Technik, die begeistert und vor allem im Katastrophenfall hilft. Im Bild von links: Daniel Hoppe, THW Ortsverband Bochum, Nicolas Hefner, Landesbeauftragter NRW der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, Prof. Christoph Donner, Vorstandsvorsitzender des Ruhrverbands, Gregor Lorenz, stellv. Leiter Regionalbereich West des Ruhrverbands, Jan-Peter Gran, Einsatzleitung THW-NRW. Foto: Thomas Gursch/Ruhrverband

THW und Ruhrverband unterzeichnen Vereinbarung

Zuletzt geändert: 8. Oktober 2026Von

Wasserwirtschaftliche Infrastruktur gegen Krisen stärken

(EB). Der Ruhrverband und das Technische Hilfswerk in Nordrhein-Westfalen (THW) wollen künftig noch enger zusammenarbeiten, um die Widerstandsfähigkeit der wasserwirtschaftlichen Infrastruktur im Ruhreinzugsgebiet gegenüber Krisen und Notlagen zu stärken. Die entsprechende Verwaltungsvereinbarung wurde jetzt auf der Kläranlage Bochum-Ölbachtal unterzeichnet. Naturkatastrophen, wie die Stürme „Ela“ und „Friederike“, oder die Flutkatastrophe im Juli 2021 haben gezeigt, wie schnell wasserwirtschaftliche Infrastruktur an ihre Belastungsgrenzen kommen kann. Hinzu kommen neue Herausforderungen für Betreiber kritischer Infrastruktur – etwa durch großflächige Stromausfälle, Cyberangriffe oder andere hybride Gefahren.

Gemeinsame Übungen

Die Vereinbarung schafft eine verlässliche Grundlage für die Zusammenarbeit von Ruhrverband und THW. Im Mittelpunkt stehen gemeinsame Übungen, der fachliche Austausch sowie die Abstimmung und Nutzung technischer Ressourcen. So soll im Ernstfall schnell und zielgerichtet geholfen werden können. „Katastrophenhilfe ist kein Lieferservice“, sagt Prof. Christoph Donner, Vorstandsvorsitzender des Ruhrverbands. „Wir müssen uns kennen, bevor eine Krise eintritt, und wissen, welche technischen und personellen Möglichkeiten jeweils zur Verfügung stehen. Mit der Vereinbarung schaffen wir dafür die notwendigen Strukturen.“

Hilfe beginnt vor dem Einsatz

„Effektive Hilfe beginnt lange vor dem Einsatz. Wenn wir die Anlagen, die Technik und die Ansprechpartner bereits kennen und gemeinsam geübt haben, können wir im Ernstfall schneller und wirkungsvoller arbeiten“, sagt Nicolas Hefner, NRW-Landesbeauftragter der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk. „Die Vereinbarung bringt die Kompetenzen von Wasserwirtschaft und Bevölkerungsschutz zusammen und stärkt damit die Resilienz.“ Gerade bei komplexen wasserwirtschaftlichen Anlagen ist die Verbindung von technischem Fachwissen des Ruhrverbands und den Einsatzmöglichkeiten des THW von besonderer Bedeutung. So können beispielsweise mobile Netzersatzanlagen oder Pumpen des Ruhrverbands im Bedarfsfall durch das THW eingesetzt werden. Gemeinsame Übungen sollen sicherstellen, dass Technik, Abläufe und Ansprechpartner im Ernstfall bekannt sind.

Beispiel für ganz NRW

Die Kooperation soll zugleich über den Ruhrverband hinaus Wirkung entfalten. Sie kann als Beispiel für eine engere Zusammenarbeit zwischen Wasserwirtschaft und Katastrophenschutz in ganz Nordrhein-Westfalen dienen – mit einem gemeinsamen Ziel: die Versorgungssicherheit und Resilienz der kritischen wasserwirtschaftlichen Infrastruktur zu stärken.