
Zur Einstimmung auf den 1. Mai – Tag der Arbeit – im Märkischen Kreis trafen sich jetzt rund 70 aktive Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter zum gemeinsamen Kinoabend im Filmpalast Lüdenscheid.Foto: DGB Märkischer Kreis
Einstimmung auf den 1. Mai
„Die mutigen 56 – Deutschlands längster Streik“ im Kino
(EB). Zur Einstimmung auf den 1. Mai – Tag der Arbeit – im Märkischen Kreis trafen sich jetzt rund 70 aktive Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter zum gemeinsamen Kinoabend im Filmpalast Lüdenscheid. „Die mutigen 56 – Deutschlands längster Streik“ zeigte eindrucksvoll, wie die Werftarbeiter und deren Familien in Schleswig-Holstein mit Unterstützung durch die IG Metall das Recht erkämpften, wie wir es bis heute kennen.
Angriff auf Arbeitnehmerrechte
Dass Arbeitgeber und konservative Politiker jetzt diese Bedingungen für Arbeitnehmer verschlechtern wollen, kommentiert Kevin Dewald, Mitglied im DGB-Kreisvorstand für die IG Metall, so: „Was gar nicht geht sind Kürzungen der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Damit setzt man genau das falsche Signal: Beschäftigte werden unter Druck gesetzt und gefährden ihre Gesundheit. Wer krank ist, muss sich auskurieren können – alles andere wird am Ende für alle teurer. Und klar ist auch: Das sind keine harmlosen Vorschläge, sondern ein klarer Angriff auf Arbeitnehmerrechte. Solche Debatten lösen keine Probleme, sondern verschärfen sie.“
Gemeinsam auf die Straße
Für den Vertreter der Gewerkschaft ver.di, Bernd Benscheidt, ist daher klar: „Darauf werden wir am 1. Mai pochen – und viele weitere Forderungen bei Politik und Arbeitgebern platzieren, damit unsere Kolleginnen und Kollegen gut durch diese Krise kommen. Unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ sind wir mit unserer Veranstaltung in Lüdenscheid wieder laut und kraftvoll präsent und gehen gemeinsam auf die Straße. Für Jobsicherheit. Für eine gerechte Arbeitswelt. Gegen sozialen Kahlschlag!“
Hintergrund:
Das Dokudrama „Die Mutigen 56 – Deutschlands längster Streik“ lässt einen einzigartigen Arbeitskampf lebendig werden. Heute ist die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall selbstverständlich. Doch Arbeiter in den 1950er-Jahren bekommen, im Gegensatz zu den Angestellten, in den ersten drei Krankheitstagen gar keinen Lohn, danach nur wenig. Diese Ungleichbehandlung wollen sich die Arbeiter nicht mehr gefallen lassen. Emma (Anna Schimrigk) und Alfred (David Bredin) verkörpern das Leben der fiktiven Kieler Arbeiterfamilie Freese und machen die damaligen Herausforderungen in all ihrer Härte erlebbar.
34.000 Metallarbeiter streiken
Emma ist eine typische Hausfrau und Mutter jener Zeit. Durch ihre Augen sehen wir diese entbehrungsreiche Zeit und begleiten den Kampf der Freeses für ein menschenwürdiges Leben. Der Krieg und dessen Entbehrungen haben diese Generation gezeichnet, aber jetzt geht es wieder aufwärts. Als ihr Mann Alfred krank auf der Kieler Howaldtswerft zusammenbricht, verzweifelt Emma. Er muss sich schonen, aber wie soll die Familie ohne den Arbeitslohn durchkommen? So kann es nicht weitergehen! Für den Kampf um Gerechtigkeit und Würde legen schließlich ab Oktober 1956 bis zu 34.000 Metallarbeiter in den Werften und Fabriken Schleswig-Holsteins die Arbeit nieder. Dieser Streik gilt bis heute als der härteste und längste Branchenstreik Deutschlands.

