Regenchaos und Spitzenreiten beim Balver Optimum
Das Wetter schlägt bei den Deutschen Meisterschaften im Sauerland Kapriolen. Die Reit-Elite trotzt den Wassermassen mit absolutem Spitzensport.
Die Deutschen Reitmeisterschaften präsentierten sich am zweiten Wettkampftag als echte Schlammschlacht mit absolutem Spitzensport. Gleich mehrere heftige Platzregen prasselten auf die Reitbahnen nieder und forderten Ross und Reiter im sauerländischen Balve alles ab. Die Bedingungen auf den Plätzen waren extrem anspruchsvoll, doch die sportliche Elite Deutschlands ließ sich die Laune nicht verderben.
Isabell Werth dominiert die Dressurprüfung im Märkischen Kreis
In der Dressur untermauerte die unangefochtene Königin des Sattels eindrucksvoll ihre Favoritenrolle im Viereck. Isabell Werth gleich auf Platz 1 und 3 mit Wendy de Fontaine und Viva Gold OLD im 1. Durchgang zur Dressur-Prüfung. Mit präzisen Lektionen und einer traumhaften Leichtigkeit trotzte sie den widrigen Bedingungen im weiten Rund. Der zweite Platz an Frederic Wandres auf Bluetooth OLD ging ebenfalls nach einer harmonischen Vorstellung völlig in Ordnung.

(c) Sebastian Sendlak
Ganz anders lief es hingegen für die amtierende Olympiasiegerin, die einen völlig verkorksten Tag erwischte. Jessica von Bredow-Werndl auf Times Kismet 2 enttäuscht auf dem 10. Rang genau wie Lisa Müller auf dem 14. und 19. Rang. Gerade Müller wirkte eigentlich schon auf den vergangenen Turnieren nach ihrer Trennung mit dem Fußballer Thomas Müller laut Experten als durchaus gelassen, konnte diese Situation wohl dennoch nicht wirklich befreit. Für die kommenden Prüfungen muss die Dressurreiterin nun versuchen, den Kopf freizubekommen.
Elisabeth Meyer glänzt fehlerfrei im nassen Springparcours
Nicht minder spannend ging es im Parcours der Springreiterinnen zur Sache, wo die Stangen trotz nasser Bedingungen kaum fielen. Im 1. Durchgang DM der Damen setzte sich ein Trio ohne jeden Makel an die Spitze des Feldes. Elisabeth Meyer vor Fabienne Graefe und Juliane Rölfing mit jeweils 0 Fehlerpunkten. Die Zuschauer erlebten fehlerfreie Ritte, die von enormem Risiko und absolutem Rhythmusgefühl geprägt waren.
Die Springen wurden gleich zwei Mal von starken Regenfällen überschattet, zeigten aber, auf welchen hohen Niveau gerade die Pferde auf dem Kurs standen und sich nicht beirren ließen. Die Vierbeiner bewiesen enormen Kampfgeist auf dem tiefen Boden und meisterten die nassen Klippen ohne größere Probleme. Für die Parcoursbauer war das Ergebnis eine Bestätigung ihrer hervorragenden Arbeit im Vorfeld des Turniers.
Viele Titelentscheidungen am Finalwochenende in Balve erwartet
An den kommenden drei Tagen geht es um weitere Entscheidung bei der Jugend, der Para-Dressur, der Dressur und beim Springen. Bis Sonntag werden gleich mehrere Deutsche Meistertitel vergeben, was für ein volles Programm sorgt. Die Reitsportfans können sich also auf ein langes, hochspannendes Finalwochenende im Sauerland einstellen. Die Wetterprognosen versprechen zumindest eine leichte Besserung für die entscheidenden Ritte.


