Lehrerinnen und Lehrer bei der praktischen Schulung zur Laienreanimation. Foto: Ralf Obernier

220 Pädagogen lernen Reanimation

Zuletzt geändert: 27. März 2026Von

(EB). Im gemeinsamen Pädagogischen Zentrum der Albert-Schweitzer-Realschule und des Heinrich-Heine-Gymnasiums in Dortmund hat die erste große Multiplikatoren-Fortbildung zum Thema Laienreanimation für den Regierungsbezirk Arnsberg stattgefunden. 220 Lehrkräfte von weiterführenden Schulen folgten der Einladung der bei der Bezirksregierung Köln angesiedelten und landesweit tätigen Geschäftsstelle Reanimation sowie der Bezirksregierung Arnsberg. Ab dem Schuljahr 2026/2027 sollen jede Schülerin und jeder Schüler mindestens einmal in den Klassen sieben, acht oder neun eine Schulung zur Laienreanimation im Umfang von 90 Minuten erhalten. Förderschulen und private Ersatzschulen werden ebenso ermutigt, Reanimationsunterricht durchzuführen.

Bedeutendes Thema

Die Abteilungsdirektorin der Schulabteilung der Bezirksregierung Arnsberg, Uta-Maria Diers, betonte in ihrem Grußwort die Zielrichtung des landesweiten Vorhabens der Laienreanimation: „Mit der verpflichtenden Ausbildung wollen wir diese Kompetenz flächendeckend stärken. Schulen leisten damit einen wichtigen Beitrag, um im Notfall Leben zu retten.“ Für die verpflichtende Ausbildung in Laienreanimation hatte das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen im vergangenen Sommer eine Kooperationsvereinbarung mit Vertreterinnen und Vertretern von Stiftungen, Ärztekammern, Hilfsorganisationen, ärztlichen Partnerinnen und Partnern sowie medizinischen Fachgesellschaften unterzeichnet. Stellvertretend stellte Dr. Sinann Al Najem von der Deutschen Herzstiftung bei seinem Impulsvortrag eindrucksvoll die Bedeutung dieses Themas heraus: „Es kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Noch immer zögern Menschen, im Ernstfall lebensrettende Maßnahmen wie die Herzdruckmassage anzuwenden.

65.000 sterben an plötzlichem Herztod

Rund 65.000 Menschen versterben in Deutschland jährlich am plötzlichen Herztod. Durch eine höhere Laienreanimationsquote könnte die Überlebensquote deutlich gesteigert und Schätzungen zufolge etwa 10.000 Leben mehr gerettet werden.“ Im Mittelpunkt der Fortbildung stand die praktische Vorbereitung der Lehrkräfte. Nach einer fachlichen Einführung lernten die Teilnehmenden, wie Wiederbelebung einfach und sicher vermittelt werden kann.

Herzdruckmassage geübt

In einer praktischen Übungsphase trainierten die Lehrkräfte selbst die Herzdruckmassage und erhielten eine Einführung in Unterrichts-materialien, Lehrvideos und die Nutzung von Übungspuppen. Ziel der Fortbildung war es, Sicherheit zu vermitteln und Hemmschwellen abzubauen. Die zuständige Dezernentin bei der Bezirksregierung Arnsberg, Marleen Opitz, dankte den beiden gastgebenden Schulen und stellte abschließend fest: „Die nachhaltige Ausbildung von Schülerinnen und Schülern in der Laienreanimation trägt dazu bei, maßgeblich die Anzahl der Menschen zu erhöhen, die im Notfall sicher handeln können. Diese Vermittlung in der Schule hat damit nicht nur eine individuelle, sondern auch gesellschaftliche Bedeutung.