Knapp 40 Touristikerinnen und Touristiker versammelten sich zur Regionalkonferenz „Kultur und Tourismus“ in der Historischen Fabrikanlage Maste-Barendorf in Iserlohn. Foto: Hendrik Klein

Industriekultur ein Alleinstellungsmerkmal

Zuletzt geändert: 17. Juli 2026Von

40 Touristikerinnen und Touristiker bei Regionalkonferenz in Barendorf

Von Hendrik Klein

Knapp 40 Vertreterinnen und Vertreter von Städten und Gemeinden, Vereinen und Verbänden, Museen und touristischen Einrichtungen haben sich auf Einladung des Märkischen Kreises zur Regionalkonferenz Kultur und Tourismus unter dem „Industriekultur vom Feinsten“ getroffen. Für ihre Zusammenkunft hatten sie sich passend die Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf in Iserlohn ausgesucht.

Identität und Zukunft

„Die Industriekultur ist im Märkischen Sauerland nicht nur Geschichte – sie ist Herkunft, Identität und Zukunft zugleich“, hatte es schon in der Einladung geheißen. Und in der Tat: Die technischen Kulturdenkmäler erzählen von Erfindergeist, Handwerk, Unternehmertum und der Kraft der Region, die bis heute eine der stärksten Industrieregionen Deutschlands ist. Wie formulierte es einmal ein Historiker despektierlich: „Bei uns haben die Rennöfen schon gebrannt, da sind sie im Ruhrgebiet noch von Ast zu Ast gehüpft.“

Bereits vor 3.500 Jahren Eisen verhüttet

An die lange Tradition der Industriekultur erinnerte auch Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper in ihrer Begrüßung: „In Südwestfalen wurde bereits vor 3.500 Jahren Eisen verhüttet. Im Mittelalter war hier das Zentrum der Draht- und Eisenindustrie.“ In der Region sei die Innovationskraft der Unternehmen noch immer sehr groß. Von genau dieser Innovationkraft erzählt auch der Versammlungsort – die Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf. Heute ist dort unter anderem das Nadelmuseum beheimatet.

Gründung in den 1820er Jahren

Dr. Sandra Hertel, Leiterin der Städtischen Museen Iserlohn, erinnerte an die Gründung der Fabrikanlage durch die Unternehmer-Familien Dunker und Maste in den 1820er Jahren. „1987 wurde das Nadelmuseum eröffnet, Ende der 90er Jahre wurde die Anlage renoviert. Barendorf ist auch ein Ort für viele Veranstaltungen“, so Dr. Sandra Hertel.

„WasserEisenland“ vorgestellt

Deshalb zählt das Künstler- und Museumsdorf auch zum Netzwerk „WasserEisenland“, das dessen Vorsitzender Dr. Oliver Schmidt den Teilnehmenden vorstellte. Es sei schon viel erreicht worden, so der Vorsitzende, „aber wir müssen weitermachen“. Es gebe neue Herausforderungen, einiges müsste zudem erneuert werden. Seit der Gründung als „Straße der Industriekultur“ im Märkischen Kreis wirke „WasserEisenland“ längst über dessen Grenzen hinaus. „An den zahlreichen Standorten wird die Wiege der Industriekultur in den Hammerwerken, Drahtziehereien, Waffen- und Kettenschmieden lebendig“, so Dr. Oliver Schmidt. Die Zusammenarbeit mit Unternehmen und Kammern pflegen, die Identität wahren, neue Vermarktungsmöglichkeiten suchen, Ehrenamt und Mitglieder stärken, das seien die Aufgaben für die nahe Zukunft.

Audio-App „RoadStory“

Hana Beer, Touristikerin des Märkischen Kreises, stellte den digitalen Audioguide „RoadStory“ am Beispiel der Route der Industriekultur vor. Sie bringt Geschichte und Natur direkt aufs Smartphone. Die Tourismusabteilung des Kreises treibt mit „RoadStory“ die digitale Besucherlenkung und Freizeitgestaltung im Märkischen Sauerland gezielt voran. Das Vorhaben wurde ursprünglich vom Freizeit- und Tourismusverband Märkisches Sauerland initiiert und wird nun durch den Kreis schrittweise umgesetzt.

Ideen entwickeln

Mitmachen war von den Touristikerinnen und Touristikern bei mehreren Workhops unter dem Titel „Industriekultur vom Feinsten“ gefordert. Unter der Moderation von Kommunikationsberaterin und Kulturmanagerin Melanie Kemner sowie dem Pädagogen und Supervisor Andreas Scholten waren sie aufgefordert, Ideen für Maßnahmen zu sammeln, Alleinstellungsmerkmale ihrer touristischen Angebote zu definieren, den Mehrwert zu ermitteln, Potenziale und Chancen aufzuzeigen sowie Möglichkeiten der Zusammenarbeit festzulegen. Der Blick galt dabei immer der Industriekultur in Südwestfalen.