Laura Klaphake wird mit CDL Quinzano van't Merelsnest die deutsche Meisterschaft der Springreiterinnen (Foto: Jenny Musall)
Laura Klaphake wird mit CDL Quinzano van’t Merelsnest die deutsche Meisterschaft der Springreiterinnen (Foto: Jenny Musall)

Laura Klaphake triumphiert bei der Deutschen Meisterschaft

Zuletzt geändert: 6. Juni 2026Von Schlagwörter:

Spannung bis zum letzten Hindernis in Balve. Laura Klaphake holt sich nach einem fehlerfreien Ritt im Stechen den Meistertitel der Springreiterinnen.

Die Deutsche Meisterschaft der Springreiterinnen beim Longines Balve Optimum bot bis zum Schluss hochkarätigen Sport. Laura Klaphake sicherte sich im Sattel ihres erst zehnjährigen belgischen Hengstes Quizano van’t Merelsnest den begehrten Titel. Über alle drei Umläufe hinweg blieb die Athletin komplett fehlerfrei und bewies im anschließenden Stechen Nerven aus Stahl. Ihre Konkurrentinnen Britt Roth und Justine Tebbel lieferten sich einen harten Kampf, mussten sich am Ende jedoch mit den Plätzen zwei und drei zufriedengeben. „Unglaublich! Ich kann es immer noch nicht glauben. Es war spannend bis zum Schluss“, so Laura Klaphake.

Spitzensport und große Emotionen im Sauerland

Die Parcours verlangten den Reiterinnen und ihren Pferden alles ab, was das hochklassige Starterfeld eindrucksvoll unter Beweis stellte. „Die Parcours waren sehr technisch, sehr anspruchsvoll. Das war schon schwer genug!“, analysierte die frischgebackene Meisterin die Linienführung im Parcours. Die 1994 geborene Reiterin aus Mühlen bei Steinfeld zählt seit Jahren zu den konstantesten Größen im deutschen Springsport und feierte schon im Nachwuchsbereich große internationale Medaillenerfolge. Ihr bodenständiger Weg im Spitzensport zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie ihre sportliche Karriere lange Zeit parallel zu Ausbildung und Studium verfolgte. Am Finaltag in Balve gab es zudem noch wertvolle Unterstützung von einem erfahrenen Kollegen aus der Heimat. „Wir kommen beide aus dem Weser-Ems-Gebiet und kennen uns schon lange. Wenn`s drauf ankommt, halten wir Weser-Ems-Reiter zusammen“, lacht Laura.

Silbermedaillengewinnerin Britt Roth gilt als eine der vielversprechendsten Aufsteigerinnen im nationalen Springsport. Für die erst 24-jährige Pfälzerin war es die erste Turnierteilnahme bei der Deutschen Meisterschaft der Springreiterinnen überhaupt. Dass sie direkt bei ihrer Premiere den Sprung auf das Podest schaffte, unterstreicht ihr außergewöhnliches Talent im Sattel. Schon im vergangenen Jahr konnte sie bei der U25-DM in Riesenbeck mit der Bronzemedaille auf sich aufmerksam machen. Das Gespür für den Reitsport liegt bei der jungen Sportlerin zweifellos in der Familie begründet. Britt Roths Eltern betreiben eine eigene Reitsportanlage und züchten leidenschaftlich, während ihre Mutter früher selbst erfolgreich bis hin zur Europameisterschaft ritt.

Junge Talente stürmen das Podium beim Longines Balve Optimum

Ihr vierbeiniger Partner Jeffrey, ein neunjähriger Holsteiner Wallach von Comme il fault, zeigte sich im anspruchsvollen Parcours von seiner besten Seite. „Mein Pferd Jeffrey ist wirklich in der 1,50 m-Klasse angekommen. Er ist ein Pferd, der richtig Lust auf Wettkampf hat“, beschreibt Britt Roth ihren sportlichen Begleiter. Im entscheidenden Stechen lag sie am Ende lediglich hauchdünne 0,49 Sekunden hinter der Siegerzeit von Laura Klaphake zurück. Für die emotionale Unterstützung vor Ort war im Hause Roth auf jeden Fall bestens gesorgt. „Ich bin mit meiner Mutter hier angereist in Balve, dann kam mein Freund, dann mein Bruder mit Freundin und heute noch mein Vater“, so die zu Tränen gerührte Reiterin.

Auch die Bronzemedaille ging an eine Reiterin, die quasi im Pferdesattel großgeworden ist. Justine Tebbel stammt aus einer echten Reiterdynastie, in der große Erfolge Tradition haben. Ihr Vater Rene Tebbel schaffte einst den Hattrick bei den Deutschen Meisterschaften, und auch ihr Bruder Maurice war dort bereits mehrfach erfolgreich und holte in den Jahren 2020 und 2023 Silber. Justine Tebbel selbst gewann 2024 die Silbermedaille bei den Deutschen Meisterschaften in Balve. Nach einem unglücklichen vierten Platz im Vorjahr meldete sie sich nun eindrucksvoll auf dem Medaillenrang zurück.

Familiäre Erfolge und harte Kämpfe im Stechen von Balve

Ihr Sportpartner Cote de Pablo erwies sich auch in diesem Jahr wieder als absolut verlässlicher Kämpfer im schweren Parcours. „Ich bin so proud auf Cote de Pablo. Ich bin überwältigt: Er ist das dritte Jahr in Folge Null geblieben in allen drei Umläufen der Deutschen Meisterschaft, er hat auch dieses Jahr wieder so für mich gekämpft“, erzählt Justine Tebbel sichtlich bewegt. Der 14-jährige Oldenburger Wallach stammt von Tebbels Hengst Chacco`s Son ab und befindet sich bereits seit dem Fohlenalter im Familienbesitz. Nach der reiterlichen Grundausbildung durch ihren Bruder Maurice wechselte der Braune siebenjährig zu Justine. Im finalen Stechen überquerte das eingespielte Dreamteam aus Emsbüren nach 44,55 Sekunden die Ziellinie.

Als vierte Reiterin im Bunde zog Sarah Nagel-Tornau in das hochspannende Stechen um den Meistertitel ein. Im Sattel ihres 16-jährigen Pferdes Balisto, einem Nachkommen von Balou du Rouet, hatte sie jedoch Pech und musste einen Abwurf hinnehmen. Das anspruchsvolle Niveau der Meisterschaft spiegelte sich in der Tatsache wider, dass lediglich vier Paare den Parcours über alle drei Umläufe hinweg fehlerfrei absolvierten. Das absolute Spitzenfeld der deutschen Springreiterinnen bot den Zuschauern in Balve ein sportliches Highlight der Extraklasse.