
Der neue Landrat Ralf Schwarzkopf (Mitte) mit seinen beiden neuen Stellvertretern Stefan Ohrmann (links) und Wolfgang Rothstein. Foto: Hendrik Klein
Ralf Schwarzkopf als Landrat vereidigt
Wahlmarathon im neuen Super-Kreistag
Von Hendrik Klein
Ralf Schwarzkopf aus Lüdenscheid ist jetzt auch ganz offiziell neuer Landrat im Märkischen Kreis. Der Christdemokrat wurde in der konstituierenden Sitzung des Kreistages in vom Alterspräsidenten Axel Hoffmann offiziell in sein Amt eingeführt. Der FDP-Fraktionsvorsitzende ist seit dem 1. Oktober 1999 Mitglied des in dieser Wahlperiode auf 86 Kreistagsmitglieder angewachsenen Gremiums.
Kluge Politik mit Weitsicht
„Unsere Aufgabe ist es, für unsere Bürgerinnen und Bürger, aber auch für die kreisangehörigen Kommunen eine kluge Politik mit Weitsicht und nachvollziehbaren Entscheidungen zu gestalten“, schrieb der 76-jährige allen Kreistagsmitgliedern ins Stammbuch. Und weiter: „Wir alle haben mit unseren Mandaten Verantwortung für den Märkischen Kreis übernommen, der mit seinen 410.000 Einwohnern als fünfzehntgrößter Kreis der Bundesrepublik von rund 300 Landkreisen seinen eigenen Stellenwert hat.“
Eröffnungsrede Axel Hoffmann:
Sehr geehrter Herr Landrat Schwarzkopf.
Zu Ihrer Wahl zum neuen Landrat des Märkischen Kreises gratuliere ich Ihnen im Namen des ganzen Kreistags sehr herzlich.
Bei der Kommunalwahl 2025 haben Sie zum ersten Mal für das Amt des Landrates des Märkischen Kreises kandidiert und sind im ersten Wahlgang am 14. September 2025 mit absoluter Mehrheit gewählt worden.
Am 1. November haben Sie dieses Amt angetreten und die Verantwortung für die Leitung der Kreisverwaltung, der Leitung der Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis und auch den Vorsitz des Kreistages übernommen.
Die Amtseinführung eines neuen Landrats ist immer ein besonders Ereignis, dokumentiert sie doch auch den Abschluss einer demokratischen und in Freiheit getroffenen Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger.
Ihre Aufgabe Herr Schwarzkopf ist es, dieses Amt wahrzunehmen, politisch und auch durch Ihre Persönlichkeit zu gestalten. Dazu wünsche ich Ihnen im Namen des Kreistags die notwendige Kraft, die dieses Amt erfordert, die entsprechende Ausdauer, die bei dem hohen Zeitaufwand für die Aufgaben, notwendig ist, aber auch die Freude in der Begegnung mit vielen Menschen in unserem Märkischen Kreis.
Nach § 44 Absatz 3 der für uns geltenden Kreisordnung ist es als Altersvorsitzenden des Kreistages meine Aufgabe, Sie zu vereidigen. Ich bitte Sie, die Eidesformel vor dem Kreistag zu sprechen:
Ich schwöre, dass ich das mir übertragene Amt nach bestem Wissen und Können verwalten, Verfassung und Gesetze befolgen und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. (So wahr mir Gott helfe.)
Herr Landrat Schwarzkopf, Sie sind damit in Ihr Amt eingeführt. Ich übergebe Ihnen nun die Sitzungsleitung und wünsche Ihnen allzeit eine glückliche Hand.
Amtseid abgelegt
Im Anschluss an sein Eingangsstatement nahm Axel Hoffmann dem neuen Landrat den Amtseid ab: „Ich schwöre, dass ich das mir übertragene Amt nach bestem Wissen und Können verwalten, die Verfassung und die Gesetze befolgen und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde, so wahr mir Gott helfe“.
