Rund 2,8 Millionen Euro investiert der Märkische Kreis in den kommenden zwei Jahren in die Erweiterung des Schulstandortes Schule an der Höh in Lüdenscheid. Foto: Raffi Derian / Märkischer Kreis

Kreis investiert Millionen in Förderschule „An der Höh“

Zuletzt geändert: 14. Dezember 2025Von

Maßnahmen zur Entlastung der Förderschulen in 2026

(pmk). Die acht Förderschulen in Trägerschaft des Märkischen Kreises verzeichnen seit Jahren stetig wachsende Schülerzahlen. Wurden im Schuljahr 2022/2023 noch insgesamt 1.577 Schülerinnen und Schüler an den acht Schulstandorten unterrichtet, sind es im aktuellen Schuljahr bereits 194 mehr (insgesamt 1.771 Schülerinnen und Schülern). Diese Entwicklung bringt die Schulen an räumliche, organisatorische und personelle Grenzen. Der Märkische Kreis kündigte in der jüngsten Sitzung des Kreitages Maßnahmen zur Entlastung an.

Erweiterungsbau Schule an der Höh

Rund 2,8 Millionen Euro investiert der Kreis in den kommenden zwei Jahren in die Erweiterung des Schulstandortes Schule „An der Höh“  in Lüdenscheid. Für die steigenden Schülerzahlen fehlen der Förderschule mit dem Förderbedarf Geistige Entwicklung die nötigen räumlichen Kapazitäten. Im aktuellen Schuljahr 2025/2026 werden 317 Schülerinnen und Schüler in 25 Klassen unterrichtet. Allerdings stehen lediglich 21 Klassenräume zur Verfügung.

Zwei Planungen vorgestellt

In einer ausführlichen Vorlage hatte die Kreisverwaltung dem Kreistag die aktuellen Planungen für einen Erweiterungsbau vorgestellt. Zwei mögliche Varianten hatten sich dabei herauskristallisiert: eine Aufstockung auf dem Bestandsgebäude mit geschätzten Kosten in Höhe von 4,8 Millionen und erheblichen Auswirkungen auf den laufenden Schulbetrieb oder der nun favorisierte Abriss des Hausmeisterhauses und ein zweigeschossiger Neubau.

Vier neue Klassenräume

Die kostengünstigere Variante eröffnet die Möglichkeit, auf insgesamt 483 Quadratmetern Nutzfläche vier neue Klassenräume inklusive Differenzierungsräume zu errichten. Des Weiteren sind vier barrierefreie Toilettenanlagen mit Duschmöglichkeit, die erforderlichen Flure und eine Treppe geplant. Zur Erschließung im Obergeschoss wird die vorhandene Eingangssituation ausgeweitet. Im Außenbereich sind eine neue Zuwegung, eine Außentreppenanlage sowie drei Aufstellflächen für Kleinbusse erforderlich.

Neuer Einzugsbereich für die Hundertwasser-Schule

Besonders betroffen von der Zunahme der Schülerzahlen ist auch die Hundertwasser-Schule in Altena mit den Förderschwerpunkten Lernen und Sprache: Innerhalb von acht Schuljahren stiegen die Schülerzahlen von 231 (2018/19) auf 320 (2025/26) um rund 38,53 Prozent.

Unterricht auch in Letmather Brabeck-Schule

Um die Hundertwasser-Schule mittel- bis langfristig zu entlasten, ändert sich ab dem kommenden Schuljahr 2026/2027 der Einzugsbereich. Aktuell gehören zum Schuleinzugsbereich Altena, Lüdenscheid, Neuenrade, Werdohl, Schalksmühle sowie Nachrodt-Wiblingwerde. Schüler mit Wohnort Nachrodt-Wiblingwerde und dem Förderschwerpunkt Lernen sollen ab dem 1. August 2026 nicht mehr in Altena, sondern an der Brabeck-Schule in Iserlohn-Letmathe eingeschult werden. Die vier Schüler aus Nachrodt-Wiblingwerde, die bereits in der Hundertwasser-Schule angemeldet sind, können bis zum Ende der 10. Klasse dort beschult werden.

Schulwechsel in die Primarstufe

Zudem hat der Märkische Kreis mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in Olpe als Schulträger folgendes vereinbart: Ab dem Schuljahr 2026/2027 besuchen Schülerinnen und Schüler, die neu an einer Förderschule des Märkischen Kreises mit dem Förderschwerpunkt Sprache eingeschult werden, nur noch die Primarstufe an dieser Förderschule. In der Sekundarstufe wechseln sie entweder an eine Regelschule oder an eine spezialisierte Schule des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe als zuständiger Schulträger.

Schüler, die bereits an einer Schule in Trägerschaft des Märkischen Kreises unterrichtet werden, oder auch Quereinsteiger, werden weiterhin an dieser Schule in der Sekundarstufe 1 beschult.