
Mit der offiziellen Eröffnung der Märkischen Höhlenroute ist ein touristisches Projekt an den Start gegangen, das Natur, Bewegung und digitale Erlebnisse miteinander verbindet. Foto: Alexander Bange / Märkischer Kreis
Märkische Höhlenroute eröffnet
Vier Höhlen, eine Route, viele Geschichten
(pmk). Mit der offiziellen Eröffnung der Märkischen Höhlenroute ist ein touristisches Projekt an den Start gegangen, das Natur, Bewegung und digitale Erlebnisse miteinander verbindet. Gemeinsam gaben Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper, die Bürgermeister Hubertus Mühling (Balve) und Michael Joithe (Iserlohn), der Stellvertretende Bürgermeister Dr. Martin Gropengießer (Hemer) sowie Dr. Jürgen Fischbach, Geschäftsführer des Sauerland Tourismus, die rund 24 Kilometer lange Strecke jetzt frei. Möglich wurde das Projekt durch eine Förderung des Landes im Rahmen der Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramme aus Mitteln der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ in Höhe von 72.000 Euro.
Geologischeds Gesamterlebnis
Die Märkische Höhlenroute verbindet vier ganz besondere Orte: die Balver Höhle, die Reckenhöhle (Binolen), die Heinrichshöhle (Hemer-Sundwig) und die Dechenhöhle (Iserlohn). Jede von ihnen erzählt ihre eigene Geschichte. Zusammen bilden sie ein geologisches Gesamterlebnis. Denn alle vier liegen in der sogenannten „Iserlohner Kalksenke“, dem größten zusammenhängenden Karstgebiet Südwestfalens. Über Millionen von Jahren hat Wasser hier Höhlen, Quellen und unterirdische Landschaften geschaffen, die heute zu den außergewöhnlichsten Naturdenkmälern Nordrhein-Westfalens gehören. Den gesamten Streckenverlauf findet man unter www.maerkisches-sauerland.com unter der Rubrik „Unsere Highlights“.
Iniative des Kulturausschusses
Entstanden ist die Initiative der Märkischen Höhlenroute auf Initiative des Kulturausschusses des Märkischen Kreises. Aus einem politischen Antrag entwickelte sich ein Gemeinschaftsprojekt, an dem zahlreiche Partner beteiligt waren: Neben dem Märkischen Kreis arbeiteten der Sauerland-Tourismus, die Betreiber der Höhlen, die Städte Balve, Hemer und Iserlohn, Radplaner, der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), Media4Web, der Lennestrandverlag sowie Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe zusammen.
Kleine Überraschungen unterwegs
„Die Märkische Höhlenroute erzählt Geschichten über unsere Landschaft und darüber, was das Märkische Sauerland besonders macht. Wer hier aufs Rad steigt, hört unterwegs immer wieder kleine Anekdoten. Genau solche Angebote machen unsere Region interessant. Nicht nur für Gäste aus NRW und darüber hinaus, sondern auch für die Menschen, die hier leben“, sagt Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper. Die rund 24 Kilometer lange Strecke nutzt das bestehende südwestfälische Knotenpunktsystem „Radeln nach Zahlen“. Zusätzliche Radwege mussten daher nicht gebaut werden. Stattdessen führt die Route auf bestehenden Wegen von Höhle zu Höhle und ist mit einem Wegweiser ausgeschildert.
Multimediale Infrmationspunkte
Dabei ist die Märkische Höhlenroute mehr als eine klassische Fahrradtour. An mehreren Stationen entlang der Strecke laden multimediale Informationspunkte dazu ein, das Smartphone zu zücken. Kurze „Augmented Reality“-Beiträge erzählen Unterhaltsames über die jeweiligen Orte und Sehenswürdigkeiten. An acht sogenannten „Portalrahmen“ erwachen die beiden virtuellen Begleiter „Gloria“ und „Massimo“ zum Leben und nehmen die Radfahrer mit auf eine unterhaltsame Reise durch Natur, Geschichte und Geologie.
Wirtschaftlichere Impuls erhofft
Damit richtet sich das Angebot bewusst auch an Menschen, die Freizeit und digitale Erlebnisse miteinander verbinden möchten. Die Mischung aus Bewegung, Natur und moderner Technik schaffen einen Anreiz, die Region auf neue Weise zu entdecken. Zudem soll die Märkische Höhlenroute einen wirtschaftlichen Impuls geben. Wer die Strecke fährt, besucht nicht nur die Höhlen, sondern kann unterwegs in Cafés und Restaurants einkehren, in Bäckereien einkaufen oder seinen Aufenthalt verlängern. Gerade gastronomische Betriebe wie die der „Fahrradfreundlichen Gastronomie“ (https://www.fahrradfreundlichegastronomie.de ) können von zusätzlichen Besucherinnen und Besuchern profitieren.
Verbindung mit beliebten Radwegen möglich
Ein weiterer Vorteil: Die Höhlenroute lässt sich sehr gut mit anderen beliebten Radwegen verbinden. Über das Knotenpunktsystem besteht eine direkte Anbindung an den Ruhrtal-Radweg sowie an den Ruhr-Lenne-Achter. Dadurch können auch Gäste aus dem Ruhrgebiet unkompliziert in die Tour einsteigen oder die Höhlenroute als Teil einer größeren Radtour erleben. Und: Auch unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit überzeugt das Projekt. Mehrere Bahnhöfe entlang der Strecke, unter anderem in Letmathe, Iserlohn und Balve, ermöglichen eine An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. So lässt sich die Tour ohne Auto unternehmen. „Mit der Märkischen Höhlenroute gibt es eine neue multimedial erschlossene Radroute“, sagen die Bürgermeister Hubertus Mühling (Balve) und Michael Joithe (Iserlohn) sowie der Stellvertretende Bürgermeister Dr. Martin Gropengießer (Hemer).