Antrittsrede des Landrats in voller Länge:
Vielen Dank, sehr geehrter Herr Hoffmann, für Ihre einführenden Worte,
Ihre und die überbrachten guten Wünsche des Kreistages für meine
kommende Amtszeit!Meine Damen und Herren Kreistagsabgeordnete, sehr
geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kreises, sehr
geehrte Damen und Herren, liebe Gäste!Die Bürger des Märkischen Kreises haben mich am 14. September 2025
zum neuen Landrat des Märkischen Kreises gewählt. Ich habe dieses
Amt zum 01. November angetreten und die damit verbundenen
Aufgaben und Pflichten sehr gern übernommen.Ich trete dieses Amt in einer Zeit an, die der Psychologe Stephan
Grünewald treffend als die Ära der „Krisenakrobaten“ bezeichnet.
Grünewald beschreibt, wie die Deutschen auf die Überforderung durch
die Vielzahl und Gleichzeitigkeit von Krisen reagieren: mit einer
beeindruckenden, aber auch gewagten Form der Selbststabilisierung.
Wir ziehen uns ins Private zurück, werden Stars in unserer privaten
Manege, balancieren auf unserem eigenen Drahtseil. Doch dieses
Balancieren im Alleingang führt zu einer „Silodarität statt Solidarität“,
zu einer inneren Blockade, die verhindert, dass unsere immense Energie
in kollektive Tatkraft umschlägt.Diese Beobachtung trifft den Kern unserer Herausforderung auch hier im
Märkischen Kreis. Wir sind eine Region voller Tatendrang, Fleiß und
Innovation. Aber auch wir müssen den Sprung vom privaten ins
kollektive Handeln wagen. Unsere Aufgabe in den kommenden Jahren
ist es, die Drahtseile des Einzelnen zu einem starken, gemeinsamen
Netz zu verweben.Der erste und wohl wichtigste Drahtseilakt betrifft das Herzstück unserer
Region, die Voraussetzung für unseren heimischen Wohlstand: unsere
Industrie. Die Krise, insbesondere der energieintensiven Industrie, ist
real und existenzbedrohend. Hohe Energie- und Arbeitskosten,
schwache Nachfrage und in die Jahre gekommene Infrastruktur – all das
erzeugt einen Stresspegel, der die Liquidität vieler Betriebe gefährdet.
Hier erleben wir die Grünewald’sche „gestaute Energie“ besonders
deutlich. Unsere Unternehmen haben enorme Kraftreserven, aber sie
sind aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen blockiert.Wir müssen als Kreis zum zentralen Anwalt der Wirtschaft werden!
Zusammen mit unserer Wirtschaftsförderungsgesellschaft GWS wollen
wir neue Perspektiven aufzeigen und Chancen ermöglichen. Wir
unterstützen die Wirtschaftsbeziehungen mit unseren Partnerregionen,
ermöglichen Netzwerke für neue Branchen und fördern
Existenzgründungen bei uns im Kreis.In der Kreisentwicklung haben wir bereits erste Schritte unternommen,
um ein umfassendes Energiekonzept für den Märkischen Kreis zu
erstellen. Damit werden wir alle sinnvollen Möglichkeiten nutzen, um
regenerative Energien zu fördern, von der Wind- bis zur Wasserkraft.
