der Leistungskraft unserer Bauwirtschaft. Aber darüber hinaus senden wir mit der Eröffnung eine Botschaft in die gesamte Republik: Das kann Deutschland, das hier ist möglich, wenn alle entschlossen anpacken. Wir setzen also den Maßstab für unser weiteres Handeln: Die Rahmedetalbrücke wird Blaupause für weitere Verkehrsprojekte sein. Gerade haben wir im Bundeskabinett das Infrastruktur-Zukunftsgesetz beschlossen. Jetzt können wir überall Planungsverfahren verkürzen, wir können einfacher und schneller bauen. Ein starkes Symbol für ein gutes Jahr 2026.“
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder:
„Mit der heutigen Verkehrsfreigabe entlasten wir die Stadt Lüdenscheid und die gesamte Region früher als geplant. Hier in Lüdenscheid haben wir bewiesen, dass sich Planung und Bau beschleunigen lassen – für die Menschen, für die Wirtschaft, für die Sicherheit Deutschlands. Dass es so schnell vorangeht, liegt an dem hervorragenden Team, das jeden Tag und bei jedem Wetter auf der Baustelle arbeitet, und der großartigen Zusammenarbeit von Bund, Land und Kommune. Wir haben mit gezielten Maßnahmen für Tempo gesorgt. So ist es innerhalb eines Jahres gelungen, die Planungen abzuschließen und sehr zügig Baurecht zu schaffen. Außerdem haben wir das Projekt funktional ausgeschrieben – auch das hat beschleunigt. Die Talbrücke Rahmede zeigt, dass wir große Infrastrukturvorhaben schnell und effizient umsetzen können. Sie ist ein Vorbild für künftige Bauprojekte im ganzen Land.“
Ministerpräsident Hendrik Wüst:
„In Rekordgeschwindigkeit ist es gelungen, die wichtigste Verkehrsader in der Region Südwestfalen wieder für den Verkehr freizugeben. Das ist eine sehr gute Nachricht für die Menschen und die Wirtschaft vor Ort. Auch für den überregionalen Verkehr bedeutet das eine spürbare Entlastung. Mein Dank gilt allen Beteiligten, die die Fertigstellung in so kurzer Zeit möglich gemacht haben. Die vorzeitige Fertigstellung macht deutlich, dass wir weiterhin in der Lage sind, komplexe Infrastrukturprojekte in kürzester Zeit erfolgreich umzusetzen. Das muss wieder unser Standard werden. Unser Staat funktioniert besser, wenn alle Verantwortlichen fokussiert und lösungsorientiert zusammenarbeiten. Der neue Maßstab für die Umsetzungsgeschwindigkeit in Deutschland heißt Rahmede.“
Dr. Michael Güntner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH des Bundes:
„Der Stau hat ein Ende. Ab heute sind die Menschen in der Region wieder ohne zeitraubende Umwege miteinander verbunden. Die neue Rahmedetalbrücke verbessert die Lebensqualität, verkürzt die Wege zur Arbeit und stärkt die Wirtschaft. Die Freigabe der Rahmedetalbrücke ist ein großer Tag: Sie markiert die Rückkehr zur Normalität und zeigt zugleich, dass die Autobahn GmbH effizient und verantwortungsvoll handelt. Wir schaffen Verbindungen und bringen die Menschen wieder zusammen.“
Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH des Bundes:
„Nach der Sperrung der Talbrücke Rahmede habe ich gesagt, wenn wir es in fünf Jahren schaffen, ist das sportlich. Jetzt stehen wir nach vier Jahren Planung und Bau auf dem ersten fertigen Teilstück der Brücke. Eine beeindruckende Leistung aller Beteiligten! Denn hier ging es nicht nur darum, so schnell wie möglich Baurecht zu erlangen. Hier wurde in einem extrem schwierigen Gelände abgebrochen und neu gebaut – und das unter zum Teil widrigen Witterungsbedingungen. Das konnte nur gelingen, weil sehr viele Menschen mit enormen Engagement an diesem Projekt gearbeitet haben. Ich sage heute ganz besonders dem Team der Außenstelle Hagen und den Experten in der Niederlassung Westfalen „Danke dafür!“.
