Die Mitglieder des Iserlohner Kulturausschusses beschlossen den städti-schen Etat 2026, sofern sie dafür zuständig waren. Foto: Hendrik Klein

Iserlohner Kulturausschuss kürzt Zuschüsse

Zuletzt geändert: 14. Januar 2026Von

Alle 2026 geplanten Veranstaltungen können trotzdem stattfinden

Von Hendrik Klein

Wieviel Kultur und wie viele Zuschüsse zu Veranstaltungen kann sich die finanziell gebeutelte Stadt Iserlohn noch leisten? Das war die zentrale Frage in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses, die im Letmather Saalbau stattfand. Die Ausgangslage für die Debatte: In dem von Kämmerer Michael Woitek vorgelegten Etat-Entwurf für 2026 klafft eine Finanzierungslücke von 44,2 Millionen Euro. Sparen ist also angesagt. Dessen waren sich die Mitglieder im Kulturausschuss durchaus bewusst.

Noch 31.600 Euro im Etat

Die positive Nachricht vorweg: Alle geplanten Veranstaltungen können stattfinden. Aber alle Ausschussmitglieder waren sich im Klaren darüber, dass auch die Kultur ihren Beitrag für die Haushaltskonsolidierung leisten und die finanzielle Unterstützung der Stadt zurückgefahren werden muss – und zwar von 43.430 Euro auf 31.600 Euro. Das trifft unter anderem zwei Kirchenchöre, den Heimatverein Letmathe e.V., Casa b, die Jugendkunstschule, das Kultursymposion M, LebensWERT Iserlohn e.V. sowie das Friedensfestival.

Cleverer werben

Mit weniger städtischen Zuschüssen auskommen müssen auch die Werbegemeinschaften Letmathe (Minus 9.000 Euro), Iserlohn (-3.000 Euro) und Hennen (-500 Euro). Das Live Project erhält für „Genuss Pur“ 1.000 Euro weniger. Für die „Italienische Nacht“ bleibt es bei 4.000 Euro Unterstützung aus der Stadtkasse. „Iserlohn muss weiter breit aufgestellt bleiben“, formulierte Christoph Panne (DieIserlohner). Abstriche beim Weihnachtsmarkt führen laut Manuel Huff (Die Linke) dazu, dass er unbedeutender wird. „19.000 Euro für die Werbung finde ich zu hoch, da muss man mal über andere Formate nachdenken und cleverer werben“, so Huff.

Sorge ums Letmather Brückenfest

Sorgen machte sich Huff auch um das Brückenfest in Letmathe: „40.000 Euro Kosten mehr für die Werbegemeinschaft bei deutlich reduziertem Zuschuss kann die für ganz Iserlohn und die Region wichtige Veranstaltung gefährden.“ „Wir möchten ja gerne unterstützen, aber dann müssen wir sagen, was sonst gestrichen werden soll“, machte Katja Siewek von der FDP das Dilemma deutlich. Dem Vorschlag aus dem Gremium, Veranstalter sollten über eine Ausfallversicherung finanzielle Verluste abdecken, erteilte Christoph Panne eine klare Absage: „Die Beiträge sind unbezahlbar!“

 

 

„Abrakadabra“ wieder in Barendorf

Auf die weitere Unterstützung der Stadt zählen können die Organisatoren der Veranstaltungsreihe „Abrakadabra – Drei Mal schwarzer Kater“ in Barendorf. DieIserlohner hatten einen entsprechenden Antrag gestellt. Sollte der Veranstalter für die Veranstaltungsreihe einen Fehlbetrag nachweisen, wird dieser bis zu einer Höhe 7.000 € von der Stadt übernommen. Dafür gab es 12 Ja-Stimmen bei fünf Enthaltungen. Die Mittel seien bereits im Haushaltsentwurf 2026 berücksichtigt, so die Verwaltung in ihrer Stellungnahme.

Rat entscheidet am 17. Februar

Bei Gegenstimmen der Vertreter „Die Linke“ wurde der Entwurf der Haushaltssatzung 2026 mehrheitlich beschlossen. Vom Rat verabschiedet werden soll der städtische Haushalt in der Ratssitzung am 17. Februar.