Insbesondere die Chancen des Wasserstoffes wollen wir für unsere
Region nutzen.Voraussetzung für eine gelingende Wirtschaftsförderung ist die
Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern, den Arbeitgeberverbänden und
den Gewerkschaften sowie den Kammern.Damit unsere Industrieregion noch präsenter in der öffentlichen
Wahrnehmung wird und hoffentlich bald aufhört, von „hidden champions“
zu sprechen, sondern mit Stolz ihre hochinnovativen Weltmarktführer
vorzeigt, braucht es eine gesicherte Zukunft der Südwestfalen Agentur
nach der Regionale 2025.Drei Jahre Rezession untergraben unser eigenes finanzielles
Fundament. Die Haushaltsdefizite des Kreises und unserer Städte und
Gemeinden sind alarmierend. Auch wenn es uns noch so schwerfällt:
Unsere Wünsche und unsere Ausgaben müssen sich an der finanziellen
Leistungsfähigkeit unseres Landes orientieren.Unser Kreishaushalt ist zu großen Teilen ein Sozialhaushalt. Rund 75%
aller Ausgaben der Kreisverwaltung fließen direkt oder indirekt in
Sozialleistungen. Das Jahr 2024 wurde mit dem geplanten Defizit von 37
Millionen Euro abgeschlossen. Für 2025 erwarten wir nach den
bisherigen Zahlen ein Defizit von 42 Millionen Euro. Ausgleichsrücklage
und allgemeine Rücklage sind aufgebraucht, so dass die Hebesätze der
Kreisumlage erhöht werden müssen. Das belastet unsere
kreisangehörigen Städte und Gemeinden. Unsere Aufgabe ist es, auch
unter diesen Bedingungen die Handlungsfähigkeit des Kreises zu
sichern. Die kommunale Familie, meine Damen und Herren, zahlt zu viel
für Entscheidungen, die andere staatliche Ebenen getroffen haben.
Bundes- und Landesregierung haben das Problem der fehlenden
Konnexität zwischen den staatlichen Ebenen durchaus erkannt und
Abhilfe versprochen. Wir werden sie an die zügige Umsetzung
hartnäckig erinnern. Wir dürfen aber nicht nur mit dem Finger auf Andere
zeigen.Auch wir haben Möglichkeiten, unseren Teil zum Sparen beizutragen.
Der Kreistagsbeschluss der letzten Wahlperiode zur Konsolidierung der
Ausgaben, auch der Personalausgaben, ist für mich Aufgabe und
Verpflichtung in den anstehenden Haushaltsberatungen. Ich werde
gemeinsam mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern zudem
nach weiteren Chancen in der interkommunalen Zusammenarbeit
suchen.Ein besonderer Fokus liegt auf der Sanierung der
Beteiligungsgesellschaften des Kreises. Wir müssen hier Transparenz
schaffen und klare, zukunftsfähige Strategien entwickeln. Beteiligungen
sind dabei kein Selbstzweck; sie müssen einen erlebbaren Mehrwert für
die Bürger und die Zukunftsfähigkeit des Kreises liefern.
Die Märkischen Kliniken stellen als Maximalversorger unsere Gesundheit
auf hohem Niveau sicher. Ich setze mich mit aller Kraft für den Erhalt und
die Zukunftsfähigkeit der Kliniken ein und werde die finanzielle
Konsolidierung eng begleiten. Die ärztliche Versorgung im ländlichen
Raum, insbesondere mit Fachärzten, müssen wir gewährleisten.
Die Märkische Verkehrsgesellschaft stellt den Öffentlichen
Personennahverkehr sicher. Das ist eine herausfordernde Aufgabe in
einem Flächenkreis. Mit dem neuen Nahverkehrsplan, den wir zum Ende
der letzten Legislaturperiode verabschiedet haben, bieten wir ein gutes
Angebot. Mobilität bedeutet Teilhabe, Bildung wahrnehmen können,
Arbeit finden und Freunde treffen. Wir werden das bestehende Angebot
weiterentwickeln müssen und verstärkt auf neue Möglichkeiten setzen,
wie die On-Demand-Angebote (BEA).In dieser Wahlperiode wird der Kreistag auch Entscheidungen über die
Zukunft des Unternehmensverbundes AMK und des Müllheizkraftwerkes
in Iserlohn treffen müssen. Dieses Thema steht später noch auf der
heutigen Tagesordnung.Ich komme nochmal auf den eingangs erwähnten Psychologen zurück:
Der innere Rückzug, den Grünewald beschreibt, führt auch zu einer
Verarmung an Resonanz und kollektiver Erfahrung. Dem müssen wir
im Märkischen Kreis aktiv entgegenwirken.So steht unser Kreis vor massiven demografischen Herausforderungen.
