Gruppenbild vor dem Haus, v.l.n.r.: Liucija Schulte-Ebbert (ständige Vertreterin des Parlaments der Republik Litauen in Deutschland), Giedrius Mickūnas (Minister Plenipotentiary / bevollmächtigter Gesandter der litauischen Botschaft), Prof. Dr. Jürgen Gramke (Honorarkonsul a.D.), Botschafter Giedrius Puodžiūnas, Bürgermeister Guido Thal, Dr. Andreas Hollstein (Honorarkonsul) und Stefan Kemper (Kämmerer der Stadt Altena). Foto: Stadt Altena

Dr. Andreas Hollstein Honorarkonsul

Zuletzt geändert: 19. März 2026Von

Konsularische Vertretung der Republik Litauen in Altena

(PSA). Die Atmosphäre war familiär, als die geladenen Gäste sich im Kaminzimmer der „Mückenburg“ zu Altena versammelten. An diesem Tag wurde hier feierlich die konsularische Vertretung der Republik Litauen unter Leitung eines Honorarkonsuls eröffnet. Aus diesem Anlass war seine Exzellenz Giedrius Puodžiūnas, der Botschafter der Republik Litauen in Deutschland, mit einer Abordnung extra nach Altena gekommen. Doch die Eröffnung der konsularischen Vertretung war nicht die einzige offizielle Handlung an diesem Dienstag. Seine Exzellenz verabschiedete den bisherigen langjährigen Honorarkonsul Prof. Dr. Jürgen Gramke, der von 1970 bis 1978 übrigens Stadtdirektor Altenas war. Im Amt folgte ihm nun der ehemalige Bürgermeister der Burg- und Drahtstadt, Dr. Andreas Hollstein. Seine Exzellenz Giedrius Puodžiūnas überreichte ihm die Ernennung zum Honorarkonsul. Ernannt wurde Dr. Hollstein durch den Außenminister der Republik Litauen.

Amtsbezirk Bremen, Niedersachsen und NRW

Die Feierlichkeit wurde von Dr. Andreas Hollstein mit wenigen Worten eröffnet und sogleich übergab er das Wort an den Botschafter. In seinem Grußwort brachte er seine große Freude über die Eröffnung der konsularischen Vertretung zum Ausdruck: „Mit diesem Schritt stärken wir die Freundschaften, die Wirtschaft und die menschlichen Beziehungen zwischen Litauen und drei wichtigen Bundesländern.“ Die konsularische Vertretung hat einen Amtsbezirk, der die Bundesländer Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen umspannt – diese Region beschrieb Botschafter Puodžiūnas als kraftvolles Zentrum des Fortschritts. Weiterhin wies er auf die besondere Bedeutung des Jahres 2027 hin, das aus verschiedenen Gründen in dem baltischen Staat zum Deutsch-Litauischen Jahr erklärt werden soll: „Kultur, Wirtschaft und Tourismus sollten dabei neue Brücken zwischen unserer beiden Länder schlagen.“

Prof. Dr. Jürgen Gramke verabschiedet

In dieser Rede dankte der Botschafter natürlich zugleich dem scheidenden Honorarkonsul Prof. Dr. Jürgen Gramke herzlich für sein großes Engagement. Dieser hatte sich bereits vor seiner offiziellen Ernennung zum Honorarkonsul vor rund 30 Jahren über lange Zeit hinweg für die Republik Litauen stark gemacht. Dies führte der Honorarkonsul a.D. mit einigen Erinnerungen in seiner eigenen Dankesrede nach dem Botschafter auch durchaus unterhaltsam aus. Mit der Unabhängigkeit der Republik Litauen kam ein erster Austausch zustande. Als Verwaltungschef des Kommunalverbands Ruhrgebiet knüpfte er gemeinsam mit dem damaligen Duisburger Bürgermeister erste Bande zur Partnerstadt Vilnius. Es folgten Reisen, viele Gespräche, Vereinbarungen und sehr viel Überzeugungsarbeit – dabei stand für Prof. Dr. Gramke Litauen an erster Stelle, aber nicht allein: „Die drei baltischen Staaten [Estland, Lettland und Litauen] brauchten unsere Unterstützung!“

Talent frühzeitig erkannt

Die Anfangszeiten der diplomatischen Beziehungen zur Zeit des Endes der Sowjetunion und der Abhängigkeit der Satellitenstaaten war eine spannende und wenige Jahre später entdeckte Prof. Dr. Gramke dann ein ‚junges Talent‘ in Altena, namentlich Andreas Hollstein: „Den habe ich dann auch frühzeitig zu mir gezogen. Dann haben wir es auch so hinbekommen, dass er dann auch praktisch ein leitender Mitarbeiter der litauischen Botschaft in Bonn wurde.“ Alle Anwesenden sahen die Freude des Honorarkonsuls a.D., dass sein damals entdecktes ‚junges Talent‘ nun seine Nachfolge antreten wird. Zu Dr. Andreas Hollstein sagte er: „Der ist ehrlich, bodenständig, bescheiden und gleichzeitig selbstbewusst! Prima so!“ Mit diesen Worten beglückwünschte Prof. Dr. Gramke den Botschafter zu dieser Personalie, aber auch die Stadt Altena zur ersten internationalen Vertretung und natürlich seinem Nachfolger zum neuen Amt.

Ganz besondere Mappe

Dieser ergriff nun länger das Wort und eine besondere Mappe: „Diese Mappe hat der erste Botschafter Litauens, Prof. Antanaitis, gehabt und hat in dieser Mappe seine Akkreditierungsurkunde an Richard von Weizsäcker übergeben. Als er zurückmusste, nach Vilnius, man noch nicht wusste, wer nachfolgt, hat er mir die geschenkt. Es sollte eine Erinnerung sein, an meine Tätigkeit in der Botschaft.“ Nun wird diese Mappe wieder Teil der diplomatischen Arbeit und schließt für Dr. Andreas Hollstein den Kreis.

