
Bereits Ende Juni wurden im Bereich der Wehranlage am Kemnader See verendete Hechte gesichtet. Auch hier vermuteten Fachleute einen Zusammenhang mit den hohen Wassertemperaturen infolge der Hitzewelle. Foto: Ruhrverband
Angeln von Raubfischen einstellen
Ruhrfischereigenossenschaft und Ruhrverband rufen zum Angelverzicht auf
(EB). Aufgrund der weiterhin außergewöhnlich hohen Wassertemperaturen kommt es in den Gewässern der Ruhrfischereigenossenschaft und insbesondere in den Stauseen der unteren Ruhr derzeit vermehrt zu Fischsterben. Davon betroffen sind vor allem große Raubfische wie etwa Hechte. Der Geschäftsführer der Ruhrfischereigenossenschaft, Stefan Jäger, und der Fischereiexperte des Ruhrverbands, Markus Kühlmann, appellieren daher gemeinsam an alle Anglerinnen und Angler, das Angeln auf Raubfische vorübergehend komplett einzustellen, bis sich die Wassertemperaturen mit dem Einsetzen kühlerer Witterung wieder normalisiert haben.
Weniger Sauerstoff in Gewässern
„Mit steigenden Wassertemperaturen sinkt der Sauerstoffgehalt im Gewässer drastisch, während der Stoffwechsel der Fische gleichzeitig auf Hochtouren läuft“, erklärt Markus Kühlmann den Grund für diesen eindringlichen Appell. „Diese Kombination setzt die Tiere bereits unter extremen Stress, so dass jede zusätzliche Belastung – wie etwa der Drill beim Angeln – für die geschwächten Raubfische tödlich enden kann.“ Selbst wenn untermaßige oder geschonte Fische vorsichtig zurückgesetzt würden, verringere der Angelstress ihre Überlebenschancen, ergänzt Stefan Jäger und bittet daher darum: „Seien Sie verantwortungsvoll, haben Sie Geduld bis zur Abkühlung. Sobald sich die Wetterlage entspannt und die Wassertemperaturen sinken, kann das Angeln auf Raubfische wieder ohne zusätzlichen Stress für die Tiere ausgeübt werden.“