Die Abwanderung junger Menschen und der Fachkräftemangel sind die
Kehrseite der „gestauten Energie“. Wir müssen attraktiver werden!
Unsere Strategie muss lauten: Junge Menschen halten und
qualifizierte Fachkräfte gewinnen. Bildung ist der Schlüssel zur
Freisetzung unserer Energiereserven, unter anderem in unseren
modernen und gut ausgestatteten Berufskollegs des Märkischen
Kreises. Wichtig ist mir in dem Zusammenhang auch eine gute und
vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Schuldirektoren, mit denen ich
das Schulamt für den Märkischen Kreis bilde. Mein Ziel ist es, alle
Schulen und Ausbildungseinrichtungen enger zu vernetzen. Das
Regionale Bildungsnetzwerk MK leistet hier bereits hervorragende
Arbeit.Wir müssen die Bürger aus der „Komfortzone des Privaten“ in eine echte
Resonanz mit der Verwaltung führen. Das gelingt nur mit einer
bürgernahen, digitalen Verwaltung, mit Online-Anträgen, digitalen
Sprechstunden und Avataren, schnellen und unbürokratischen
Prozessen und dem klugen Einsatz von KI-Instrumenten.
Digitalisierung ist keine Kür, sondern Pflicht- und
Überlebensstrategie, um knappe Personalressourcen zu entlasten und
den Bürgern Zeit zu schenken.Die Veränderung von Verwaltungsprozessen und die Einführung von
neuen Tools setzt eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit
den rund 1.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreisverwaltung
(inkl. Jobcenter) voraus.Motivation und Leistungsbereitschaft setze ich bei allen Mitarbeitern
voraus. Meine Aufgabe ist es, diese zu erhalten – durch das Schaffen
von Gestaltungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz und durch geeignete
Rahmenbedingungen, in denen erfolgreiches Arbeiten möglich ist. Meine
Erfahrung als Unternehmer ist, dass Erfolge die schönste Form der
Anerkennung sind.Die größte Gefahr der Krisenakrobatik im Alleingang ist der Verlust
des Vertrauens in das gemeinsame Netz. Vertrauen, Verbundenheit und
Sicherheit sind unsere wichtigsten Ressourcen.Der vergangene Wahlkampf hat gezeigt, wie sehr das Thema
„Sicherheit“ die Menschen vor Ort bewegt hat. Als Chef der
Kreispolizeibehörde ist dies eine besondere Verpflichtung.Absichten, die Polizei in große Präsidien zusammenzufassen, halte ich
daher für uns ländlich geprägte Behörden für falsch. Es ginge nicht nur
die notwendige Bürgernähe verloren, es würden auch erfolgreiche, in
langjähriger Arbeit entstandene Strukturen zerschlagen.Die gute Zusammenarbeit zwischen der Polizei, den Fachdiensten der
Kreisverwaltung, den Schulen und weiteren Akteuren hat sich in der
derzeitigen Organisationsform bewährt. Ich freue mich auf die
kommende Strategiesitzung, in der wir über lokale Schwerpunkte der
polizeilichen Arbeit sprechen werden.Meine Damen und Herren,
um den oben genannten Herausforderungen begegnen zu können,
werde ich meine gesamten beruflichen und politischen Erfahrungen,
insbesondere aber meine Prägung als Geschäftsführer eines
international agierenden Familienunternehmens, der in einer
Unternehmerfamilie aufgewachsen ist, mit einbringen.
Erfolgreich und stark sind wir nur gemeinsam.Ausdrücklich dankbar bin ich für die Unterstützung unserer
Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper, die mir mit Rat und Tat zur
Seite steht. Ich baue auf die Unterstützung der Fachbereichsleiter und
allen weiteren Führungskräften im Haus sowie auf die Expertise und das
Engagement aller Mitarbeiter. Dafür bedanke ich mich bereits heute.
