Die MVG-Geschäftsführer Frauke Effert und Stefan Janning (Mitte) zusammen mit Vertretern der Kreistagsfraktionen, des Aufsichtsrats, des Fördermittelgebers sowie Vertreter von Daimler Busses sowie weiteren Projektbeteiligten. Foto: Manthey/MVG

Nächster Schritt der Antriebswende

Zuletzt geändert: 27. März 2026Von

20 Elektrobusse der MVG nehmen ihren Dienst auf

(EB). Die MVG Märkische Verkehrsgesellschaft GmbH hat jetzt auf dem Betriebshof in Lüdenscheid die „Einflottung“ von 20 Elektrobussen gefeiert. Bereits im November waren die ersten beiden Fahrzeuge vom Typ Mercedes-Benz eCitaro 12m Solo angekommen. Die 18 noch fehlenden Fahrzeuge der ersten Beschaffungsrunde kamen in den vergangenen Wochen und nehmen nun ihren Dienst im Märkischen Kreis auf. Fünf weitere eCitaros aus einer weiteren Beschaffung werden Mitte der zweiten Jahreshälfte folgen.

Gesetzlich verbindliche Quoten

Ausgangspunkt für die Umstellung von Diesel- auf Elektromotoren ist die Umsetzung des 2021 verabschiedeten Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetzes des Bundes, das auf der Clean Vehicles Directive der EU beruht. Dieses Gesetz schreibt verbindliche Quoten für emissionsarme und emissionsfreie Fahrzeuge bei Neubeschaffungen vor. Diese Antriebswende bei der MVG macht Aus- und Umbaumaßnahmen an den Betriebsstellen in Lüdenscheid und Iserlohn notwendig.

21 Ladepunkte in Lüdenscheid

Am Betriebshof Lüdenscheid sind die Arbeiten an der Ladeinfrastruktur mit 21 Ladepunkten sowie an der Fahrzeughalle und der Werkstatt inzwischen abgeschlossen. Am Betriebshof in Iserlohn werden die dort geplanten 22 Ladepunkte voraussichtlich bis Ende März fertiggestellt. Hier werden aktuell zudem noch eine Hochdruck-Nebel-Löschanlage sowie eine Krananlage und ein Dacharbeitsstand installiert. Darüber hinaus wird die Hoffläche erweitert. Auch diese Maßnahmen haben ihren Ursprung in der Umsetzung des vorgenannten Bundesgesetzes. Nachdem diese Arbeiten beendet sind, werden voraussichtlich im Sommer 2026 auch in Iserlohn die Elektrobusse in Betrieb gehen.

Mehr als neun Millionen Euro Fördermittel

Um die hohen Investitionen für die gesetzlich geforderte Umstellung auf E-Busse abzufangen, hat sich die MVG erfolgreich Fördermittel in Höhe von 9,26 Millionen Euro für Neubeschaffungen und bauliche Maßnahmen gesichert. Den größten Anteil daran trägt die Förderung des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) in Höhe von 5,1 Millionen Euro für die Beschaffung von 25 der vorgestellten eCitaros. Weitere Fördermittelgeber sind beispielsweise das Land NRW und der Zweckverband Mobilität Ruhr-Lippe (ZRL).

Kaufmännische Vorsicht

MVG-Geschäftsführerin Frauke Effert betont dazu: „Wir wissen, dass unter anderem durch diese gesetzlichen Vorgaben für unsere Flotte hohe Kosten auf die Kommunen zukommen. Deshalb haben wir intensiv nach Fördermöglichkeiten geschaut, die diese Kosten abdämpfen können. Dabei galt für uns das Prinzip der kaufmännischen Vorsicht: Wir haben Förderungen beantragt, wir haben sie aber nicht als festen Bestandteil unserer Planung vorausgesetzt.“

Eckdaten der eCitaros

Während Länge und Breite der neuen Fahrzeuge mit denen der Dieselbusse vergleichbar sind, ist der eCitaro aufgrund der auf dem Dach verbauten Batterien rund 30 Zentimeter höher. Die Motorleistung liegt mit 225 kW sogar leicht über der Leistung der Dieselbusse mit 220 kW. Die Busse verfügen über eine Netzspannung von 400 Volt und weisen einen durchschnittlichen Energieverbrauch von etwa 22 Kilowattstunden pro Stunde beziehungsweise 1,3 Kilowattstunden pro Kilometer auf. Daraus ergibt sich eine Reichweite von rund 210 bis 250 Kilometern. Inwieweit diese Herstellerangaben im alltäglichen Betrieb, insbesondere im anspruchsvollen Streckennetz des Märkischen Kreises, erreicht werden, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

Ladezeit fünf bis sechs Stunden

Geladen werden die Fahrzeuge immer nachts auf dem Betriebshof. Die Ladezeit beträgt bei komplett leerer Batterie ungefähr fünf bis sechs Stunden. Mit der aktuellen Konfiguration der Fahrzeuge können so 80 bis 90 Prozent der Anzahl der MVG-Umläufe, d. h. der Strecken, die ein Bus pro Tag fährt, abgedeckt werden. Durch die zukünftige Technologieentwicklung im Batteriebereich und Anpassung der Konfiguration wird davon ausgegangen, dass die noch fehlenden Prozentpunkte abgedeckt werden können.