Fabian Schmidt, sellvertretender Vorsitzender des Märkischen Arbeitgeberverbandes (MAV). Foto: MVA

Unternehmen brauchen „Luft zum Atmen“

Zuletzt geändert: 8. Oktober 2026Von

Auftakt der Tarifverhandlungen: Der Märkische Arbeitgeberverband war dabei

(EB). Zum Auftakt der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie in Düsseldorf haben die Metallarbeitgeber aus der Märkischen Region die Tarifrunde 2026 als eine der schwierigsten Tarifrunden der vergangenen Jahrzehnte bezeichnet. Die Unternehmen stünden unter massivem Kosten- und Wettbewerbsdruck, so Fabian Schmidt, stellvertretender Vorsitzender des Märkischen Arbeitgeberverbandes (MAV), der gemeinsam mit MAV-Geschäftsführer Özgür Gökce beim Start der Verhandlungen in Düsseldorf dabei war. Vor diesem Hintergrund sei die Forderung der IG Metall nach einer Lohnerhöhung um fünf Prozent völlig unrealistisch.

 Tiefgreifende Strukturkrise

„Diese Tarifrunde unterscheidet sich grundlegend von früheren Tarifrunden. Unsere Unternehmen kämpfen nicht mit einer vorübergehenden Konjunkturdelle, sondern müssen sich in einer tiefgreifenden Strukturkrise des Standorts Deutschland gegen erhebliche Verluste an Wettbewerbsfähigkeit behaupten“, erklärte Schmidt. „Wir brauchen deshalb tarifpolitische Lösungen, die den Unternehmen Luft zum Atmen lassen, Investitionen wieder ermöglichen und damit industrielle Wertschöpfung und Jobs sichert.“

Hohe Arbeitskosten

Ein beträchtlicher Kostenfaktor für die Unternehmen sei der hohe Lohnkostenanteil an den Einkaufskosten mit im Mittel 30 Prozent – im Mittelstand liege er sogar bei 50 Prozent, sagte Schmidt. „Die hohen Arbeitskosten sind eine wesentliche Ursache für die massive Wettbewerbsschwäche der Unternehmen an unserem Industriestandort. Dieser Kostendruck muss jetzt runter“, betonte der Verbandsvertreter.

Entscheidend für Tarifbindung

Diese Tarifrunde sei auch eine entscheidende für die Tarifbindung und die Akzeptanz des Flächentarifvertrags. „Der Flächentarif kann seine Stärke nur bewahren, wenn er Antworten auf die wirtschaftlichen Herausforderungen der Unternehmen vor Ort bietet“, erklärte Schmidt „Hier haben die Tarifvertragsparteien eine große Verantwortung.“ Gegenwärtig verliere die M+E-Industrie Nordrhein-Westfalens Monat für Monat rund 2.500 Arbeitsplätze – viele davon auch in der Märkischen Region, der Industrieregion Nummer eins in NRW, erklärte Schmidt.

Arbeitsplätze in der Region erhalten

„Unser gemeinsames Ziel muss es sein, industrielle Arbeitsplätze in Deutschland und in unserer Region zu erhalten. Dafür brauchen wir wettbewerbsfähige Unternehmen, Investitionen und verlässliche Rahmenbedingungen. Die Tarifpolitik kann die strukturellen Probleme des Standorts nicht allein lösen – sie kann aber einen wichtigen Beitrag leisten“, so Schmidt.

Die Tarifverhandlungen in Düsseldorf begannen mit einem Austausch der Positionen von Arbeitgebern und Gewerkschaft. Sie werden voraussichtlich noch im Laufe des Oktobers fortgesetzt.