
Das Bild zeigt von links: Hubertus Winterberg (Südwestfalen Agentur GmbH), Prof. Dr.-Ing. Prof. h.c. Dr. h.c. Torsten Bertram (TU Dortmund), Landrat Ralf Schwarzkopf (Märkischer Kreis), Matthias Lürbke (Stadtwerke Menden), Staatssekretär Viktor Haase (Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen), Bürgermeisterin Manuela Schmidt (Stadt Menden), Dr. Stephanie Arens (Südwestfalen Agentur GmbH), Stefan Janning (Märkische Verkehrsgesellschaft) und Mario Ziogas (Südwestfalen Agentur GmbH) bei der Abschlussveranstaltung zum Thema Mobilität im Rahmen der REGIONALE 2025 in Menden. Foto Udo Geisler
Mobilität für Südwestfalen
Region setzt auf Vernetzung
(EB). Der Veranstaltungsort war bewusst gewählt: Für die Abschlussveranstaltung zum Thema Mobilität im Rahmen der REGIONALE 2025 ging es nach Menden ins wohl modernste Gewerbegebiet Südwestfalens. Dort entsteht derzeit ein neuer Mobilitäts-Hub. Als ein Knotenpunkt zeigt der Hub stellvertretend, was vernetzte und betriebliche Mobilität bedeutet und wo die Mobilitätsstrategie Südwestfalen im Alltag sichtbar wird. Beides ist eng verknüpft mit der REGIONALE 2025. Im Beisein von NRW-Staatssekretär Viktor Haase ging es in der Abschlussveranstaltung um Erkenntnisse aus der REGIONALE zum Thema Mobilität, um gute Beispiele – und um die nächsten Schritte in der Zukunft.
Basis für enge Zusammenarbeit
„Die Mobilitätsstrategie ist eine gute Basis für eine enge Zusammenarbeit der Kreise in Südwestfalen und eine bessere Vernetzung der Angebote. Diese sind entscheidend für eine gut funktionierende Mobilität für die Menschen in der Region. Nur gemeinsam können wir einen Beitrag zur Verkehrswende leisten. Es braucht verlässliche Strukturen und ein starkes Engagement in den Regionen“, sagte Viktor Haase, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehrs des Landes Nordrhein-Westfalen. „Entscheidend ist nicht die Anzahl der Angebote, sondern dass sie genau auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort zugeschnitten sind“, betonte Ralf Schwarzkopf, Landrat des Märkischen Kreises und Aufsichtsratsvorsitzender der Südwestfalen Agentur. Die Agentur und die Stadtwerke Menden hatten die Veranstaltung gemeinsam organisiert.
Vernetzte Mobilität ist das A und O
Bei dem Abschlussevent wurde einmal mehr deutlich: Mobilität muss vernetzt gedacht werden. Greifen Angebote für Bus, Bahn, Fahrrad und Sharing-Modelle ineinander, gibt es auch im ländlichen Raum Alternativen zum Auto. So, wie die Stadt Menden es im REGIONALE-Projekt „Lebenswertes Gewerbegebiet“ zeigt. Von wichtigen Punkten in der Stadt fährt künftig eine Buslinie zu einem zentralen Platz im Gewerbegebiet. Von hier können Mitarbeitende die letzten Meter zu ihrem Arbeitsort z. B. mit E-Bikes, Scooter oder perspektivisch auch mit autonomen Kleinbussen fahren. Das spart immens viel Platz im Gewerbegebiet, weil nicht jedes Unternehmen Parkplätze vorhalten muss.
Projekte zahlen auf Mobilitätsstrategie Südwestfalen ein
Betriebliche Mobilität ist eines der Themen der Mobilitätsstrategie Südwestfalen. Die Strategie wurde mit zahlreichen Verantwortlichen aus dem Mobilitätssektor in der Region sowie der Planersocietät erarbeitet. In der Strategie sind mehrere Themen benannt, in denen Südwestfalen mobiler werden kann und will. Neben der betrieblichen Mobilität zählen dazu auch die Stärkung des Radverkehrs im Alltag, die Freizeitmobilität, der vernetzte ÖPNV und lebendige Quartiers- und Ortsmitten.In der Abschlussveranstaltung zeigte sich: Zu all diesen Bereichen sind – unter anderem – in der REGIONALE 2025 Projekte entstanden. Freudenberg macht seine historische Altstadt weitgehend autofrei, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. In einigen Kreisen – besonders im Kreis Soest – wächst das Angebot für On-Demand-Verkehre, also Busse auf Abruf. In Menden wurde gemeinsam mit der TU Dortmund Pionierarbeit geleistet und Daten für autonomes Fahren im ländlichen Raum gesammelt. Bis dato gab es meist nur Datensätze aus Städten.
Blick nach vorn: Autonomes Fahren kommt
Dass dies kein allzu fernes Zukunftsthema ist, verdeutlichte Thomas Drewes von DB Regio Straße. In den USA und China sind tausende Fahrzeuge im Einsatz, auch in Deutschland werden in den nächsten zwei, drei Jahren komplett fahrerlose Verkehre aufgebaut. Drewes zeigte anhand der Studie „Autonomes Fahren – Schlüssel zur Mobilität von morgen“, dass autonomes Fahren unser Mobilitätsangebot auf ein völlig neues Niveau heben kann. Vergleichbar mit dem privaten Auto. „Aber wir müssen heute die Weichen stellen, damit die Technologie den maximalen Nutzen für die Menschen erzielt.“ Weil den Verkehrsbetrieben oft Geld und Personal fehle, könne dies auch für sie eine Chance sein. „Gerade im ländlichen Raum wie Südwestfalen können kleine, flexible On-Demand-Fahrzeuge die Flächen erschließen und mit attraktiver Mobilität für mehr Lebensqualität sorgen“, sagte Thomas Drewes.
Erste wichtige Schritte
„Gerade durch smarte und digitale Lösungen ergeben sich neue Möglichkeiten für Südwestfalen“, erklärt REGIONALE-Projektmanager Mario Ziogas. Hubertus Winterberg und Dr. Stephanie Arens von der Südwestfalen Agentur ergänzten: „Die jungen Menschen sagen uns seit Jahren, dass Südwestfalen sich um das Thema Mobilität kümmern muss. In der REGIONALE 2025 sind wir als Region erste wichtige Schritte gegangen. Wie es weitergeht, muss die Region entscheiden.“ Denkbar sei laut Arens und Winterberg, dass nach der REGIONALE 2025 sich der Mobilitätsbeirat weiter trifft, die Mobilitätsstrategie fortgeschrieben und noch stärker von Kreisen, Städten und Gemeinden genutzt wird.
Mehr Informationen zu Projekten der REGIONALE 2025 und der Mobilitätsstrategie unter www.regionale-suedwestfalen.com/mobilitaet.