Absolut notwendig ist eine vertrauensvolle und transparente
Zusammenarbeit mit Ihnen, den Kreistagsabgeordneten. Der Kreistag ist
DAS wichtigste Organ der politischen Willensbildung. Als Bindeglied zur
Verwaltung und zugleich dessen Chef ist es mir eine
Herzensangelegenheit, mit Ihnen und Ihren Fraktionen eng und
vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. Dies biete ich Ihnen an dieser
Stelle ausdrücklich an.Mein herzliches Willkommen dazu allen Mitgliedern des Kreistages der
elften Wahlperiode und besonders den vielen neuen Abgeordneten.
Ich freue mich über Ihre Bereitschaft, Verantwortung für die Zukunft
unseres Kreises zu übernehmen. Und der Märkische Kreis hat mit
seinen knapp 410.000 Einwohnern, seiner Fläche und seiner
Wirtschaftskraft einen besonderen Stellenwert in der Bundesrepublik
Deutschland.Sie als Kreistagsabgeordnete und ich als Landrat stehen in der Pflicht,
zum Wohle des Ganzen die Kreisinteressen zu vertreten. Wir haben mit
86 Abgeordneten den größten Kreistag in der Geschichte des
Märkischen Kreises. Dies erfordert ein diszipliniertes Arbeiten auf
Grundlage der demokratischen Grundordnung unseres Grundgesetzes
und der Verfassung unseres Landes Nordrhein-Westfalen.
Sehr geehrte Damen und Herren,Grünewald beschreibt die bisherige Krisenakrobatik als Versuch, einen
Sprung ins Gewisse zu vollziehen: (ich zitiere) „das Vertraute, bereits
Bekannte und Tradierte sollte bewahrt oder reaktiviert werden. Das
Schneckenhaus, der Verdrängungsvorhang, die abschottenden mentalen
Mauern, die sozialen Bollwerke und hermetischen Silos sind Symbole
einer absichernden Haltung, die unbedingt auf Netz und doppelten
Boden setzt.“Aber für die nun anstehenden Veränderungen, braucht es den großen
Sprung in das Ungewisse.Lassen Sie uns die Silodarität beenden und mit Offenheit und
Verbundenheit echte Solidarität schaffen.Als politische Krisenakrobaten des Märkischen Kreises zeigen wir
Balance und Stabilität. Wir haben Ausdauer und sind flexibel. Wir
arbeiten mit Disziplin und Präzision. Wir haben Mut und Vertrauen.
Lassen Sie uns gemeinsam beweisen: Der Märkische Kreis ist nicht nur
ein Ort der Krisenakrobaten, sondern der Krisenüberwinder und
Zukunftsmacher.Ich freue mich auf die Zusammenarbeit!
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Wirtschaft ein Schwerpunkt
Ralf Schwarzkopf stellte in seiner Antrittsrede die besonderen Herausforderungen für den neuen Kreistag heraus und rief zur Solidarität auf. Der frühere erfolgreiche Unternehmer stellte die Entwicklung der heimischen Unternehmen in den Mittelpunkt seiner Rede. Die Industrie sichere den heimischen Wohlstand. „Wir müssen als Kreis zum zentralen Anwalt der Wirtschaft werden.“ In der Kreisverwaltung seien bereits erste Schritte unternommen worden, um ein umfassendes Energiekonzept für den Märkischen Kreis zu erstellen. Schwarzkopf: „Damit werden wir alle sinnvollen Möglichkeiten nutzen, um regenerative Energien zu fördern, von der Wind- bis zur Wasserkraft. Insbesondere die Chancen des Wasserstoffs wollen wir für unsere Region nutzen.
