
Henri Ruoste (FIN) mit Tiffanys Diamond in der Grand Prix Spécial Kür bei der Reit-WM in Aachen (Foto: Jenny Musall)
Henri Ruoste beendet Reit-WM als 17. und Fry verteidigt ihre Titel
Henri Ruoste beendet die Reit-WM in Aachen als 17. Der Name des Weltmeisterpaares ist gleich geblieben. Charlotte Fry sichert sich mit Glamourdale erneut die Spitze des Podiums und verteidigt somit ihren Titel.
Eigentlich hatte der in Menden lebende Finne Henri Ruoste bei seinem Debüt bei den FEI World Championships in Aachen knapp den Einzug in die letzte Prüfung am Samstagabend verpasst. Allerdings haben drei Reiter, darunter auch Einzel-Bronzemedaillengewinnerin Katharine Hemmer, auf ihren Start verzichtet. So konnte Ruoste doch noch in der Kür Tiffanys Diamond zur Musik tanzen lassen.
Im ausverkauften Hauptstadion ist Nervenstärke bei Pferd und Reiter gefragt
In der letzten Dressurprüfung, dem Lindt-Preis, kann sich der 44-Jährige den 17. Rang mit 75,468 % sichern. Ruoste ist mit einer deutlich sichtbar aufgeregten Tiffanys Diamond als Erster von 18 Startern am Samstagabend in der Kür angetreten. Dass die Richter gerade bei Startreitern nicht gerade mit hohen Wertnoten um sich werfen, ist klar. Und auch Tiffanys Diamond war von dem mit über 30.000 Zuschauern so gut wie ausverkauften Hauptstadion sichtlich beeindruckt. Das 14-jährige Dänische Warmblut war an seiner Umgebung sehr interessiert, was Ruoste mit Ruhe, weggestrecktem Unterschenkel und einer ruhigen Zügelführung versucht hat, auszugleichen. Die Höhepunkte in der Kür liegen in den Piaffen, die punktgenau gezeigt wurden. Gegen Ende der Kür, die von der Thematik her durch Blechinstrumente an Weltkriegsszenen und somit an die Geschichte Finnlands, zeigt sich die Stute nach Verlassen des Vierecks auch komplett entspannt.
Ganze 16,439 % liegen zwischen Ruoste und der neuen, alten Einzelweltmeisterin im Grand Prix Special sowie in der Grand Prix Kür. Charlotte Fry aus Großbritannien setzt mit dem 15-jährigen Glamourdale hohe Maßstäbe, denn das absolute Highlight des Rappen ist Galopptour, die Fry gekonnt zur Musik von u.a. den Venga Boys, einsetzt. Gleich zu Beginn setzt die 30-Jährige in der Piaff-Passage-Tour Akzente. Getoppt wird dies nur von der raumgreifenden Galoppade des Hengstes. Am Ende sind dies 91,907 %. Mit diesem Ergebnis setzt Fry die aktuelle Weltranglistenerste, Catherine Laudrup-Dufour mit Mount St John Freestyle unter Druck.
Charlotte Fry lässt Isabell Werth und Catherine Laudrup-Dufour hinter sich
Die Wertnoten, bestehend aus der technischen Ausführung der einzelnen Lektionen und der künstlerischen Gestaltung, sind ähnlich wie bei Fry und doch reicht es nicht, um Punkte herauszureiten und sich den Titel zu holen. Wieder muss sich die Dänin geschlagen geben, auch wenn sie an diesem Abend die Einzige ist, die mit ihrem Ergebnis von 91,236 % in die Höhe von Fry kommt.
Die beste Deutsche, und damit die Bronzemedaille, geht an Isabell Werth mit Wendy de Fontaine. „Bei diesen Bewertungen – 90 Prozent, 88 Prozent … – da gab es nur eine Möglichkeit: Vorwärts!“, sagt Werth in der anschließenden Pressekonferenz. Doch das war zu viel des Guten. Dadurch sind erneut Fehler in den fliegenden Galoppwechseln entstanden, die die Stute nicht korrekt gesprungen ist. Das Ergebnis von 88,650 % ist deutlich hinter Fry und Laudrup-Dufour und doch wurde ein Wunsch der Rekordmeisterin wahr: „Ein Einzelmedaillchen wäre schön“, sagt Werth zuvor im WDR-Interview. Somit haben die deutschen Reiter einmal Mannschaftsgold und zweimal Einzelbronze geholt.