Familiäre Wurzeln in Litauen

Ein Teil seiner Familie lebt nach wie vor in Litauen, ursprünglich aus Palanga, aber nun auch in Vilnius und alle hätten sich über die Nachricht gefreut, dass er nun Honorarkonsul werde. Nach einem kleinen Einblick in die eigene Familiengeschichte bedankte sich Dr. Andreas Hollstein beim Botschafter und dessen Mitarbeitenden für die doch umfangreiche Organisationsarbeit im Hintergrund, um die konsularische Vertretung in Altena neu aufzustellen. Abschließend stellte er fest: „Ich möchte als kleines Rädchen in einem starken Team der Botschaft und der anderen Honorarkonsulen in Deutschland mitwirken, dass Litauen wahrgenommen wird.“ Anschließend übergab seine Exzellenz Giedrius Puodžiūnas als Botschafter der Republik Litauen die Ernennungsurkunde zum Honorarkonsul an Dr. Andreas Hollstein. Nachfolgend wurde Vorgänger Prof. Dr. Jürgen Gramke aus dem Amt verabschiedet sowie die konsularische Vertretung offiziell eröffnet – alles unter dem Beifall der Gäste!

Kultureller Austausch immer wichtig

Der nächste Redner war dann Altenas Bürgermeister Guido Thal. Dieser nahm direkt Bezug auf die Mückenburg. Das Haus habe bereits viel in der Geschichte erlebt und insofern genau der richtige Rahmen, nicht nur die konsularische Vertretung zu eröffnen, sondern sie auch zu haben. Und weiter: „Der kulturelle Austausch mit anderen Ländern ist etwas, das uns hier in Altena immer wichtig war! Die Menschen zu verbinden und den Frieden zu fördern. Das war sehr oft und sehr dringend schon notwendig und wird heute noch notwendiger sein, denn je. Die Menschen zusammenzuführen und festzustellen: Das, was uns verbindet ist viel größer, als das, was uns trennt.“

Altena die beste Wahl

Viele Städte hätten auch deswegen in der Vergangenheit Partnerkommunen gesucht und gefunden, so auch Altena. Doch die allerwenigsten Kommunen könnten sagen, dass sie eine konsularische Vertretung hätten: „Wir ab heute schon in Altena, dafür vielen, vielen Dank! Natürlich gab es andere Überlegungen. Aber Altena ist die beste Wahl, sage ich als Bürgermeister dieser Stadt, weil wir hier zwei Menschen haben, die so verbunden sind mit dieser Stadt und mit Litauen – und insofern – herzlich willkommen an dieser Stelle, Herr Botschafter, in Altena, wir haben Sie gerne hier! Es freut uns, dass Sie jetzt eine Dependance hier bei uns haben.“

Eintrag ins goldene Buch

Man stärke den Zusammenhalt in Altena gerne, indem man Feste feiere, fuhr Guido Thal fort und regte an, hier auch litauische Feste zu feiern und Kultur auszutauschen. Dann lud der Bürgermeister der Stadt Altena den Botschafter und die beiden Honorarkonsulare ein, sich in das goldene Buch einzutragen: „Das ist uns sehr wichtig, das macht uns alle als Altenaer und mich als Bürgermeister dieser Stadt sehr stolz, dass wir diese konsularische Vertretung hier haben.“ Wie bereits zu Beginn der Feierlichkeiten, spielte Ulrich Frenschkowski auf dem Piano ein Stück eines litauischen Komponisten und rundete die Veranstaltung auf diese Weise wundervoll ab.

Anschlusstermin in Düsseldorf

Im Anschluss an die Eröffnungszeremonie verweilten die geladenen Gäste noch etwas und tauschten sich zu aktuellen Themen aus. Der Botschafter der Republik Litauen hatte dann allerdings noch einen Anschlusstermin in Düsseldorf: Im Landtag des Landes Nordrhein-Westfalen tauschte er sich mit der Parlamentariergruppe „NRW-Polen, Ukraine, Mittel- und Osteuropa, Baltikum“ aus. Die aktuelle Lage in der Welt und der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine sowie die innenpolitische Lage in Litauen geben genug Anlass zum Austausch. Litauen hat (auch über die russische Exklave Kaliningrad) direkte Grenzen zu Russland und zu dessen Verbündeten Belarus.

Viso gero! Alles Gute!

Doch an diesem Tag lag in Altena der Fokus auf dem Positiven und Verbindenden, denn eine konsularische Vertretung und der sie leitende Honorarkonsul verbindet Länder, Kulturen und Menschen. Daher bedanken wir uns im Namen der Stadt Altena bei seiner Exzellenz Giedrius Puodžiūnas für die Ehre des Besuchs und die Eröffnung der konsularischen Vertretung und wünschen dem frisch ernannten Honorarkonsul Dr. Andreas Hollstein sehr viel Freude und Erfolg bei den neuen Aufgaben im Namen der Republik Litauen. Viso gero! (Alles Gute!)

Hintergrund: 

„Die Konsularischen Vertretungen in Nordrhein-Westfalen bzw. die für Nordrhein-Westfalen zuständigen Vertretungen in anderen Bundesländern nehmen die Interessen der Angehörigen und des Handels des Entsendestaates wahr. […] Die Konsulate dienen Politik und Verwaltung, Verbänden und Organisationen aus Industrie, Handel, Finanzen als Kontaktstellen.“ (Quelle: Land NRW)