Höhere Kreisumlage
Weitere Themen des neuen Landrats waren die angespannte Haushaltslage des Kreises. Für das laufende Jahr werde ein Defizit von 42 Millionen Euro erwartet, die Rücklagen seien aufgebraucht. Schwarzkopf: „….so dass die Hebesetze der Kreisumlage erhöht werden müssen. Das belastet unsere Kreisangehörigen Städte und Gemeinden.“ Die Stärkung der Südwestfalen Agentur GmbH, die Zukunftssicherung der Märkischen Kliniken, die Aufrechterhaltung des ÖPNV mit der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) sowie der Bestand der Abfallentsorgungsgesellschaft des Märkischen Kreises in Iserlohn (AMK) mit dem Müllheizkraftwerk in Iserlohn waren weitere Schwerpunkte in Schwarzkopfs Antrittsrede.
Ohrmann und Rothstein Vize-Landräte
In geheimer Wahl wurden die stellvertretenden Landräte gewählt: Stefan Ohrmann (CDU) als erster stellvertretender Landrat und Wolfgang Rothstein (SPD) als zweiter stellvertretender Landrat. Beide erhielten in geheimer Wahl von den 84 abgegebenen gültigen Stimmen 72 Ja-Stimmen und vier Nein-Stimmen. Acht Kreistagsabgeordnete hatten sich enthalten.
Bilder der konstituierenden Sitzung:
Gute Vorarbeit geleistet
Geprägt war die 25 Punkte umfassende Tagesordnung der konstituierenden Sitzung im öffentlichen Teil durch einen wahren Wahl- und Abstimmungsmarathon, für den die Kreistagsfraktionen im Vorfeld bereits durch gemeinsame Listen gute Vorarbeit geleistet hatten. Der neue Kreistag zählt mit 86 Mitgliedern so viele Abgeordnete wie nie zuvor. Die Sitzverteilung: CDU 32 Sitze, SPD 16 Sitze, AfD 15 Sitze, Bündnis 90/Die Grünen 7 Sitze, Die Linke 5 Sitze, UWG MK 5 Sitze, FDP 4 Sitze und das BSW (Bündnis Sarah Wagenknecht) 1 Sitz. Dazu ein fraktionsloser Kreistagsabgeordneter.
Fachausschüsse größer
Auf Antrag von CDU und SPD wurde die Zahl der stimmberechtigten Ausschussmitglieder aus der Politik in den Fachausschüssen von bisher 17 auf 18 erhöht. Künftig entfallen in den Fachausschüssen auf die CDU sieben Sitze, auf die SPD drei, auf die AfD drei, auf Bündnis 90 / Die Grünen zwei Sitze sowie je ein Sitz auf UWG, FDP und die Linke. Im Kreisausschuss werden es 16 Mitglieder sein (CDU: 6, SPD: 3, AfD: 3 sowie je ein Sitz an Bündnis 90 / Die Grünen, UWG, FDP und die Linke). Im Jugendhilfeausschuss sind insgesamt neun Sitze vorgesehen (CDU: 3, SPD: 2, AfD: 2 und je ein Sitz an Bündnis 90 / Die Grünen und die UWG).
Kreistag und Ausschüsse:
Kreistag, Landrat Ralf Schwarzkopf (CDU), Lüdenscheid
Kreisausschuss, Landrat Ralf Schwarzkopf (CDU), Lüdenscheid
Kulturausschuss, Philipp Röster (CDU), Hemer
Ausschuss Gesundheit und Soziales, Oliver Busch (SPD), Kierspe
Ausschuss Struktur- und Wirtschaftsförderung Petra Gossen (SPD), Plettenberg
Ausschuss für Schul- und Sport Stefan Herburg (CDU), Nachrodt-Wiblingwerde
Digitales und E-Government Markus Pempe (CDU), Kierspe
Rechnungsprüfungsausschuss Udo Kritschker (CDU), Meinerzhagen
Bau- und Straßenausschuss Horst Karpinsky (AfD), Lüdenscheid
Ausschuss Umweltschuss und Planung Dennis Potschin (Bündnis90/Die Grünen), Iserlohn

