
Manuel Herzig, Baumpfleger beim SIH, zeigt: Ein großflächiger Lackporlingsbefall hat das Holz am Stammfuß der Gemeinen Esche stark zersetzt und die Standsicherheit aufgehoben. Foto: Giebels/SIH
Fünf stadtbildprägende Bäume nicht mehr standsicher
SIH muss drei Bäume fällen – zwei bleiben als Habitatbäume erhalten
(PSH). Fünf alte und stadtbildprägende Bäume im Park von Haus Letmathe und am Stenner-Gymnasium in Iserlohn können in ihrer bisherigen Form nicht erhalten werden. Baumkontrollen des Stadtbetriebs Iserlohn/Hemer (SIH) haben ergeben, dass ihre Standsicherheit nicht mehr gewährleistet ist. Ein zusätzlich hinzugezogener Sachverständiger hat die Befunde bestätigt. Drei Bäume müssen gefällt werden. Bei zwei weiteren können die gekürzten Stämme als Habitatbäume stehen bleiben.
Über 100 Jahre alt
Betroffen sind eine Blutbuche am Stenner-Gymnasium sowie eine Gemeine Esche, eine Rotbuche, ein Bergahorn und eine Rosskastanie im Park von Haus Letmathe. Alle fünf Bäume sind deutlich älter als 100 Jahre, die meisten haben einen Stammdurchmesser von mehr als 120 Zentimetern. Ihr Verlust bedeutet einen schmerzlichen Einschnitt für das Stadtbild und die Natur. „Das macht uns auch keinen Spaß“, sagt Manuel Herzig, Meister der Baumpflege beim SIH. Er weiß um die besondere Bedeutung der mächtigen Bäume für Natur und Mensch. „Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger geht aber vor.“
Gutachter hinzugezogen
Um alle Möglichkeiten zum Erhalt der Bäume sorgfältig zu prüfen, hat der SIH zusätzlich den Bochumer Baumgutachter Dr. Markus Streckenbach hinzugezogen. Seine Untersuchung bestätigte die bereits festgestellten erheblichen Schäden und die daraus resultierende Umsturzgefahr. Die Blutbuche am Stenner-Gymnasium ist vom Brandkrustenpilz befallen. Die Baumspitze ist bereits abgestorben; zudem sind mehrfach Stammteile ausgebrochen. Der Baum muss deshalb stark zurückgenommen werden. Ein etwa vier Meter hoher Stamm kann jedoch als Habitatbaum erhalten bleiben.
Kürzung auf drei Meter
Auch die Gemeine Esche im Park von Haus Letmathe kann nach einer Kürzung auf etwa drei Meter Höhe als Habitatbaum an ihrem Standort verbleiben. Ein großflächiger Lackporlingsbefall hat das Holz am Stammfuß stark zersetzt und die Standsicherheit aufgehoben. Die beiden verbleibenden Stämme können weiterhin Lebensraum für Tiere bieten.
Pilzbefall an Rotbuche
Für die drei übrigen Bäume besteht diese Möglichkeit nicht: Die Rotbuche weist einen Befall mit Austernseitlingen im oberen Kronenbereich sowie mit Brandkrustenpilz an den für die Verankerung wichtigen Haltewurzeln auf. Beim Bergahorn hat Hallimaschbefall zu Fäule an den Haltewurzeln geführt. Die Rosskastanie ist ebenfalls von Hallimasch betroffen. Ihr Stamm ist durch die Fäule im Inneren hohl geworden; die verbliebene Restwandstärke reicht für einen sicheren Stand nicht mehr aus. Diese drei Bäume müssen gefällt werden.
Verkehrssicherungspflicht
Die Maßnahmen sind zur Erfüllung der Verkehrssicherungspflicht erforderlich und können nicht aufgeschoben werden. Der SIH beginnt spätesten am Donnerstag, 22. Oktober, mit den Arbeiten im Park von Haus Letmathe. Direkt im Anschluss folgen die Arbeiten am Stenner-Gymnasium. Abgeschlossen werden diese voraussichtlich Mitte kommender Woche.


