Hendrik Klein

Rauft euch endlich zusammen!

Zuletzt geändert: 15. März 2026Von

Die gute Nachricht vorweg: Es zeichnet sich nun doch eine große Mehrheit im Iserlohner Rat für den städtischen Haushalt 2026 ab, nachdem das in der Sitzung am 17. Februar knapp gescheitert ist. Drängt sich die Frage auf: Warum nicht gleich so? Offenbar haben die Fraktionen jetzt eine gemeinsame Linie gefunden. Warum erst jetzt? Wollte man etwa nur die Verwaltung vorführen – speziell Bürgermeister und Kämmerer? Die Muskeln spielen lassen? Das ist aber mal gründlich in die Hose gegangen. Die Ratsmitglieder kommen nicht aus ihrer Verantwortung heraus – und bei einem drohenden Finanzloch von rund 48 Millionen Euro ist kein Platz für spezielle Wünsche und Befindlichkeiten. Es wird in Zukunft noch viel größere, schmerzhafte Einschnitte geben müssen.

Quadratmeter nach Stimmen

Ja, mag sein, dass ein Fraktionsbüro wegen der hinzugewonnenen Sitze nun größer sein müsste als das der politischen Konkurrenz, die bei der Kommunalwahl geschrumpft ist. Nach dem Ratsbeschluss muss der Bürgermeister entsprechend handeln, und er macht das auch. Dagegen wehrt sich bekanntlich die zur „Räumung“ aufgeforderte Fraktion, die sich das, wen wundert es, nicht gefallen lassen will. Das Verwaltungsgericht soll sich im Rahmen einer Organklage mit dem Thema beschäftigen und entscheiden. Das kostet die Stadt, denn die muss die Kosten dafür tragen, geschätzte 50.000 Euro – von den Umzugskosten und der Neu-Möblierung mal ganz zu schweigen.

Offenbar keine anderen Sorgen

Zumindest eines weiß der Iserlohner Steuerzahler jetzt: Nach jeder Kommunalwahl könnte es auf der Politik-Ebene zu massiven Umzügen kommen. Weil ja dann jedem – je nach Stimmenanteil – mehr oder weniger Quadratmeter zustehen.  Es gibt nicht wenige Iserlohner, die sich zunehmend fragen: „Haben wir eigentlich keine anderen Sorgen?“ Die Antwort ist eindeutig: „Ja, haben wir, und zwar nicht zu knapp.“ Genau darum sollten sich die zerstrittenen Lokalpolitikerinnen und Lokalpolitiker jetzt endlich kümmern und sich nicht an Petitessen abarbeiten oder nach der im September erlebten Wahlniederlage immer noch die Wunden lecken.

Hendrik Klein