Die Sitzplatztribüne oberhalb des Eingangsbereichs der Eissporthalle. Hier sollen die 100 neuen VIP-Plätze entstehen. Archivfoto: Hendrik Klein

Umbau in der Eissporthalle

Zuletzt geändert: 24. April 2026Von

Roosters investieren eine sechsstellige Summe

Von Hendrik Klein

„Die Stadt und damit ihre Bädergesellschaft ist für die Außenhaut zuständig, wir für das Innenleben.“ So bringt Bernd Schutzeigel, Prokurist und Geschäftsstellenleiter der Iserlohn Roosters, die Zusammenarbeit zwischen dem Hallen-Eigentümer und Hauptnutzer aus der PENNY DEL auf den Punkt. Während – wie berichtet – die Hoffnung auf die erhofften acht Millionen Euro Fördergelder zur energetischen Ertüchtigung der Eissporthalle am Seilersee erst vor wenigen Tagen einen herben Dämpfer erhalten hat, sind die Planungen für den Umbau der Noch-Geschäftsstelle weitestgehend abgeschlossen.

Geschäftsstelle zieht in neues Gebäude

„Wir sind mit den Büros bereits weitestgehend ausgezogen“, so Schutzeigel. Das Gros der Roosters-Mitarbeiter zieht um in das angemietete Gebäude des ehemaligen Finanzamts an der Zollernstraße in Iserlohn. Dort werden künftig 15 Mitarbeitende ihren Arbeitsplatz haben, vier verbleiben am alten Standort in der Eissporthalle. Den ehemaligen Bürotrakt wollen die Roosters zu einem VIP-Bereich mit rund 100 Plätzen umbauen. Dazu sind eine Nutzungsänderung und eine Baugenehmigung von der Stadt Iserlohn erforderlich. Zu den Kosten schweigt sich der Roosters-Prokurist aus: „Dazu sagen wir nichts.“ Nach Informationen dieser Redaktion soll es sich aber um eine größere sechsstellige Summe handeln. Die sauerländischen Kufenflitzer investieren demnach Geld in ein fremdes Gebäude.

Zusätzliche Einnahmen nötig

Ziel der Baumaßnahmen ist nicht zuletzt, weitere Einnahmen zu generieren. 150 bis 170 Euro kostet laut Schutzeigel eine VIP-Karte für ein Roosters-Spiel. „Unsere Kapazitäten sind nun einmal begrenzt“, weiß Bernd Schutzeigel. Mit 4.967 Zuschauern ist die Eissporthalle am Seilersee bei einem DEL-Heimspiel rappelvoll. Der Traum von einer neuen, größeren Halle scheint aufgrund der angespannten kommunalen Haushaltslage und nicht gerade Schlange stehender Investoren ausgeträumt zu sein.

Gastrobereich wird erweitert

Also wollen sich die Roosters durch den Umbau und räumliche Umorganisation in der Halle helfen. Der Presseraum wird verlegt, der Nachwuchs bekommt dadurch mehr Platz. Der Gastrobereich soll erweitert werden, erhält mehr Platz unter der Sitzplatztribüne, „der Fanshop bleibt da, wo er ist“, so Bernd Schutzeigel. Durch die zusätzlichen 100 VIP-Plätze erhoffen sich die Iserlohn Roosters jährliche Mehreinnahmen in Höhe von rund 100.000 Euro.

200 Mitarbeitende an jedem Spieltag

Die, so der Roosters-Prokurist, sind auch dringend nötig, wenn der Eishockey-Standort Iserlohn dauerhaft erhalten bleiben soll. „Wir sind ein kleines mittelständisches Unternehmen. An jedem Spieltag beschäftigen wir rund 200 Mitarbeitende, 100 davon sind Aushilfen“, verrät Bernd Schutzeigel. Zusätzliche Einnahmen seien auch deshalb dringend nötig. „Die Spielergehälter explodieren zurzeit förmlich“, verrät der Roosters-Prokurist. Deshalb sei man am Seilersee auch so dankbar, mit Franz-David Fritzmeier einen versierten Sportdirektor gefunden zu haben. „Sein Budget für Spielerverpflichtungen ist im Vergleich zum vergangenen Jahr nicht gestiegen. Dennoch gelingt es ihm immer wieder, gute deutsche Spieler nach Iserlohn zu holen“, lobt Schutzeigel. Auch bei der aktuellen Kader-Zusammenstellung scheint Fritzmeier ein gutes Händchen zu haben. Bernd Schutzeigel: „Er lässt sich in seine Arbeit nicht hereinreden. Es macht Spaß, mit ihm zusammenzuarbeiten. Ich hoffe, er bleibt noch lange am Seilersee.“