
Gruppenbild mit Bürgermeistern. 2.v.l.: Hanno Kempermann, IW Consult. In der Mitte: Christian Lepping (6.v.l.), Landrat Ralf Schwarzkopf und Özgür Gökce (8.v.l.). Foto: MAV
Im Gespräch mit der Lokalpolitik
Wirtschaftspolitischer Austausch im Märkischen Kreis
(EB). Der Arbeitgeberverband Lüdenscheid (AGV) und der Märkische Arbeitgeberverband (MAV) hatten jetzt Landrat Ralf Schwarzkopf, die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der kreiangehörigen Städte und Gemeinden sowie die Wirtschaftsförderung des Märkischen Kreises zu einem wirtschaftspolitischen Erfahrungsaustausch eingeladen. Ziel war es, nach der Kommunalwahl im vergangenen Jahr frühzeitig mit den neu- oder wiedergewählten politischen Verantwortungsträgern ins Gespräch zu kommen und gemeinsame Handlungsfelder für die kommenden Jahre zu identifizieren. Die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen machen nach Ansicht der Arbeitgeberverbände eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Städten und Kreis unverzichtbar.
Ergebnisse der Konjunkturumfrage
Özgür Gökce, Geschäftsführer des MAV, und Christian Lepping, Geschäftsführer des AGV, stellten zu Beginn zentrale Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der Verbände vor. „Wir sind eine Industrieregion – und wir wollen es bleiben“, betonte Lepping mit Blick auf die Bedeutung stabiler industrieller Strukturen für Beschäftigung und Wertschöpfung sowie die kommunalen Steuereinnahmen im Märkischen Kreis.
Herausragende Bedeutung der Industrie
Hanno Kempermann, Geschäftsführer von IW Consult in Köln und erfahrener Berater von Kommunen und Verbänden, gab als Gastredner wichtige Impulse für die weitere Diskussion. Er stellte die herausragende Bedeutung der Industrie im und für den Märkischen Kreis heraus. Gerade die starken industriellen Wertschöpfungsketten in den ländlichen Räumen unterscheide Deutschland erheblich von anderen europäischen Ländern. Dies sei über Jahrzehnte eine besondere Stärke in der wirtschaftlichen, aber auch kommunalen Entwicklung gewesen. „80 Prozent der Industriebeschäftigten Deutschlands sind nach wie vor im ländlichen Raum verortet“, so Kempermann.
Särkere Digitalisierung gefordert
Kempermann stellte im Übrigen den Zusammenhang zwischen leistungsfähiger digitaler In-frastruktur und dem Grad der Digitalisierung in den Unternehmen dar. Özgür Gökce unterstrich in diesem Zusammenhang die Erwartung der Wirtschaft, dass die öffentliche Verwaltung Planungs- und Genehmigungsverfahren noch stärker digitalisiert und beschleunigt. Nach einer intensiven und konstruktiven Diskussion über weitere Themen wie Steuerkraft der Kommunen, Höhe der Gewerbesteuerhebesätze, Patentanmeldungen und Kinderbetreuung für Fachkräfte vereinbarten die Arbeitgeberverbände und die Spitzen aus Kreis und Kommunen eine Fortführung des engen Austausches zwischen Industrie und Lokalpolitik.

