Polarlichter erleuchten den Himmel
Sternenfreunde Lüdenscheid auf der Jagd nach „Aurora borealis“
Von Hendrik Klein
Der Blick in den nächtlichen Himmel gehört zum Tagesgeschäft der Sternenfreunde Lüdenscheid. Aber das, was sie in den letzten Tagen dort gesehen haben, erblicken sie auch nicht alle Tage. Polarlichter (Aurora borealis) tanzten über den nächtlichen Himmel, leuchteten in allen Regenbogenfarben. Ganz außergewöhnlich ist der Lichtertanz am nächtlichen Firmament nicht. Aber in dieser Intensität wie an den wolkenlosen letzten Nächten haben auch die Sternenfreunde Lüdenscheid das Lichterspiel selten erlebt – und schon gar nicht so lückenlos dokumentiert.
Sonnenwinde als Auslöser
Auslöser für die Polarlichter, die vor allem in nördlichen Breitengraden zu sehen sind und für die mancher eine Kreuzfahrt bucht, sind Sonnenwinde. Polarlichter sieht man am besten zwischen September und März in den arktischen Regionen rund um den Nordpol, also in Nordnorwegen (Tromsø, Lofoten), Finnland (Lappland), Schweden (Abisko) und Island, aber auch in Kanada (Yellowknife) und Alaska (Fairbanks). Die besten Chancen hat man in der Nähe des Polarkreises bei dunklem, klarem Himmel, abseits von Lichtverschmutzung, idealerweise zwischen 21 und 2 Uhr nachts.
Gase beginnen zu leuchten
Die Sonne schleudert ständig elektrisch geladene Teilchen ins All, den sogenannten Sonnenwind. Trifft dieser auf das Magnetfeld der Erde, werden die Teilchen zu den magnetischen Polen gelenkt. In etwa 100 bis 150 Kilometern Höhe stoßen sie dort mit Sauerstoff- und Stickstoffatomen in der Atmosphäre zusammen. Die angeregten Gase beginnen zu leuchten – ähnlich wie in einer Leuchtstoffröhre. Sauerstoff erzeugt dabei meist grüne oder rote Schleier, Stickstoff sorgt für blaue und violette Farbtöne.
Mond störte nicht
In den vergangenen, wolkenlosen Nächten, waren die Polarlichter in ganz Deutschland und somit auch im Märkischen Kreis in einer seltenen Intensität zu sehen. „Es war für mich ein spektakuläres Ereignis. Fasziniert hat mich besonders, dass mehrere grüne Bänder zeitgleich über den Himmel wanderten und immer wieder auch grüne Flecken (aurora blobs) an verschiedenen Stellen auftauchten. Da es auch keinen störenden Mond gab, fand ich die Sichtbarkeit für unsere Breitengrade gigantisch“, so Ingo Will von den Sternenfreunden Lüdenscheid.


