
300 Einsatzkräfte waren 48 Stunden im Einsatz, um den Waldbrand zu lösschen. Foto: Feuerwehr Iserlohn
Waldbrand: Feuerwehr zieht Bilanz
(ots). Mit dem Einsatzstichwort „Waldbrand klein“ wurde die Feuerwehr Iserlohn am Dienstag gegen 16 Uhr in den Bereich Letmathe/Honsel alarmiert (wir berichteten). Bereits auf der Anfahrt war eine starke Rauchentwicklung sichtbar. Gleichzeitig gingen zahlreiche weitere Notrufe bei der Leitstelle ein, sodass das Einsatzstichwort frühzeitig erhöht und weitere (Tank-)Löschfahrzeuge nachalarmiert wurden. Die Zuwegung zur Einsatzstelle gestaltete sich zunächst schwierig, da der genaue Brandort anfangs unklar war und lediglich anhand der Rauchentwicklung lokalisiert werden konnte. Die Anfahrt erfolgte schließlich über den Honselweg – eine für Großfahrzeuge durchaus anspruchsvolle Strecke.
Birkenschonung in Flammen
Bei der Brandstelle handelte es sich um eine Birkenschonung in einem Steilhang unmittelbar vor der Stadtgrenze zu Nachrodt-Wiblingwerde. Begünstigt durch die trockene Vegetation sowie zeitweise auffrischenden Wind breitete sich das Feuer innerhalb kurzer Zeit auf eine Fläche von rund 10.000 Quadratmetern aus. Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurde zwischenzeitlich eine Warnung der Bevölkerung (u. a. über die Warn-App „NINA“) wegen der Geruchsbelästigung herausgegeben.
Wasserversorgung schwierig
Da sich die Wasserversorgung außerhalb bebauter Gebiete als schwierig erwies, wurden neben allen Einheiten der Feuerwehr Iserlohn weitere Kräfte aus Menden, Lüdenscheid, Nachrodt-Wiblingwerde, der Wassertransportzug Ost des Märkischen Kreises sowie Fahrzeuge des Brandschutz- & Rettungsdienstzentrum MK zur Einsatzstelle alarmiert. Auch der Kreisbrandmeister Michael Kling war zur Unterstützung der Einsatzleitung vor Ort.
1.500 Meter lange Schlauchleitung
Zur Sicherstellung der Löschwasserversorgung wurde zunächst eine rund 1.500 Meter lange Schlauchleitung zu einem Hydranten in Veserde aufgebaut. Da dessen Förderleistung jedoch nicht ausreichte, musste zusätzlich ein Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen über eine Strecke von knapp vier Kilometern eingerichtet werden. Die Polizei sperrte hierfür zügig mehrere Straßen im Umfeld der Einsatzstelle, um insbesondere den Großfahrzeugen eine sichere An- und Abfahrt zu ermöglichen.
„Brandschneisen“ gelegt
Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern erhielt die Feuerwehr Unterstützung durch einen Forstmulcher, welcher sogenannte „Brandschneisen“ freilegte. Zeitweise war auch ein Polizeihubschrauber vor Ort, welche jedoch keine Löschmaßnahmen durchführen konnte, da die aktiven Hochspannungsleitungen über der Brandstelle ein zu hohes Sicherheitsrisiko darstellten.
1.000 Liter Getränke
Die hohen Temperaturen stellten die Einsatzkräfte, für die Vegetationsbrände ohnehin eine besondere körperliche Belastung bedeuten, vor zusätzliche Herausforderungen. Rund 1.000 Liter Getränke sowie die Versorgung mit kleinen Mahlzeiten waren daher unverzichtbar. Hierbei konnte auf vorbereitete Versorgungskonzepte gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz und Marktkauf „Alles Frische“ Nowak zurückgegriffen werden. Darüber hinaus erhielten die Einsatzkräfte immer wieder Unterstützung aus der Bevölkerung – unter anderem durch gespendetes Wassereis.
Brandregner im Einsatz
Gegen 20:30 Uhr war das Feuer soweit unter Kontrolle, dass keine offene Flammenbildung und keine weitere Ausbreitung mehr festzustellen waren. Im weiteren Verlauf des Abends konnte der Kräfteansatz schrittweise reduziert werden. Über Nacht führten rund 20 Einsatzkräfte umfangreiche Nachlöscharbeiten durch und stellten weiterhin die Wasserversorgung sicher. Unter anderem wurden sogenannte Kreisregner eingesetzt, um die Brandfläche dauerhaft zu beregnen. Das THW Iserlohn unterstützte die Maßnahmen mit Notstromaggregaten und einer umfangreichen Ausleuchtung der Einsatzstelle.
Lange Nachlöscharbeiten
Zeitweise mussten auf einer Fläche von mehr als 4.000 Quadratmetern noch zahlreiche Glutnester in aufwendiger Handarbeit freigelegt, umgegraben und abgelöscht werden. Hierbei erhielten die Einsatzkräfte mehrfach die Unterstützung der Drohneneinheit des Märkischen Kreises aus Nachrodt-Wiblingwerde. Erst am Donnerstag gegen 14 Uhr konnten die letzten Feuerwehrleute die Einsatzstelle am Honsel verlassen.
Mehr als 300 im Einsatz
Zeitweise befanden sich mehr als 300 Einsatzkräfte unterschiedlichster Organisationen gleichzeitig im Einsatz. Auch wenn sich an dieser Stelle sicherlich nicht mehr alle Beteiligten einzeln aufzählen lassen, bedankt sich die Feuerwehr herzlich bei allen Kräften und unterstützenden Organisationen für hervorragende Zusammenarbeit.

