Bevor es mit dem Boot auf den See hinausgeht sollte es gründlich gereinigt werden. Archivfoto: Hendrik Klein

Quaggamuschel im Anmarsch

Zuletzt geändert: 17. Juli 2026Von

Ruhrverband verstärkt Infos für Bigge und Lister

(EB). Mit Beginn der Sommerferien verstärkt der Ruhrverband seine Informations- und Sensibilisierungsmaßnahmen zum Schutz der Bigge- und Listertalsperre vor der Quaggamuschel. Während an der Hennetalsperre aufgrund ihrer besonders günstigen Ausbreitungsbedingungen bereits weitergehende Nutzungsbeschränkungen gelten, stehen nun insbesondere die beiden großen, bislang noch quaggafreien Talsperren im Fokus.

Beschilderung wird ausgebaut

Um Freizeitnutzerinnen und Freizeitnutzer noch stärker auf die notwendigen Schutzmaßnahmen aufmerksam zu machen, wird der Ruhrverband die Beschilderung an Bigge- und Listertalsperre in den kommenden Wochen deutlich ausbauen. Zusätzlich werden an stark frequentierten Bereichen großformatige Banner installiert, die auf die geltenden Regeln zum Schutz der Gewässer hinweisen. „Mit der Bigge- und Listertalsperre verfügen wir über zwei der größten Talsperren unseres Verbandsgebiets, die bislang von der Quaggamuschel verschont geblieben sind. Das ist ein großer Erfolg, aber kein Selbstläufer. Damit das so bleibt, sind wir auf die Mithilfe aller angewiesen, die unsere Talsperren nutzen“, erklärt Prof. Dr. Christoph Donner, Vorstand Technik und Flussgebietsmanagement beim Ruhrverband.

Für 60 Kommunen zuständig

Der Ruhrverband ist verantwortlicher Träger der umfassenden Wasserwirtschaft im gesamten Flussgebiet der Ruhr mit einem System von Talsperren zur Bewirtschaftung der Wassermengen und einem flächendeckenden Netzwerk von Abwasserbehandlungsanlagen zur Reinhaltung der Gewässer für 60 Kommunen.

Schutzmaßnahmen einhalten

Deshalb appelliert der Ruhrverband eindringlich an alle Wassersportlerinnen und Wassersportler, Angler, Taucher und sonstigen Freizeitnutzer, die bestehenden Schutzmaßnahmen konsequent einzuhalten: „Jede und jeder Einzelne kann dazu beitragen, dass Bigge- und Listertalsperre auch künftig frei von der Quaggamuschel bleiben. Der Schutz unserer Talsperren ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wer die Gewässer nutzt, sollte aus eigenem Antrieb alles dafür tun, ihre einzigartige Funktion für Natur, Trinkwasserversorgung und Freizeit langfristig zu erhalten“, so Donner weiter.

Kern der Schutzmaßnahmen ist die sogenannte AHOI-Regel, die für alle Boote verbindlich gilt:

  • A – Ausleeren: Restwasser vollständig
  • H – Hochdruckreinigen: Boot und Trailer gründlich reinigen, möglichst mit heißem Wasser
  • O – Optional desinfizieren: Schwer zugängliche Bereiche mit drei Prozent Wasserstoffperoxid Vorher unbedingt auf Materialverträglichkeit prüfen!
  • I – Intensiv trocknen: Boot und Trailer mindestens fünf Tage vollständig trocknen

Gründlich reinigen

Auch für Stand-up-Paddle-Boards, Kajaks, Kanus, Schlauchboote, Angel- und Tauchausrüstung gilt: Vor der Nutzung auf der Lister- und Biggetalsperre gründlich reinigen, Wasser entfernen und vollständig trocknen lassen, bevor die Ausrüstung in einem anderen Gewässer eingesetzt wird. Im Idealfall sollte man auf das Equipment der Verleihstationen vor Ort zurückgreifen.

Ausbreitung in ganz Europa

Die Quaggamuschel breitet sich in Europa seit Jahren aus und wurde bereits in mehreren Talsperren des Ruhrverbands nachgewiesen. Sie verändert Gewässerökosysteme nachhaltig, entzieht Fischen und anderen Wasserlebewesen die Nahrungsgrundlage und kann erhebliche Schäden an technischen Anlagen und wasserwirtschaftlicher Infrastruktur verursachen. Eine Verhinderung der Erstbesiedlung ist deshalb wesentlich effektiver und wirtschaftlicher als eine spätere Bekämpfung.

Regelmäßige Wasser-Untersuchung

Der Ruhrverband setzt neben Forschung und regelmäßigen Untersuchungen der Gewässer weiterhin auf Aufklärung und die aktive Unterstützung aller Besucherinnen und Besucher. Denn nur gemeinsam lässt sich verhindern, dass sich die Quaggamuschel auch in Bigge- und Listertalsperre dauerhaft etabliert.