Hendrik Klein

Täglich grüßt das Murmeltier

Zuletzt geändert: 15. Oktober 2026Von

„Und täglich grüßt das Murmeltier“ ist einer der besten Kinofilme des Jahres 1990. Schauspieler Bill Murray erlebt dort immer wieder denselben Tag. An diesen Film werden die neutralen Beobachter der politischen Ausschuss- und Ratssitzungen in Iserlohn erinnert, weil sich dort auch immer dasselbe Procedere abspielt: Die Kritik an Bürgermeister Michael Joithe und die von ihm geführte Verwaltung. Drei Kommunalpolitiker tun sich dabei besonders hervor – Nils Koschinsky von der FDP-Gruppe, Martin Luckert, Fraktionsgeschäftsführer der SPD, und vor allem Manuel Huff, ebenfalls Fraktionsgeschäftsführer – allerdings von Die Linke.

Bei Abpfiff ist das Spiel beendet

Dass Huff zweimal als Bürgermeisterkandidat gegen den amtierenden Amtsinhaber angetreten ist und verloren hat, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Als durchaus talentierter früherer Fußballer sollte der Fraktionsgeschäftsführer, ehemaliger Landtags- und Bundestagskandidat, wissen: Wenn die Begegnung abgepfiffen ist und die Mannschaft zurückliegt, ist das Spiel verloren. Zwar gibt es manchmal noch ein Rückspiel – aber wenn das gegnerische Team auch da vorn liegt, ist die Partie verloren. Dann gratuliert der Sportsmann artig und trainiert vielleicht mehr, um noch etwas besser zu werden.

Völlig unangemessen

Auch bei einer anderen Szene in der jüngsten Ratssitzung stockte den meisten Anwesenden der Atem. Martin Luckert wollte dem Bürgermeister nach seinem Antrag zur Geschäftsordnung mehrfach schroff eine Stellungnahme verwehren. Das mag ja formell richtig sein, aber der Tonfall war völlig unangemessen. Bleibt die Frage: Warum erlauben die Fraktionsvorsitzenden von SPD und Die Linke ihren Mitarbeitern eigentlich ständig die Wortführerschaft in den politischen Gremien? Müsste nicht zumindest Eva Kitz, die ja im April für die SPD direkt in den NRW-Landtag einziehen möchte, jede Gelegenheit zur politischen Profilierung nutzen?

Wieso wird das zugelassen?

Bleibt nur noch eine letzte Frage: Wieso lassen die übrigen Fraktionen und die FDP-Gruppe im Rat der Stadt so ein durchschaubares Verhalten eigentlich zu? Zumindest die Fraktion DieISERLOHNER ist ihrem Bürgermeister endlich mal zur Seite gesprungen. Selbstverständlich darf es für den Verwaltungs-Chef keinen Freibrief geben. Und der Rat hat natürlich die Aufgabe, Bürgermeister und Rathaus-Bedienstete zu kontrollieren. Aber was Iserlohn aufgrund der dramatischen Kassenlage jetzt auf keinen Fall braucht, ist so ein politisches Gezerre untereinander.

Farbe bekennen

Die Tage werden kommen, da müssen a l l e Fraktionen Farbe bekennen. Dann geht es um die weitere Existenz des Parktheaters, der städtischen Musikschule, das Stadtarchiv sowie vieler weiterer lieb gewordener Einrichtungen in der Waldstadt. Und es glaubt doch jetzt wohl niemand mehr ernsthaft, dass in den nächsten Jahren 80 bis 90 Millionen Euro aus der Stadtkasse für die Sanierung der Eissporthalle zur Verfügung stehen werden. Sagt das euren Wählerinnen und Wählern deutlich. Es wird sie schmerzen, aber sie sind intelligent genug, es zu verstehen.

Keinen weiteren Schaden anrichten

Die Zeiten sind erst genug, da sollte nun wirklich auf persönliche Scharmützel verzichtet werden. Die Politik und damit die Demokratie insgesamt darf keinen weiteren Schaden nehmen.

Hendrik Klein

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