Sebastian Wagemeyer, Bürgerbeauftragter für den Ersatzneubau der Rahmedetalbrücke:
„Die Wiederfreigabe der Rahmedetalbrücke am 22. Dezember 2025 ist für Lüdenscheid, Südwestfalen und unser ganzes Land ein Moment des Aufatmens und ein starkes Zeichen der Zuversicht nach mehr als vier Jahren tiefgreifender Belastungen. Sie steht für die enorme Geduld und Widerstandskraft der Bürgerinnen und Bürger, der Unternehmen und insbesondere der Anwohner entlang der Umleitungsstrecken, die diese Zeit mit großer Haltung getragen haben. Dass dieses Schlüsselprojekt früher als geplant gelingt, beweist: Wenn Staat, Fachleute, Wirtschaft, Politik und Bürgerschaft entschlossen zusammenarbeiten, kann Deutschland große Herausforderungen meistern. Diese Brücke ist damit weit mehr als Infrastruktur – sie ist ein Symbol für Verlässlichkeit, Gemeinschaft und die Zukunftsfähigkeit unseres Landes.“
Hintergrund:
Im Dezember 2021 musste die Talbrücke Rahmede gesperrt werden, weil Schäden am Tragwerk festgestellt worden waren. Nach intensiven Untersuchungen war im Januar 2022 klar, dass die Brücke weder für den Lkw-Verkehr noch für Pkw wieder freigegeben werden kann. Parallel zu diesen Untersuchungen wurde die Neubauplanung sowie die Schaffung von Baurecht vorangetrieben. Nach nur einem Jahr lag am 27. Januar 2023 – dank der guten Zusammenarbeit von Behörden und Verbänden – das Baurecht für den Ersatzneubau vor. Vier Monate später wurde die alte Brücke gesprengt. Am 7. Mai 2023 fielen Überbau und Pfeiler auf ein aus mehr als 100.000 Kubikmetern Erde errichtetes Fallbett. Beton, Stahl und auch ein Großteil des Fallbettes mussten bis zum Baustart abgeräumt werden. Eine große Herausforderung, zumal die Vergabe des Auftrags für den Neubau schneller als geplant erfolgen konnte. Am 5. Oktober gab der damalige Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing den Startschuss für den Neubau, der von einer Arbeitsgemeinschaft (Arge) der Unternehmen Habau, MCE und Bickhardt Bau realisiert wurde.
„Stahlhochzeit“ im Februar
Um den Neubau der Brücke so schnell wie möglich zu realisieren, wurden zwei Taktkeller angelegt, um den Überbau von Norden und Süden über die bis zu 70 Meter hohen Pfeiler zu schieben. Schon im Februar 2025 konnte die sogenannte „Stahlhochzeit“ für den ersten Überbau gefeiert werden: Das Rahmedetal wurde wieder von einer Brücke überspannt. Zehn Monate später kann der Verkehr in beiden Fahrtrichtungen wieder rollen.
Zweiter Überbau Anfang 2026 fertig
Parallel ist derzeit der zweite Überbau in Fahrtrichtung Dortmund im Bau. Hier wird die Stahlhochzeit Anfang des Jahres gefeiert. Neben den Arbeiten zum Ersatzneubau sind die Strecken zwischen den Anschlussstellen Lüdenscheid und Lüdenscheid-Nord grundhaft erneuert worden. Das bedeutet, dass nicht nur die Asphaltschichten neu aufgebaut, sondern auch die Entwässerung sowie die Sicherungssysteme erneuert wurden. Zudem wurden zwei überführende Brücken neu gebaut.

