Von links nach rechts: Prof. Dr. Michael Währisch (Vorsitzender der FWV Mark-Ruhr), Thorsten Schick (MdL), Matthias Müller (stellv. Vorsitzender der Bezirksgruppe MK), Paul Ziemiak (MdB), Eberhard Freiherr von Wrede (Vorsitzender des WBV NRW e.V.), Franz Schulte-Berge (Vorsitzender der Bezirksgruppe MK). Foto: WLV

Forstwirte und Politik im Gespräch

Zuletzt geändert: 8. September 2026Von

(EB). Vertreter der Forstwirtschaftlichen Vereinigung (FWV) Mark-Ruhr und der Bezirksgruppe Märkischer Kreis des Waldbauernverbandes (WBV) trafen sich jetzt mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Paul Ziemiak und Landtagsabgeordneten Thorsten Schick auf dem Hof Schulte-Berge in Menden, um über die aktuelle Lage der heimischen Wälder und die wirtschaftliche Situation der regionalen Forstbetriebe zu informieren.

Große Schäden in den Wäldern

Im Mittelpunkt des Austauschs standen die besorgniserregenden Schäden in den heimischen Wäldern, insbesondere in den Birken- und Buchenbeständen, die durch die anhaltenden Trocken- und Hitzeperioden verursacht werden. Bereits jetzt verfärbt sich das Blattwerk vieler Bäume. Die Forstexperten wiesen darauf hin, dass dies nicht nur ein optisches Problem darstellt: Blattwerk, das grün abgeworfen wird, hat noch nicht das für die Photosynthese im Folgejahr benötigte Chlorophyll in den Stamm eingelagert. Damit ist ungewiss, ob und wie viele Bäume im kommenden Frühjahr überhaupt wieder austreiben und vertrocknen – mit entsprechenden Folgen auch für die Verkehrssicherheit an Wegen und Straßen.

Wirtschaftliche Situation angespannt

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die wirtschaftliche Situation der Forstbetriebe im Märkischen Kreis, die von den Vertretern von FWV und WBV unverändert als angespannt und unbefriedigend beschrieben wurde. Zwar erzielen die Betriebe im Nadelholzsegment derzeit gute Verkaufspreise, diese Sortimente stehen jedoch aufgrund der kalamitätsbedingten Zwangsnutzung in den letzten Jahren kaum noch in ausreichender Menge zur Verfügung. Laubholzsortimente – allen voran Buche – lassen sich dagegen nur schwer und zu sehr geringen Erlösen absetzen. Auch mittelfristig zeichnet sich keine Entspannung ab: Für die kommenden zehn Jahre ist wegen der Kalamitätsschäden nur mit geringen Mengen an sägefähigem Holz zu rechnen, was für die Betriebe und die heimischen Sägewerke mit weiteren, gravierenden Erlöseinbußen verbunden sein wird.

Landeswaldgesetz erörtert

Ergänzend erörterten die Teilnehmer die geplanten Regelungen des neuen Landeswaldgesetzes, unter anderem zum Radfahren im Wald, und deren praktische Bedeutung für die Waldbesitzenden vor Ort. Die Vertreter von FWV Mark-Ruhr und des WBV appellierten an die anwesenden Abgeordneten, die dramatische Lage der heimischen Forstwirtschaft auf Landes- und Bundesebene weiter zu thematisieren und sich für praxisnahe Unterstützungsmaßnahmen für die betroffenen Waldbesitzer im Märkischen Kreis einzusetzen.